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Bisher wird der Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen entsorgt.

Die Stadt Neustrelitz will der Klärschlamm-Kooperation Mecklenburg-Vorpommern GmbH (KKMV) als Gesellschafter beitreten. Ein entsprechender Beschlussentwurf der Verwaltung liegt den Stadtvertretern zu ihrer nächsten Sitzung am 25. Oktober vor. Die KKMV wurde von 15 abwasserbeseitigungspflichtigen Körperschaften gegründet. Die Neubrandenburger Wasserbetriebe GmbH und die Stadt Neustrelitz sollen nachträglich aufgenommen werden.

Die KKMV wurde mit dem Ziel gegründet, den Klärschlamm der Gesellschafter in einer eigenen Mono-Verbrennungsanlage zu verwerten. Die Anlage soll 2021/2022 den Betrieb in Rostock aufnehmen. Mit dem Klärschlamm der Gesellschafter, darunter auch der Wasserzweckverband Strelitz (Strelitzius berichtete), können ca. 90 Prozent der Kapazität der Verbrennungsanlage abgedeckt werden.

Klärschlamm ist ein unvermeidliches Abfallprodukt der Abwasserreinigung in den Kläranlagen. Bisher wird der Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen entsorgt, was aber zunehmend gesetzlich beschränkt wird. Für die Ausbringung von Klärschlamm werden immer schärfere Grenzwerte und kürzere Ausbringzeiten festgelegt. Nach dem Ablauf von gesetzlichen Übergangsfristen ist die landwirtschaftliche Ausbringung kaum noch möglich. Als Alternative bleibt nur die Verbrennung von Klärschlamm.

Aber auch diese Verbrennungskapazitäten sind in Deutschland nur begrenzt vorhanden. In den letzten öffentlichen Ausschreibungen der Stadt Neustrelitz zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung gab es nur noch ein Anbieter. Eine Verlängerung des bestehenden Vertrages über den Zeitraum 31. Dezember 2018 hinaus wurde vom Auftragnehmer abgelehnt, berichtet die Verwaltung. Aus diesem Grund wurde eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt, es gab kein gültiges Angebot. In einer nachfolgenden beschränkten Ausschreibung wurde ein Angebot für die Verwertung abgegeben, aber nur bis 2020.

Wie der Beschlussvorlage zu entnehmen ist, bietet die KKMV folgende Vorteile: langfristige Entsorgungssicherheit,  Phosphor-Recycling-Option, jeder bezahlt den gleichen Preis für Transport und Verbrennung, markunabhängige Entsorgungspreise, klare Berechenbarkeit der Abwassergebühren, keine Gewinnmaximierung, da öffentliche Körperschaften, Minimierung des Zwischenlagers auf der Kläranlage in Rudow, kontinuierliche Abfuhr, Transportoptimierung durch dezentrale Vortrocknung.

Alternativ wurde die Mitverbrennung geprüft, es gibt aber keine Verbrennkapazität im Stadtgebiet Neustrelitz. Auch der Aufbau einer eigenen Verbrennungsanlage wurde laut Verwaltung geprüft. Um diese auszulasten und damit wirtschaftlich zu betreiben, müsste allerdings Klärschlamm von außerhalb in Größenordnungen angefahren werden. Das eigene Aufkommen, etwa 2000 Tonnen pro Jahr, reicht nicht annähernd.