Schlagwörter

, , , , , , ,

Der Kulturverein Feldberger Land wartet mit einer ganz besonderen Ausstellung auf. „Schattenfrau? – Schon längst nicht mehr“ ist sie betitelt und bietet bildnerische und essayistische Betrachtungen von Annelie Kaduk. Dazu gibt es bei der Vernissage am 11. September um 19 Uhr im Haus des Gastes musikalische Interpretationen von Bärbel Röhl und Hartmut Valenske.

Schon in dem Vortrag über den Schriftsteller Uwe Johnson hat sich die in Neugarten wohnhafte ehemalige Lektorin und Malerin Annelie Kaduk mit den Partnerinnen und Mitarbeiterinnen berühmter Männer befasst, die oft genug in deren Schatten einen nicht unerheblichen Anteil am künstlerischen Werk hatten.

Inspiriert durch die langjährige Beschäftigung mit dem Thema entstanden Frauenbildnisse in unterschiedlichen Facetten ihrer Existenz: Frauen in den Zeiten, geheimnisvoll, schön und manchmal synthetisch wie aus der Retorte, emanzipiert im Kostümdress oder in Aufruhr begriffen, Frauen als Muse oder Muhme oder als eine, die aus dem Dunkel ins Licht und aus dem Rahmen tritt.

Im Zentrum dieses malerischen Reigens befinden sich die Porträts dreier Autorinnen: Valerie Radtke, Charlotte Worgitzky und Maxie Wander. Ihre Porträts hat Annelie Kaduk ergänzt und komplettiert mit auf Leinwand gedruckten Handschriften und Manuskriptseiten und durch Sujets aus dem Arbeitsumfeld der Autorinnen.

Aus dieser mit der Malphase einhergehenden Besinnung an eine Zeit, als sie mit den drei Schriftstellerinnen eng zusammengearbeitet hatte, entstanden essayistische biografische Texte über die drei Autorinnen, die sich darüber hinaus mit den Besonderheiten weiblichen Schreibens befassten.

„Wie Frauen es schaffen, neben ihrer beruflichen Tätigkeit und ihren familiären Verpflichtungen im Haushalt und mit den Kindern, bei all der Investition an Energie und Liebe trotz allem noch die Chuzpe, die Zeit und den Impuls haben zu schreiben, das hat mich schon immer interessiert“, sagt Annelie Kaduk „ und noch mehr, wie sie sich in der männlich dominierten Verlags- und Buchwelt, die Texte von Autorinnen oft genug als sogenannte „Frauenliteratur“ abtaten, wie sie sich behaupten konnten und längst nicht mehr als unbedeutend gelten.“

In dem Vortrag von Annelie Kaduk geht es nicht allein um das Entstehen und Werden eines Buches, sondern hauptsächlich um die Begleiterscheinungen eines ungewöhnlich schöpferischen Prozesses: um die inneren Befindlichkeiten, um Skrupel und Selbstzweifel beim Schreiben, um die Einsamkeit und die Langmut, die ein Text braucht. Es geht um die Sucht zu schreiben und die Magie der Worte und wie ein Leben sich untrennbar mit dem Schreiben verknüpft. Und es geht darum, dass alles seinen Preis hat.

Besondere Akzente setzen die lebenszugewandten sinnlichen Chansons der französischen Sängerin Barbara, interpretiert durch die in Feldberg ansässige Schauspielerin Bärbel Röhl, mit dem Akkordeon begleitet durch Hartmut Valenske, die auf eine unterhaltsame Art amüsieren und gleichzeitig trösten können.