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Die Reuterstädter Literaturtage in Stavenhagen stehen vor der Tür. Alles sehr kurzfristig, wie mir mein Blogfreund Marco Zabel, Chef des örtlichen Reuter-Museums, schreibt. „Du kannst Dir vielleicht vorstellen, welches Hin und Her es coronabedingt bis Ultimo gab.“

Zum Auftakt wird schon am kommenden Mittwoch, den 16. September „So in de Schummerstunnen“ in Zusammenarbeit mit dem Heimatverband MV Alwine Wuthenow zum 200. Geburtstag gewürdigt. Es gratulieren auf den Tag genau um 19 Uhr im Saal des Schlosses Stavenhagen Dr. Cornelia Nenz und Christian Peplow.

Die gerühmte Dichterin aus Vorpommern ist vielen Leserinnen und Lesern vor allem unter dem Pseudonym Annmariek Schulten bekannt. Ihre Gedichte und Texte gehören zum niederdeutschen Dichterschatz. „Mien Modersprak“, „Moders Spinnrad“ oder „An de Gören“ berühren bis heute. Zugleich steht ihr Leben und Schreiben für eine der Stillen und manchmal zu Unrecht Übersehenen.

Alwine Wuthenow (geb. Balthasar) wurde 1820 in Neuenkirchen bei Greifswald geboren. Kurz zuvor war ihr zweijähriger Bruder tödlich verunglückt. Die Erschütterung der Mutter markiert den Beginn einer fast Alwines ganzes Leben begleitenden Leidensgeschichte, die mehrfach zu Aufenthalten in Nervenheilanstalten führte.

Von 1827 bis 1849 lebte Alwine Wuthenow auf dem Schulzenhof in Gützkow. In dieser Zeit entstanden ihre ersten Gedichte. Ihre Eltern hatten früh die Begabung des Mädchens erkannt und unterstützen sie. 1843 heiratete Alwine den Juristen Ferdinand Wuthenow, der von 1842 bis 1849 Bürgermeister von Gützkow war und anschließend nach Greifswald als Kreisrichter versetzt wurde. Das Paar hatte zusammen fünf Kinder.

Aufgrund ihrer schwachen Gesundheit musste Alwine Wuthenow von 1853 bis 1874 im St. Katharinenstift in Rostock leben, wo die meisten ihrer Gedichte entstanden. Die erhoffte Erholung gestattete ihr, wieder zur Familie zurückzukehren.

Bekanntlich verbindet Alwine Wuthenow eine besondere Beziehung zu Fritz Reuter. Er veröffentlichte 1855 und 1856 erste Gedichte von ihr im Unterhaltungsblatt für beide Mecklenburg und Pommern. Reuter war von ihrem Talent so überzeugt, dass er als Herausgeber ihres ersten eigenständigen Gedichtbandes „En poa Blomen ut Annmariek Schulten ehren Goahrn“ fungierte. Auch mit dem anderen großen Neuniederdeutschen, dem Lyriker und Schriftsteller Klaus Groth, stand die Dichterin zeitweilig in regem Briefverkehr, später auch lang anhaltend mit dem Kieler Schriftsteller Johann Meyer.

Alwine Wuthenow starb im hohen Alter von 88 Jahren am 8. Januar 1908 in Greifswald. Ihr Grab befindet sich noch heute auf dem dortigen Neuen Friedhof.

Der Eintritt beträgt fünf Euro. Um Anmeldung unter 039954  21072 wird dringend gebeten. Es gelten die aktuellen Corona-Regelungen. Hier das komplette Programm der Reuterstädter Literaturtage 2020: