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Fotos: Kulturquartier MST

An den Schlossbrand heute vor 75 Jahren (Strelitzius berichtete) erinnert auch das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in der Residenzstadt. Im Haus in der Schlossstraße war geplant, eine Sonderausstellung zu Neustrelitz im 2. Weltkrieg und der Nachkriegszeit zu zeigen – diese ist nun notgedrungen auf November verschoben. „Wir wollen dieses wichtige Jubiläum Ende des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren jedoch nicht unbeachtet lassen und starten daher eine kleine thematische Serie in Sozialen Medien und Presse zum Thema“, so Geschäftsführerin Dorothea Klein-Onnen.

In der Nacht vom 29. zum 30. April 1945 brannte das Neustrelitzer Schloss ab. Die Brandursache ist bis heute nicht restlos geklärt, man geht jedoch von Brandstiftung von deutscher Seite aus. Was nicht zuvor schon ins Parkhaus umgezogen oder nach Schwerin gebracht worden war, fiel den Flammen zum Opfer, darunter Raumausstattungen und zahlreiche Kunstwerke. Die Steine des Schlosses wurden zum Wiederaufbau von Neustrelitz genutzt, die Ruine 1949 gesprengt und abgetragen.

Gebaut wurde das Schloss zwischen 1726 und 1731, nachdem das ursprüngliche herzogliche Schloss im heutigen Alt-Strelitz 1712 niedergebrannt war. Für den Aufbau eines neuen Herrschersitzes wurde das Jagdschloss Glineke gewählt, das inmitten der waldig-sumpfigen Hügellandschaft in der Nähe des Zierker Sees lag. Treibende Kraft des neuen Residenzbaus war nicht der Herzog Adolf Friedrich III. selbst, sondern seine finanzkräftige und gut vernetze Frau Dorothea Sophie. Architekt der barocken Dreiflügelanlage und des sich Richtung See erstreckenden Schlossgartens war Julius Löwe. Nach dem Schloss wurde die Stadt „beauftragt“ und es entstand die einzigartige barocke Stadtanlage, wie wir sie bis heute kennen.

Die umfassendste Erweiterung erfuhr das Schloss in den Jahren 1905-1909 durch den Berliner Baumeister Albert Geyer. Dabei wurde die Anlage um ein großes quadratisches Karree und den Schlossturm ergänzt. Nach 1918 zog der Landtag des neuen Freistaats Mecklenburg-Strelitz in das Schloss ein. Ab 1921 beherbergte das Schloss auch die Landesbibliothek, das Landesmuseum und das Landeshauptarchiv. Mit der Zusammenlegung von Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin im Jahr 1934 verlor Neustrelitz seine Funktion als Landeshauptstadt und viele Bestände wanderten nach Schwerin. 1936 zog die Führerschule für Leibesübungen in das Schloss ein. Ab 1940 wurde es als Lazarett genutzt, bis es kurz nach dem Einmarsch der russischen Truppen in Flammen aufging.