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Meine Leserin Susanne Gebühr aus Neustrelitz hat zu Silvester etwas vermisst, was sie gar nicht vermissen konnte, weil es schlichtweg nicht üblich ist. Was wiederum sie nicht wusste, glaubte sie doch, es zu früheren Jahreswechseln vor lauter Feuerwerk nur überhört zu haben. Hat sie nicht, es war nie da, das Läuten der Glocken der Neustrelitzer Stadtkirche um Mitternacht.

Es sei trotz oder vielleicht wegen der Einschränkungen ein sehr angenehm ruhiges Silvester gewesen, schreibt mir meine Blogfreundin. „Als wir erfuhren, dass die Knallerei weitestgehend verboten sein würde, hofften wir, endlich einmal um Mitternacht das Glockenläuten unserer Stadtkirche zu hören. Wir dachten, es sei bisher immer im Geballere untergegangen. Aber leider war nun auch bei diesem Jahreswechsel um Mitternacht nichts zu hören. Warum eigentlich nicht? Ich hätte es irgendwie als Hoffnungsschimmer empfunden, mit oder auch ganz ohne religiösen Hintergrund.“

Ich habe bei Pastor Christoph Feldkamp angefragt, der ebenfalls zu meinen Lesern gehört. Es sei nicht Brauch, so der Geistliche, dass zu Mitternacht an Silvester die Glocken der Stadtkirche geläutet werden. In manchen Kirchen werde dies regelmäßig oder sporadisch praktiziert, wenn sich Ehrenamtliche finden, die das dann bewerkstelligen. Programmieren ließen sich die Läuteanlagen in der Regel nicht.

„Bestandteil von Läuteordnungen, die vom Kirchengemeinderat beschlossen und in jeder Kirchengemeinde vorhanden sind, ist das Silvesterläuten nicht, da es sich nicht um ein kirchliches Fest handelt. Es erfolgt also nicht obligatorisch, hängt somit wirklich an Traditionen und an verfügbarem Personal“, betonte der Gottesmann, der selbst zu Silvester nicht in Neustrelitz war. Christoph Feldkamp bietet Susanne Gebühr an, sich direkt an ihn zu wenden und eine Beratung zum Thema im Kirchengemeinderat anzuregen.