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Oliver Hohlfeld

„Es ist doch erstaunlich, wieviele Kulturtermine wir Corona trotzend in den Veranstaltungskalendern finden. Mit den notwendigen Regelungen. Und dem Einzelnen überlassend, was er sich traut. Aber das Angebot ist und bleibt wichtig“, schreibt mir mein Blogfreund Marco Zabel, seines Zeichens Chef des Literaturmuseums in Stavenhagen. Recht hat er, das kann ich nur unterschreiben, ich komme kaum nach mit der Veröffentlichung der Ankündigungen.

Die Reuterstadt Stavenhagen mit ihren Literaturtagen (Strelitzius berichtete) reiht sich da ein. Der berührende, poetische Auftakt liegt schon hinter ihr. Cornelia Nenz und Christian Peplow machten mit ihrer Interpretation der Gedichte von Alwine Wuthenow (1820-1908) und einer sehr persönlichen Vorstellung der Dichterin deutlich, warum ihr ein Ehrenplatz in der niederdeutschen Literaturgeschichte gebührt.

Am letzten Septemberwochenende sind Besucher nun gleich zu drei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen eingeladen. Am Freitag wird die Buchpremiere von „Der große Park“, Oliver Hohlfelds „Roman aus den Sterbehäusern einer antiquarischen Kulturillusion“ gefeiert. Alles an diesem Buch ist falsch. Eben deshalb ist es wahrhaftig. Der Autor, nicht nur im Strelitzschen und in der Uckermark gut bekannt, aber eben dort besonders, legt einen Roman vor, der die absurden Ideen der vor wenigen Jahren in MV grassierenden „Theaterreformitis“ scheinbar auf die Spitze treibt. Mancher Ort und mancher Name ließe sich da interpretieren…

Gunnar Decker

Am Sonnabend liest und diskutiert der preisgekrönte Biograf Gunnar Decker zum ersten Mal aus und über sein gerade bei Aufbau erscheinendes Buch „Zwischen den Zeiten“. Decker schaut auf die späten Jahre der DDR. Die Utopie kehrte zurück und wurde von Intellektuellen, Künstlern, Aussteigern aller Art gelebt. Ein wichtiger Emanzipationsprozess und Teil ostdeutscher Geschichte, der dem westlichen Siegerblick nach 1990 bisher entgangen ist.

Und am Sonntag ist mit Christian Steyer die Stimme von „Elefant, Tiger & Co.“ zu erleben. Wo der Schauspieler, Sprecher und Musiker eins werden, entstehen literarisch-musikalische Genüsse – Überraschungen inbegriffen. Wer den Schauspieler vor Augen hat, denkt vielleicht an „Für die Liebe noch zu mager“ oder aktuelle Netflix-Serien. Bei uns interpretiert er u.a.  Hacks’sche Tiergedichte, aber auch Eigenes.

Das Programm bis zum 5. Oktober:

Freitag, 25. September
19 Uhr, Fritz-Reuter-Literaturmuseum
BUCHPREMIERE: „Der große Park“
Oliver Hohlfeld liest aus seinem neuen Roman.

Sonnabend, 26. September
19 Uhr, Saal im Schloss Stavenhagen
VORPREMIERE: „Zwischen den Zeiten“
Die späten Jahre der DDR. Gunnar Decker liest aus seinem neuesten Buch.

Sonntag, 27. September
16 Uhr, Stadtkirche Stavenhagen
LYRIK UND VIEL MEHR: „Das musikalische Nashorn“
Tiergedichte und -geschichten von Peter Hacks und anderen.
Vorgetragen und musikalisch umrahmt von Christian Steyer.

Mittwoch, 30. September
15 Uhr, Hotel Kutzbach
AUTORENLESUNG: „Plietschen Kram un Mafäuken“
Edeltraud Richter liest eigene plattdeutsche Gedichte und Geschichten.

Montag, 5. Oktober
19 Uhr, Saal im Schloss Stavenhagen
DICHTERPORTRÄT: „Das Versprechen der Kraniche“
Reisen in Aitmatows Welt mit Irmtraud Gutschke

Nähere Informationen unter www.fritz-reuter-literaturmuseum.de oder unter Telefon 039954 21972. Coronabedingt ist die Zahl der Plätze stark beschränkt. Es gelten die aktuellen Auflagen. Um namentliche Voranmeldung wird gebeten.