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Mt einem Bild von Wilfried Baganz und zwei neuen digitalen Ansichten des Feudalbaus hat der Neustrelitzer Residenzschlossaktivist Holger Wilfarth an den Schlossbrand vor 75 Jahren erinnert. Jeder habe so seine Geschichte davon, schreibt er mir. Für ihr erscheine die Schilderung von Carl-Friedrich Vahrenkamp am nachvollziehbarsten. Dieser wohnte 1945 in der Parkstraße 1. Die russischen Truppen standen am 29. April mit Panzern quasi vor seiner Haustür und wurden von deutschen Flugzeugen mit Leuchtspurmunition beschossen. Er ist der Auffassung, dass eines oder mehrerer dieser Geschosse den Dachstuhl vom Schloss getroffen haben könnten und es zu einem Schwelbrand kam, der nicht gelöscht wurde. Um die Panzerkolonne wirkungsvoll zu bekämpfen, musste über das Schloss angeflogen werden.

Diese These wird auch durch weitere Erzählungen gestützt, in denen von Flugzeugen und Bomben die Rede ist, die den Brand verursacht haben sollen. „Leider sind nun 75 Jahre seit dem Brand vergangen. Es wurde versäumt, die genauen Umstände zu klären. Vielleicht sollten damit die vielen ‚Sicherstellungen‘ von Schlossinventar überdeckt werden. Trauriger Höhepunkt war die Sprengung des Schlossturms am 7. Dezember 1949 gegen 11.30 Uhr“, so Holger Wilfarth, Mitglied des Residenzschlossvereins Neustrelitz, der in der Stadt sein Büro für Nachhaltigkeit betreibt.

Nun keime neue Hoffnung auf, denn es wurde bekanntlich beschlossen, den Turm originalgetreu am ursprünglichen Standort wieder aufzubauen. Auch gebe es bereits einen Nutzungsvorschlag als „Leuchtturm für Demokratie“. Über diesen Vorschlag sollte jetzt diskutiert werden. „Entweder es ist ein brauchbarer Ansatz, sich mit der Demokratie in all ihren Fassetten zu beschäftigen, oder dieser Vorschlag wird verworfen. Auf jeden Fall können die Rahmenbedingungen und Kriterien festgelegt werden, nach denen die einzelnen Nutzungsvorschläge bewertet werden“, betont Wilfarth. Was spreche dagegen, wenn der originalgetreue Turm am 7. Dezember 2024 wiedereröffnet wird? Sei diese Zeitspanne zu kurz, sollte an diesem Datum wenigstens der Wiederaufbau beginnen.