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Horst Conradt (links), Leiter des Festivals, und Ulrich Meßner, Leiter des Nationalparkamtes Müritz, freuen sich über einen gelungenen Abschluss des Festivals.

Es war eine knappe Entscheidung beim diesjährigen 9. Filmfestival Mensch! Natur!, das in der Alten Kachelofenfabrik gemeinsam mit dem Nationalparkamt Müritz veranstaltet wurde. Der Publikumsadler für den besten Langfilm (gestiftet durch die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz) geht 2018 an Martin Keßler für seinen Dokumentarfilm „Countdown am Xingu“. Darüber berichtete Anke Goetsch vom Verein für Kultur, Umwelt und Kommunikation Soziokulturelles Zentrum Alte Kachelofenfabrik

Der preisgekrönte Film erzählt die vorerst letzte Etappe beim Bau des Megastaudamms Bel Monte am Xingu in Brasilien. Um ihn ranken sich Korruptionsskandale, Umweltverschmutzungen, der Staudammwahn multinationaler Konzerne und massive Rechteverletzungen an der indigenen Bevölkerung. Doch der Konflikt geht weiter, am Fluss Tapajos, wo der Stamm der Munduruku gegen weitere Großstaudämme kämpft.

Erstmalig wurde zweimal das Adlerei (gestiftet vom Nationalparkamt) für den besten Kurzfilm vergeben. Das Publikum entschied sich für „ Until the last drop “ der Regisseurin Katja Becker aus Lüneburg. Der Film begleitet die ungewöhnliche Reise eines kenianischen Musikers durch seine Heimat. Er macht darauf aufmerksam, dass der weltweit größte Turkana Wüstensee durch den Bau eines Staudamms in großer Gefahr ist. Das Neustrelitzer Publikum war der Meinung, dass der Film das Verhältnis von Mensch und Natur hervorragend und überzeugend thematisiert.

Das junge und jung gebliebene Publikum war besonders begeistert vom Animationsfilm „Löwe“, in dem den beiden Protagonisten, Löwe und Gazelle, ein friedliches Miteinander gelingt. Das zweite Adlerei geht folgerichtig an die junge Regisseurin Julia Ocker. Die drei Regisseure werden voraussichtlich im Februar 2019 für die Preisverleihung nach Neustrelitz eingeladen.

Das spätsommerliche Wetter verhinderte den großen Besucherandrang zu den Tagesvorstellungen, schätzte Horst Conradt von der Alten Kachelofenfabrik ein. Trotzdem stieß die Filmauswahl, insgesamt wurden 16 Filme gezeigt, auf großes Interesse bei einem aufgeschlossene Publikum und regte zu zahlreichen Diskussionen an.

Ideal war das Herbstwochenende natürlich für die Wanderung in die Zootzenseeniederung mit 50 Teilnehmern. „Hier konnten Nationalparkinteressierte ein gelungenes Beispiel für die Wiedervernässung der Moore vor 15 Jahren erleben. Mit diesem und weiteren Projekten gehört der Müritz-Nationalpark zu den Vorreitern in Sachen Moorschutz in Mecklenburg-Vorpommern und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, betonte Ulrike Schade, Pressesprecherin des Nationalparkamtes.

Bereits am Samstag hatte ein Vortrag des Landschaftökologen Felix Närmann vom Greifswald Moor Centrum über diesen sensiblen Lebensraum spezialisierter Tier- und Pflanzenarten für das theoretische Rüstzeug für die Wanderung gesorgt. Die Ausstellung des Festivals „fragiler Grund“ von Gudrun und Kuno Lomas ist noch bis zum 18. November in der fabrik.galerie zu sehen. Das regionale Buffet rundete das abwechslungsreiche Festivalprogramm ab.