Beprobung eines Großgeschiebes bei Kühlungsborn für eine Oberflächenexpositions-Datierung mit Dr. Vincent Rinterknecht (CEREGE, Aix-Marseille University). Foto: Andreas Börner
Im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Eugen Geinitz – Erforschung der Eiszeitlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ lädt das Müritzeum in Waren zu einem letzten Vortrag ein, der eine Rückschau und einen Ausblick auf die Thematik der Eiszeitforschung in M-V gibt.
Etwas trockener könnte der Titel des Vortrages auch lauten: Aktuelle Eiszeitforschungen und Fortschritte in der Geochronologie aus Mecklenburg-Vorpommern 100 Jahre nach Eugen Geinitz. Die zentrale Frage dabei ist: Gab es einen aktiven „Mecklenburg Vorstoß“ am Ende der letzten Eiszeit? In seinem Vortrag am Mittwoch, 29. Oktober, um 18.30 Uhr geht Andreas Börner vom Geologischen Dienst des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf einige Elemente der norddeutschen Eiszeitlandschaften und deren Erforschung ein und beendet damit die Vortragsreihe innerhalb des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Eugen Geinitz – Erforschung der Eiszeitlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ im Müritzeum.
Die Grüneberg-Orgel in der Neustrelitzer Stadtkirche. Foto: Wilfried Baganz
Orgelpfeifen werden seit Jahrhunderten aus Holz, Zinn und Blei gefertigt. Diese haben jedoch gesundheitliche und technologische Nachteile. Das Unternehmen Historische Tasteninstrumente Schmidt aus Kritzmow sowie die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik an der Universität Rostock und die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt SLV Mecklenburg-Vorpommern GmbH wollen jetzt gemeinsam eine Alternative entwickeln. „Mit dem Vorhaben soll ein innovativer Ansatz zur Fertigung von Orgelpfeifen verfolgt werden. Das traditionelle Handwerksunternehmen und die Forschungseinrichtungen haben sich zusammengeschlossen, um die Potentiale von Aluminium-Legierungen beim Bau von Orgelpfeifen zu prüfen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Jochen Schulte bei der Übergabe eines Fördermittelbescheides vor Ort.
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung neuartiger metallischer Orgelpfeifen auf der Basis von geeigneten Aluminium-Legierungen und die Erarbeitung eines neuartigen handwerklich anwendbaren Fertigungsverfahrens dafür. Die Materialien weisen gegenüber den herkömmlichen Legierungen aus Zinn und Blei zahlreiche Vorteile wie Unbedenklichkeit als Gift, vollkommene Kriechbeständigkeit – damit keine Verformung – und eine bessere Korrosionsbeständigkeit auf.
Die Gesamtinvestition beträgt rund 978.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 758.000 Euro für alle drei Partner.
Fünf Jahre lang konnten Forscherinnen und Forscher der Hochschule Neubrandenburg die Gegend zwischen Lieps und Havelquelle, zwischen Nonnenbach im Osten und Havel im Westen, untersuchen. Ihr Forschungsprojekt unter dem Dach der Hochschule Neubrandenburg hatte den Titel „Reallabor Landschaft“. Es ging dem Team darin darum, den Landschafts- und Landnutzungswandel in der Zeit zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und heute nachzuvollziehen und sichtbar zu machen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt endete am 31. Dezember 2022. Rechtzeitig zum Ende des Forschungsprojektes und druckfrisch erschien nun das Buch „Zwischen Lieps und Havelquelle – Zeugnisse des Landschaftswandels„.
Im Begleittext zu diesem Band heißt es: „Es sind häufig die vermeintlich unscheinbaren Zeugnisse der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung wie Wüstungen, Reste von Mühlen oder Teersiedereien, Eiskeller, Sand- und Kopfsteinpflasterwege, Gedenk- und Grenzsteine, Mergelgruben, Lesesteinwälle oder Kopfbäume, die Landschaften ihr Gesicht geben. Jeden Tag verschwinden solche Zeugnisse einstigen Wirtschaftens und Lebens durch Verkehrswegebau, Siedlungserweiterungen, in Folge von Flurbereinigungen oder einfach aufgrund fortschreitenden Verfalls.“
Studierende der Diätetik an der Hochschule Neubrandenburg haben unter Leitung von Prof.in Dr.in Luzia Valentini (rechts) den Einkauf und die Lebensmittelzubereitung von Menschen mit Sehbehinderung untersucht.
