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Im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz ist am Montagvormittag die mit Spannung erwartete Schlossberg-Konferenz eröffnet worden. Stadtpräsident Christoph Poland (CDU) hat die zunächst weit über 100 Teilnehmer des Forums begrüßt, von dem sich die Organisatoren wichtige Impulse für die künftige Gestaltung des Schlossberg-Areals erwarten. Insgesamt liegen mehr als 150 Anmeldungen vor.

Henry Tesch (links) und Helmuth von Maltzahn eröffnen die Tagung.

Poland hatte bereits zum Jahreswechsel seine Mitbürger aufgefordert, gegenüber dem Land „den aufrechten Gang zu üben“ und sich 2018 um den Schlossberg zu kümmern, damit die Stadt nicht kopflos bleibt.

Eröffnet wurde die Konferenz in der Residenzstadt von Helmuth von Maltzahn und Henry Tesch, Vorstandsvorsitzender und Ratsvorsitzender der einladenden Stiftung Mecklenburg. Landrat Heiko Kärger (CDU) hat sich in einem Grußwort an die Konferenzteilnehmer klar positioniert. Er wolle im Ringen um eine denkmalgerechte Lösung auf dem Schlossberg Kontakt mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) aufnehmen.

Der CDU-Fraktionsführer im Landtag Vincent Kokert war wegen seiner Teilnahme an den Koalitionsverhandlungen in Berlin kurzfristig verhindert. In seinem starken Grußwort unterstrich er, dass die historische Baukultur Mecklenburg-Vorpommerns  identitätsstiftend ist. „Sie ist Ausdruck von Heimat und Zusammengehörigkeit. Ich bin dementsprechend sehr gern bereit, auf Landesebene dafür einzustehen, die Zukunft des Schlossareals mit der nötigen finanziellen Unterstützung zu versehen. Die Bedingung hierfür aber ist eine eindeutige, gemeinschaftlich getragene Haltung der Stadtvertretung, des Bürgermeisters und des Landkreises. Ich möchte Sie daher ausdrücklich ermuntern, die heutige Veranstaltung dafür zu nutzen, einer gemeinsamen Vision erste Konturen zu verleihen“, so Kokert.

Der Landtagsabgeordnete der Linken, Torsten Koplin, erhob im Daniel-Sanders-Saal des Kulturquartiers die Forderung, Neustrelitz zur Kulturhauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern zu machen. „Wir sind in einem Prozess, das Schlossberg-Areal voranzubringen“, so der Politiker, der sich ebenfalls gegen die derzeitigen Landespläne aussprach.

Reise mit der Kamera durch die Schlossgewölbe

Zur Einstimmung wurde ein aufsehenerregender Film gezeigt, der den Tagungsteilnehmern erstmalig einen Einblick in die Gewölbe des einstigen Residenzschlosses gewährte. Diese will Schwerin als Eigentümer der Immobilie bekanntlich im Frühjahr verfüllen (Strelitzius berichtete), eine sehr umstrittene Variante, die von den Gegnern als Geschichtstilgung angesehen wird. Strelitzius freut sich, seinen Lesern die spannenden Videoaufnahmen (oben) ebenfalls präsentieren zu können.

Außerdem gibt es im Kulturquartier heute Impulsreferate von Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, und von der Schweriner Architekturhistorikerin Prof. Sabine Bock zu hören. Über erste Ergebnisse der ganztägigen Konferenz berichte ich am Abend an dieser Stelle.

Das Neustrelitzer Schloss wenige Jahre vor seinem Untergang am Ende des 2. Weltkrieges. Foto: Dr. Katrin Bosch