
Kochst du gar nicht mehr? Den Spruch habe ich mir in den letzten Wochen wiederholt eingefangen, zuletzt beim traditionellen Weihnachtsbaumverbrennen mit den lieben Nachbarn. In der Tat bin ich über den Jahreswechsel vor lauter Einladungen und Restaurantbesuchen kaum noch dazu gekommen, mich an den eigenen Herd zu stellen. Ich stand schon kurz davor, den Untertitel meines Blogs von …gekocht in …gegessen zu ändern.
Im Gegenzug ist meine Rezeptsammlung geschenkebedingt weiter angewachsen, und heute – kein TSG-Fußball und kein PSV-Volleyball – durfte es nun endlich wieder sein. Kurz vor dem befürchteten Winterschluss, die ersten Blumen stehen bereits im Vorgarten, habe ich Wirsing und Petersilienwurzel aufgerufen und ihnen Buletten zugesellt. Klingt nach schnell gemacht, am Ende waren es aber doch gut anderthalb Stunden, bis es „zu Tisch“ hieß.

750 Gramm Petersilienwurzeln putzen und in grobe Stücke schneiden. In einem Topf mit Wasser bedecken, einen Spritzer Zitrone dazu, Salz auch, und 20 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen.
Unterdessen ein Pfund Rinderhack mit einer feingehackten Zwiebel, einem Ei, Petersilienblättchen, etwas Milch und einem Esslöffel Semmelmehl mischen. Salz, Pfeffer, ein Esslöffel Senf und vier fein gehackte Knoblauchzehen kommen hinzu. Alles zu einem Teig verkneten und daraus Hackbällchen kneten.

Einen größeren Schluck Wein oder Bier trinken, gehört nicht zum Rezept, und weiter geht es! 500 Gramm Wirsing in feine Streifen schneiden, den Rest heben wir uns für das kommende Wochenende auf, wo es noch einen deftigen Gemüseeintopf gibt. In einem Topf in einem Teelöffel Butter eine weitere fein gehackte Zwiebel und 75 Gramm Schinkenwürfel andünsten, den Kohl dazu geben und mit 150 Millilitern Wasser auffüllen. Knapp zehn Minuten bei mäßiger Hitze gedeckelt köcheln lassen, danach 150 Milliter Sahne zugießen, mit Senf, Salz und Pfeffer würzen.
An den Buletten ist weiter zu schrauben

Die Hackbällchen in zwei Esslöffeln Olivenöl und einem Esslöffel Butter schön dunkel braten. Die Petersilienwurzel bis auf einen kleinen Rest des Wassers abgießen, stampfen und mit etwas Butter, Pfeffer, Salz und Zitrone verfeinern. Alles zusammen anrichten und mit Worcestersauce für die mit Pfannenfett übergossenen Buletten auf den Tisch bringen.
Es war sehr lecker, wobei ich an den Rinderrundlingen weiter schrauben werde. Die Bandbreite ist riesig, jeder hat da so seine Erfahrungen. Mir schmeckt jedenfalls so schnell kein Hack außer Haus. Für Wurzelstampf und Sahnekohl gebe ich mir eine Zwei plus, die Bratlinge haben heute nur mit einer Drei abgeschnitten. Gutes Gelingen und natürlich guten Appetit.

Bei diesem neuen Bild auf
deiner Seite oben habe ich auch schon angelegt (mit Ruderboot) und jede Menge guten Fisch genossen.
Und ich erst…
Kein „Hack außer Haus“ essen aber die abgepackte Industrieware aus dem Supermarkt oder – ggf. schlimmer – aus dem Discounter. Ist auch selten inkonsequent. Die sind in ihren Packungen so begast, dass sie bei bestem Aussehen vergammeln. Oder interpretierte ich da die gepamperte Plastepackung hinter dem Kohl falsch? Manchmal ist es doch eine Qual, zu viel über Lebensmittel zu wissen. Ich esse quasi fast nichts mehr aus Hackfleisch, egal, ob selber gemacht oder irgendwo erworben. Ausnahme: Hackepeter, da sind die Vorschriften noch strenger als bei Hackfleisch. Wobei Boulette, Hackbraten & Co. sowieso nie zu meinen Leibgerichten gehörte.
Was aber nicht ausschließt, dass der Rest wunderbar aussieht. Ich überlege schon die halbe Woche, was ich aus meinem Spitzkohl mache … Ich fürchte, es werden sich Parallelen ergeben. 😉 Nur mit anderen Beilagen. Aber immerhin.
Dein angebliches Wissen über Lebensmittel kommt mir ein bisschen nachgekaut vor. Vor die Alternative gestellt, hiesige Kaufhallen in Anspruch zu nehmen oder zu verhungern, wähle ich weiter den Supermarkt. Negative Erfahrungen habe ich jedenfalls noch nicht gemacht.
Natürlich habe ich nicht alles selber erlebt oder erforscht. Aber man schnappt halt schon die eine oder andere Information auf, die durchaus glaubwürdig ist. Ich bin ja auch im wesentlichen auf die Angebote der hiesigen Supermärkte und Discounter angewiesen. Die haben aber ein hinreichend umfangreiches Angebot, dass man durchaus ein paar Produkte ignorieren kann. Die 1-m-Jagdwurst, die ohne Kühlung auskommt beispielsweise. Oder Fleischprodukte der Haltungsform 1 und 2. Naja, und noch so einige anderen Sachen. In Anlehung an Rezos Spruch: Nicht alles, was es zu kaufen gibt, ist sinnvoll. 😉