In Deutschland leben schätzungsweise 1,2 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen. Alle stehen vor ähnlichen Herausforderungen im Alltag – beispielsweise im Supermarkt: Ob kleine Preisschilder, Aktionsartikel im Laufweg oder häufig neu sortierte Ware, für Menschen mit Sehbehinderung ist der Einkauf allein nur schwer zu bewältigen. Sie benötigen Unterstützung, um die gewünschten Produkte zu finden, Preise zu lesen, offene Waren zu Verpacken oder das Mindesthaltbarkeitsdatum zu erkennen. Eine Studie der Hochschule Neubrandenburg hat sich nun erstmals in Deutschland dem Einkaufs-, Koch- und Ernährungsverhalten sehbehinderter Menschen wissenschaftlich genähert.
Im Ergebnis konnten Empfehlungen für den Einzelhandel formuliert werden, die es Sehbehinderten leichter machen, ihren Alltag selbst zu stemmen. „Zudem dient die Studie als Aufruf an uns Diätassistenten, Menschen mit Sehbehinderung zu berücksichtigen und unsere Beratungskonzepte auf sie anzupassen, um die Ernährungsqualität zu verbessern“, betont Prof. Dr. Luzia Valentini (Professur für Klinische Diätetik und Ernährung, Direktorin des In-Instituts für evidenzbasierte Diätetik NIED).
Die Idee für die Studie entwickelten Diätetik-Studierende im Modul „Wissenschaftliches Arbeiten“. „Der Blinden- und Sehbehindertenverein Neubrandenburg hatte eine Vortragsanfrage an den Studiengang Diätetik gestellt und war interessiert an weiteren gemeinsamen Projekten “, erzählt Prof. Valentini. So griff sie das Thema gemeinsam mit ihren Studierenden auf. Die Nachwuchswissenschaftler*innen entwarfen die Befragung, führten sie durch und werteten sie aus.
Die Ergebnisse zusammengefasst:Drei Viertel der befragten Sehbehinderten benötigen die Unterstützung von Marktangestellten oder anderen Einkaufenden, insbesondere bei der Suche der Ware, dem Lesen der Preise und dem Lebensmitteltransport. Mittlerweile nutzen etwa 40 Prozent der Befragten elektrische Leselupen, 27 Prozent greifen auf spezielle Apps für Smartphones zurück, die Texte vorlesen können. Über 40 Prozent wünschen sich einen verbesserten Personalservice und eine Begleitung in der Einkaufsstätte. Sie äußern zudem den Wunsch nach mehr Barrierefreiheit, wie etwa keine Hindernisse durch Produkte, die mitten im Gang stehen.
Auf der Internetseite des Klein Vielen e.V. ist eine kleine Ausstellung zu besichtigen, die auf eine Reise durch die Siedlungsgeschichte zwischen Lieps und Havelquelle einlädt. Die Ausstellung ist Ergebnis einer studentischen Projektarbeit an der Hochschule Neubrandenburg im Rahmen des Forschungsvorhabens „Reallabor Landschaft“, dessen Kooperationspartner auch der Klein Vielen e.V. ist.
Das Forschungsprojekt im Studiengang Naturschutz und Landnutzungsplanung läuft von 2018 bis 2022. Dabei geht es darum, die Veränderungen in der Landschaft zwischen Lieps und Havelquelle seit dem Dreißigjährigen Krieg sichtbar zu machen. Das geschieht nicht nur durch klassische Forschungsarbeit, in der schriftliche Quellen oder Karten ausgewertet werden, sondern auch durch Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen oder Ausstellungen.
Einen Schwerpunkt legen die Bearbeiter des Projektes dabei auf die Zeit nach 1945. Hier soll erforscht werden, wie sich die Landnutzung und das dörfliche Leben im Untersuchungsraum veränderten, welche Brüche es gab und wie sie vor Ort wahrgenommen wurden. Dabei werden auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen einbezogen, die über ihre Wahrnehmungen der Landschaft und des Landschaftswandels aus eigenem Erleben heraus berichten können.
Die Hochschule fand in den Gemeinden Hohenzieritz, Klein Vielen und Kratzeburg, in örtlichen Vereinen sowie regionalen Archiven und Museen Kooperationspartner. Hier die Ausstellung: