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Die Vorstellung der Umbaupläne am Dienstag im Kulturquartier zieht nun eine Anzeige nach sich.

Der Neustrelitzer Jürgen Haase hat als Privatperson bei der Unteren und der Oberen Denkmalbehörde sowie beim Kultusministerium gegen die Verwaltung der Schlösser und Gärten MV wegen mutmaßlicher Beschädigung eines baulichen Denkmals – der Louisen-Gedenkstätte Hohenzieritz – Anzeige erstattet. Das Schloss Hohenzieritz sei Bestandteil der Denkmalliste des Landes MV und stehe somit in der Gesamtheit des Baukörpers und der Innenraumgestaltung unter dem gesetzlichen Schutz.

Nach Wiedereröffnung der Gedenkstätte um das Jahr 2000 durch den damaligen Schlossverein Hohenzieritz und dessen Bemühungen zur originalgetreuen denkmalgerechten Wiederherstellung der gesamten Raumflucht habe die seinerzeit verantwortliche Finanzministerin Kehler die originalgetreue Restaurierung der Räume vertrauensvoll in die Hände des Vereins gelegt. „Es ist davon auszugehen dass dieses verantwortungsbewusste Handeln auf der Grundlage des Denkmalgesetzes MV und der Charta von Venedig in Übereinstimmung mit den Denkmalbehörden erfolgte. So weit bekannt, erfolgten die Arbeiten mit (bezogen auf das kleine Objekt) relativ großem Aufwand fachgerecht und durch die Hand bzw. unter Betreuung eines Restaurators. Das Ergebnis dieser Arbeiten steht zweifelsfrei unter Denkmalschutz“, so Haase, der auch Vorsitzender des Residenzschlossvereins Neustrelitz ist, in seiner Begründung.

Keine denkmalpflegerische Zielsetzung vorhanden

Wie nun öffentlich bekannt wurde, plane die Schlösserverwaltung mit der Zerstörung der Wandgestaltung der beiden Vorräume des Sterbezimmers erneut einen Akt, „der an die Bilderstürmerei und Kulturbarbarei in der frühen DDR, aber auch anderer geschichtlicher Epochen erinnert“. Bezeichnend sei die öffentliche Aussage der Behördenvertreter vom Dienstag dieser Woche anlässlich der Vorstellung der Neugestaltungs-Absichten für die Gedenkstätte Hohenzieritz im Kulturquartier Neustrelitz, es gebe für die geplanten Arbeiten keine denkmalpflegerische Zielsetzung (Strelitzius berichtete).

„Ich fordere Sie hiermit auf, diese Aktivitäten unverzüglich zu stoppen und dafür zu sorgen dass die Neugestaltung und Wiedereröffnung der Luise-Gedenkstätte baulich ohne die geringste Zerstörung der denkmalgeschützten Räume erfolgt“, schließt Jürgen Haase. „Mit einer Verwirklichung der geplanten Zerstörung eines Teils der historischen Wandgestaltung wäre auch die Vernichtung der für die Wiederherstellung aufgewendeten Steuergelder sowie Spenden und Vereinsbeiträgen von Bürgern und Institutionen verbunden, ebenso die Zerstörung des Vertrauens in den Staat als Hüter von Recht und Gesetz.“