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Im Internet veröffentlichte pornografische Fotos aus Duschen während des Fusion Festivals 2019 in Lärz haben den veranstaltenden Kulturkosmos e.V dazu veranlasst, Strafanzeigen zu erstatten. „Die Kamera war offenbar so platziert, dass die Körper der gefilmten Menschen vom Schulterbereich abwärts erkennbar waren, und es gab mehrere Nahaufnahmen von weiblichen und männlichen Körperteilen. Gesichter oder Köpfe waren vordergründig nicht zu erkennen. Die Aufnahmen wurden
tagsüber und vermutlich aus einer abgestellten Tasche o.ä.
heraus aufgenommen. Auf Intervention unserer Anwaltskanzlei wurden die Videos am 27. Januar innerhalb von wenigen Minuten gelöscht“, so der Verein am heutigen Sonntag.

Das betreffe auch ein wenige Tage später aufgetauchtes Video. „Wir sind erschüttert und fassungslos darüber, dass diese Form von
sexualisierter Gewalt an Orten stattfindet, in denen wir Antisexismus und
Gewaltfreiheit als Grundkonsens verstehen“, so der Interkosmos e.V..

„Wir möchten allen unmittelbar betroffenen Menschen unsere
uneingeschränkte Solidarität ausdrücken und ihnen, sowie auch allen
Personen, die sich direkt oder indirekt betroffen fühlen, die Möglichkeit
geben, ihre Fragen, Sorgen oder Bedürfnisse an uns zu kommunizieren. Ihr
könnt euch unter feedback(at)kulturkosmos.de melden. Bei Bedarf gibt es
die Möglichkeit in Berlin ein Vernetzungs-/Unterstützungstreffen für
Betroffene zu organisieren, mit anwaltlichem Beistand und der
Fusion-Awareness-Crew, um euch in eurem weiteren Vorgehen zu stärken.“

Der Verein will versuchen, den Täter, der sein Nutzerprofil gelöscht hat, zu identifizieren, und bittet, Betroffene ebenfalls Strafanzeige zu ersatten, so sie sich erkannt haben. „Wir als Kulturkosmos e.V. werden uns in den Vorbereitungen des Fusion Festivals 2020 intensiv mit diesen – für uns neuartigen – sexualisierten Übergriffen auseinandersetzen und in Zusammenarbeit mit den einzelnen Gruppen, insbesondere aus dem Sanitär- und Hygienebereich, mögliche Vorsichtsmaßnahmen diskutieren.

Schockiert äußern sich die Veranstalter über die hohen Zugriffszahlen auf die Spanner-Videos. „Wer derartige Videos konsumiert, ermutigt die Täter und trägt eine klare Mitschuld. Gleiches gelte für die Betreiber der einschlägigen Video-Plattformen wie „xhamster“. „Sie animieren mit eigens dafür vorgesehenen Kategorien die Straftäter zu weiteren Straftaten und verdienen mit der Verbreitung der Videos Geld. Dieser massive Missbrauch gehört gesellschaftlich geächtet und sollte vom Gesetzgeber stärker und vor allem lückenlos unter Strafe gestellt werden.“