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Scheckübergabe beim Quo Vadis e.V.: Reinhard Marschner, Silvio Heinze, Standortleiter der KDW Technical Help GmbH in Neubrandenburg und Cornelia Jacob-Mierke, Personalabteilung KDW (von links). Foto: KDW

Einer, der bei häuslicher Gewalt als gesamtgesellschaftliches Phänomen nicht wegsieht, und das schon seit 30 Jahren, ist der Quo Vadis e.V. Neubrandenburg. 1990 wurde der Verein als Träger des ersten Frauenhauses in den neuen Bundesländern gegründet. Motivation für die Gründung war ein dramatischer Vorfall zur Wendezeit. Petra Marschner-Gratz arbeitete damals in Neubrandenburg für den Demokratischen Frauenbund Deutschlands. Eine Frau, die unter häuslicher Gewalt durch ihren Mann litt, suchte Schutz bei ihr. Marschner-Gratz bot der Frau an, tagsüber in den Räumen der Frauenorganisation zu bleiben, konnte aber abends nichts anderes tun, als sie wieder nach Hause zu schicken. Dies ging einige Wochen gut. Dann allerdings kam die Frau eines Abends nach Hause und ihr Mann fing wieder an, sie zu schlagen. Daraufhin holte der Sohn des gewalttätigen Vaters eine Axt aus dem Keller und spaltete den Schädel ihres langjährigen Peinigers.

Nachricht aus heiterem Himmel

Die fehlende Möglichkeit, ein solches Drama zu verhindern, lastete schwer auf Petra Marschner-Gratz. So gründete sie zusammen mit ihrem Mann das Neubrandenburger Frauenhaus und leitete es elf Jahre lang. Später übernahm ihr Mann Reinhard Marschner die Geschäftsleitung. Letzterer arbeitet auch heute noch ehrenamtlich im „Unruhestand“ weiter für die gute Sache. Als er neulich „aus heiterem Himmel“ von einem Mitarbeiter der KDW Technical Help GmbH über die geplante Spende in Höhe von 500 Euro informiert wurde, freute er sich sehr.

„Häusliche Gewalt ist ja leider kein Thema mit dem sich Politiker gern im Wahlkampf schmücken. Und in den Medien findet auch keine Diskussion statt, von dem die Einrichtungen, die tatsächlich Hilfe leisten, profitieren würden. Von daher haben wir es immer ein wenig schwerer, wenn es um Spenden und Förderungen geht“, so Marschner. Tatsächlich ist es so, dass die Gehälter für die staatlich finanzierten Stellen im Frauenhaus abhängig von der Betriebszugehörigkeit bis zu 40 Prozent unter dem Tarif liegen. Jahrelang haben Marschner und seine Kollegen aus anderen Frauenhäusern in MV für mehr Förderung und Anerkennung gekämpft, vergeblich. Deshalb ist jede Form von Spende willkommen.

Die Spende der KDW Technical Help GmbH kam durch eine Umfrage unter den etwa 150 Mitarbeitern am Standort Neubrandenburg zustande. Dazu Standortleiter Silvio Heinze: „In den letzten Jahren haben wir öfter schon die Mitarbeiter gefragt, an wen wir etwas spenden sollen. Dabei kam eine Liste mit interessanten Vereinen aus der Region heraus. Ich bin sehr froh, dass bei der Abstimmung dieses Mal ein Verein mit einem schwierigeren Anliegen zum Zug gekommen ist.“

Der Quo Vadis e.V. bietet trotz der knappen Mittel verschiedene Anlaufstellen für Opfer von häuslicher und sexueller Gewalt. Das Frauen und Kinderschutzhaus (Tel: 0160 99269205) ist rund um die Uhr erreichbar. Darüber hinaus gibt es eine Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking (Tel: 0395 5584384) und MAXI, die Beratungsstelle für Betroffene von sexueller Gewalt (Tel: 0395 5706661).

Die Technical Help GmbH ist ein Servicedienstleister mit Spezialisierung für technischen Support per Telefon. Sie gehört zur KDW-Gruppe, die bundesweit über neun Standorte mit insgesamt 1300 Mitarbeitern verfügt. Mit etwa 400 krisensicheren Arbeitsplätzen an den Standorten Neubrandenburg und Neustrelitz gehört sie zu den größten Arbeitgebern der Region. Zurzeit werden Kundenberater für den Bereich Webhosting und Internet/DSL/Mobile gesucht.