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Prof. Hermann Behrens bei seinem Vortrag. Fotos: Jens Hoffmann

Die familiären Wurzeln der Gutsbesitzerfamilie Jahn auf Klein Vielen und die Siedlungsgeschichte zwischen Lieps und Havelquelle standen im Mittelpunkt der 2. Landschaftskonferenz, zu der der Klein Vielen e.V. und das „Reallabor Landschaft“ der Hochschule Neubrandenburg am Wochenende eingeladen hatten (Strelitzius berichtete). Im schön hergerichteten „Tanzsaal am Park“ der Familie Dreyer begrüßte die Vorsitzende des Klein Vielen e. V., Uta Matecki, zugleich stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Klein Vielen, am Sonnabend 40 Gäste, die unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen dem Vortrag von Prof. Hermann Behrens von der Hochschule Neubrandenburg lauschten. Behrens hatte sich auf die familiengeschichtlichen Spuren der Familie Jahn gemacht und präsentierte hier erstmals seine Forschungsergebnisse, wie aus der folgenden Mitteilung des Vereins hervorgeht, die mir Uta Matecki zugeleitet hat.

Mit Rudolph Jahn trat 1815 diese Familie in die Geschichte Klein Vielens ein. Er hatte das Gut Klein Vielen gekauft, und sein Sohn Eduard sollte später zum Bauherren der „Jahn-Kapelle“ werden. Der Referent schilderte anschaulich die Herkunft der Jahns, deren Vorfahren, darunter viele Richter, Rechtsanwälte und Pfarrer, in der Prignitz im Raum der Städte Neustadt, Wusterhausen und Kyritz an der Dosse und Wilsnack lebten. Er konnte ihre Spur bis ins Jahr 1570 zurückverfolgen und dabei herausfinden, dass der Klein Vielener Rudolph Jahn der Onkel 2. Grades des bekannten „Turnvaters“ Jahn war.

Eine umfangreiche Ausstellung des „Reallabors Landschaft“ stellte zudem am Beispiel von Klein Vielen, Hartwigsdorf, Prillwitz und Hohenzieritz verschiedene Epochen der Siedlungsgeschichte dar.

Den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, zu dem der Förderverein Jahn-Kapelle Klein Vielen e. V. an die Kapelle eingeladen hatte und der vom Klein Vielen e. V. und der Hochschule Neubrandenburg mit der Ausstellung zur Siedlungsgeschichte begleitet wurde, nutzten viele, viele Besucherinnen und Besucher, um die Sanierungsfortschritte zu begutachten und etwas mehr über die Landschaft, in der die Kapelle steht, kennen zu lernen. Vereinsmitglied Jörg Botta betreute zudem einen Verpflegungsstützpunkt für die Radler der diesjährigen Velo-Tour.

Die Ausstellung, die an beiden Veranstaltungstagen auf reges Interesse stieß, wurde von Studierenden des Studiengangs Naturschutz und Landnutzungsplanung an der Hochschule Neubrandenburg erarbeitet. Dabei wurden sie von Prof. Behrens und Dr. Jens Hoffmann betreut.
Beide leiten auch das Forschungsprojekt „Reallabor Landschaft“, das sich mit der Landschaftsgeschichte zwischen Lieps und Havelquelle beschäftigt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Der Klein Vielen e.V. ist in diesem Projekt ein Kooperationspartner.

Die Ausstellung zur Siedlungsgeschichte ist in digitaler Form hier zu sehen.
Das „Reallabor Landschaft“ an der Hochschule Neubrandenburg stellt sich hier vor.