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Carolinum, Gesundheit, Mecklenburg-Strelitz, Medien, Neustrelitz, Schulen

Mit einem Aufsehen erregenden Vorschag in Sachen Corona-Virus ist der Schulleiter des Neustrelitzer Gymnasiums Carolinum, Henry Tesch, an die Öffentlichkeit gegangen. Im Fall drohender Schulschließungen regt er an, dass alle Schüler der oberen Klassen in die Schule ziehen. „Wir schließen uns für zwei, drei Wochen ein und machen Unterricht in freiwilliger Quarantäne. Dann sind die Jugendlichen sogar noch besser aufs Abitur vorbereitet als normalerweise“, so Tesch in einem Strelitzius zugeleiteten Interview mit Jan-Martin Wiarda, angesagter Bildungsblogger aus Brandenburg.

„Bis 24. Februar hatten wir Ferien, unsere Schüler waren in aller Herren Länder: in Ägypten, Italien, Österreich. Wir könnten also bereits das Virus in der Schule haben. Wenn Experten fordern, wir sollten den Unterrichtsbetrieb wie bisher offenhalten, damit die Eltern arbeiten gehen können, bedeutet dass, dass ihre Kinder tagsüber hier viele Stunden auf engstem Raum zusammenhocken, das Virus weitergeben und abends ihre Eltern anstecken könnten. Umgekehrt ist eine Schulschließung im ländlichen Raum viel folgenschwerer als in der Stadt. Hier gibt es kaum Breitband, mit dem wir den Unterricht online abhalten könnten. Daher mein Vorschlag“, so der Schulleiter.
Das Abitur müsse gesichert werden, wenn Schulschließungen angeordnet werden sollten, und es gebe genug Lehrer am Carolinum, die bereit wären mitzumachen. „Normalerweise haben wir gut 1000 Schüler. Wenn die Hälfte von ihnen dabei wäre, hätten wir genug Schlafplätze“, so Tesch. Die Sanitäranlagen seien da, und der Nachschub mit Verpflegung wäre auch gesichert.
Das komplette Interview ist zu lesen unter
https://www.jmwiarda.de/2020/03/11/bildungsquarant%C3%A4ne-statt-unterrichtsausfall/
Der Herr Tesch ist doch immer für eine Überraschung gut.👍
Ist das als Scherz gemeint?
Wenn nicht, habe ich ein, vielleicht zwei Fragen:
1. Welche Lehrer machen da bitte mit? Vor allem die, die Familie haben?
2. Was ist mit Schülern, die da keine Lust drauf haben, drei Wochen teils fernab der Familie leben? Geraten die dann in Rückstand? So kurz vor dem Abitur?
3. Dort zu übernachten heißt: Wäsche waschen, duschen, rasieren … das bezahlt und organisiert alles die Schule?
4. Reinigungskräfte werden auch in der Schule leben? Oder werden die einmal komplett desinfiziert und unter die Dusche gestellt, bevor sie mit der Arbeit anfangen können?
5. Ganz sicher, dass das Carolinum die Internet-Power besitzt, um 500 Schüler ausreichend und zufriedenstellend mit Internet zu versorgen? Nur mal so, wenn ein YouTube-Clip von fünf Minuten schon vor 30 Schülern scheitert, was ist dann mit zweihundert Schülern, die mit ihren Eltern in Kontakt bleiben wollen?
6. Haben Sie auch Ärzte da? Nicht nur Corona breitet sich schnell auf engstem Raum aus, gibt auch noch Grippe, Noro-Virus … oder werden die kranken Schüler nach Hause geschickt? Wenn ja, siehe Punkt 2.
Ansonsten: tolle Idee! Ergibt für eine Grippe zwar nicht so viel Sinn, aber im Falle einer Zombieapokalypse wäre das Carolinum top vorbereitet! Hoffen wir nur, dass sich dann nicht schon ein Zombie längst innerhalb des Carolinums befindet.