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Ein Theater- und Kinoabend im Kulturzentrum Alte Kachelofenfabrik in Neustrelitz beginnt am Sonnabend, 5. November, um 19.30 Uhr, mit der Aufführung „Die Wand“, die in der Reihe „Schauspiel Junge Bühne“ Anfang des Jahres im Rahmen von „DigiTOG“ uraufgeführt wurde. In den Hauptrollen sehen wir die Schauspielerinnen des Landestheaters Anika Kleinke, Karen Kanke und Lisa Scheibner. Während der Corona-Zeit wurde dieses Schauspiel gefilmt. Es ist eine Inszenierung von Joris Löschburg nach dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer.

Eine Frau wacht eines Morgens in der Jagdhütte eines Freundes auf und findet sich eingeschlossen von einer unsichtbaren Wand. Allein und zunächst nur mit ihrem Hund, stellt sie sich auf ihr neues Leben in den Bergen ein, in dem es um das nackte Überleben allein zu gehen scheint. Doch selbst in der totalen Isolation entwickelt sich so etwas wie eine Routine voller Poesie und eigentümlicher Lebenskraft.

Nach dieser faszinierenden Schauspielinszenierung, die vom Schauspieldramaturgen Joris Löschburg eingeführt wird – die Schauspielereinnen sind anwesend – wird dann die gleichnamige Verfilmung von Julian R. Pölsler mit Martina Gedeck in der Hauptrolle gezeigt. Der Inhalt dieser österreichisch/deutschen Koproduktion aus dem Jahre 2012 ist ähnlich, aber der Film ruft im Zuschauer eine andere Erlebnisdimension auf: In einer Welt, in der niemand mehr zu leben scheint, ist eine Frau völlig sich selbst überlassen. Sie muss sich mit ihren Ängsten aussöhnen, die sie immer wieder zu überwältigen drohen und muss sich den unausweichlichen Grundfragen des Lebens stellen.  

Stets umkreist die bildgewaltige, beklemmend-intensive Fabel Urängste wie auch stille Hoffnungen. „Es wird einen hochinteressanten Vergleich geben über die unterschiedlichen Wirkweisen einer Theater- und einer Kinoinszenierung“, so Horst Conradt Kinoleiter in der Alten Kachelofenfabrik.