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Was bedeutet eigentlich „al dente“? Wenn ich das Wörterbuch bemühe, dann ist die Nudel im ersten Anlauf „nicht ganz weich gekocht“. In der Definition steckt natürlich jede Menge Spielraum. Ich habe heute mal wieder das Stammrezept in meiner Küche zubereitet, Spaghetti con aglio, olio e peperoncino (Strelitzius berichtete). Premiere hatten Nudeln aus der toskanischen Fattoria la vialla, von der an dieser Stelle auch schon die Rede war. Die Packung zu öffnen war bereits ein Fest, denn die steingemahlene Hartweizen-Pasta kam so mehlbestäubt zum Vorschein, als hätte sie eben die strelitziuseigene Nudelmaschine passiert.

Zurück zum Problem: Jedenfalls waren zehn bis zwölf Minuten Garzeit angegeben, nach denen sich die Nudeln noch nicht einmal biegen und damit im Topf unterbringen ließen. Brechen auf Topfgröße kann ja die Rohware jeder, aber das sind dann nicht wirklich Spaghetti, sondern nur halbierte. Jedenfalls landeten wir am Ende bei 20 Minuten, und die Pasta bedurfte immer noch der Kauwerkzeuge. Al dente in zweiter Übersetzung: Sie waren „für den Zahn spürbar“. Volltreffer?

Ungewohnt zumindest für den, der in der Regel auf heimische Produkte etwa aus Riesa zurückgreift, sich an die Packungshinweise hält und am Ende statt der Kau- die Weichnudel auf dem Teller hat. Die Probe aufs Exempel lässt sich wohl nur im unverdorbenen Italien machen, außerhalb der Touristenströme. Dort habe ich bisher, der Durchreise geschuldet, lediglich getrunken. Und auch noch Bier, keinen Wein, Asche auf mein Haupt! Ich setze den Pastatest im Mutterland der Nudel mal auf die Nach-Corona-Liste. Die allerdings wird mit fortdauernder Pandemie auch immer länger…