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Blick in das Landesmuseum im Neustrelitzer Schloss

Das Jahr 2021 stellt für das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz ein besonderes dar, nicht nur weil im April sein fünfter Geburtstag bevorsteht. Es ist ein anderes Jubiläum, das gewissermaßen bedeutungsvoller ist, da es in unmittelbarer Verbindung zum heutigen Geist des Hauses steht. Die Rede ist von der Eröffnung des damaligen Landesmuseum im Neustrelitzer Schloss vor 100 Jahren.

Am 17. März 1921 wurde der Öffentlichkeit das Landesmuseum von Mecklenburg-Strelitz präsentiert, wobei Neustrelitzer Museumspläne bereits seit längerer Zeit existierten. Verwirklicht wurden diese jedoch erst von Archivar Dr. Hans Witte, der die Gunst der – zum Teil noch mit fürstlichen Einrichtungsgegenständen versehenen – Räumlichkeiten im Schloss nutzte.

Kurz zuvor zogen bereits die Bibliothek und das Archiv in das Schloss ein, da dessen Innenräume nach Ende der Monarchie 1919 zur Verfügung standen. Witte stellte Exponate aus bestehenden Sammlungen und fürstlichen Hinterlassenschaften zu einer Ausstellung zusammen und gesellte dieser auch die ikonischen Prillwitzer Idole hinzu.

Er betitelte seine Schöpfung als “Heimatmuseum eigenartiger Prägung”, denn “keine einzige museumstechnisch ausgebildete Arbeitskraft” stand zu Verfügung. Umso wichtiger war deshalb die Unterstützung der verwandten Institutionen Bibliothek und Archiv. Der Bibliothekar Walter Karbe sah später eine Art Blütezeit für die drei Bereiche gekommen, da sie – nah beieinander – in einer Hand vereinigt waren.

Die Zusammenarbeit dieser Dreieinigkeit schien Dr. Witte besonders am Herzen zu liegen, da er sich wie folgt äußerte: „Museen, Bibliotheken und Archive bieten […] Grundlagen, auf denen das hehre

Gebäude der Kunst und der Wissenschaft aufgerichtet und immer wieder erneuert werden kann. Diese dreifache Grundfeste […] ist in unserem Ländchen zu einer Einheit zusammengefaßt, der nur noch der Name fehlt.“

Zusätzlich zu dem 100-jährigen Jubiläum des Landesmuseums ist es insbesondere der Gedanke der Dreieinigkeit, den es zu feiern gilt, denn dieser lebt in Neustrelitz weiter und hat seit 2016 im Kulturquartier seinen Namen gefunden. Auch wenn sich das Verständnis einer modernen Bibliothek gewandelt hat und sich museale Kommunikationstechniken stetig weiterentwickeln, bleibt die Einheit der “dreifachen Grundfeste” als universeller Leitgedanke bestehen.