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Hat mein Satelliten-Receiver Gefühle? Vor ein paar Tagen hätte ich mir auf die Frage noch einen Vogel gezeigt. Inzwischen haben mich Zweifel beschlichen. Die diesmal nicht von der Holden in mein schlichtes Gemüt gesät wurden, wie Stammleser meiner Glossen vermuten dürften, sondern von meinem Goldkind. Die Hamburgerin hält uns bei ihren Besuchen in der alten Heimat nicht nur auf dem Laufenden, was so abgeht aufm Kietz. Sie  frischt auch immer wieder die Erkenntnis auf, dass wir hier fern der Großstädte auf dem platten Land leben.

Als sich unsere Hanseatin dieser Tage mit dem Bemerken auf ihre Lagerstatt zurückzog, sie wolle sich noch einen Film anschauen, habe ich erst gar nicht reagiert. Stunden später wurde mir klar, dass unsere Tochter in so ziemlich der einzigen Ecke unseres Hauses nächtigt, wo es keinen Fernseher gibt. „Ich habe doch Sky go auf dem Laptop“, wurde ich Landei belehrt, und durfte wenigstens die Internetverbindung beisteuern.

Im Schlafzimmer in den Ausstand getreten

Von der Idee inspiriert, mal wieder im Bett fernzusehen, schaltete ich Ewiggestriger den Receiver im ehelichen Gemach ein, und siehe da, er funktionierte nicht mehr. Vielleicht ist er ja beleidigt in den Ausstand getreten. Man weiß es nicht. Schließlich hat er einen gewichtigen Anteil daran, dass es in unserem Haus auf externen wie internen Festplatten sowie DVDs um die 100 geparkte Spielfilme gibt, die es der Vertreterin der Generation Sky alle nicht wert waren. Vom laufenden TV-Programm ganz zu schweigen. Da kann ich ja noch froh sein, dass es nicht zum Generalstreik aller drei Fernseher einschließlich der Zusatzgeräte gekommen ist.

Bei aller Trauer um die bevorstehende Abreise unseres Nachwuchses zurück an die Elbe bin ich ein bisschen erleichtert. Nicht auszuschließen, dass wir knapp am nächsten Ausfall vorbeigeschlittert sind. Denn Töchting fährt auch sein eigenes Konzept von Coffee to go. Sie kocht sich ihren Muntermacher nur mittels mitgebrachtem Handfilter. Was wiederum unseren Vollautomaten in Rage bringen könnte. Der führt ein Eigenleben, wie an dieser Stelle schon beklagt, in dem wir ohnehin schon menschliche Züge festgestellt haben.