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Zwei eher unbekannte Mitglieder der großherzoglichen Familie von Mecklenburg-Strelitz stehen am morgigen Freitag, den 25. Oktober, um 19 Uhr, im Mittelpunkt des nächsten Vortrages von Sandra Lembke im Mirower 3 Königinnen Palais. Sie gewährt den Strelitzius-Lesern wieder exklusiv eine kleine Einführung

Herzog Carl (1785-1837) war der Halbbruder der Königinnen Luise von Preußen und Friederike von Hannover sowie des Großherzogs Georg von Mecklenburg-Strelitz. Obwohl ein hochrangiger Militär, der z.B. in den Befreiungskriegen kämpfte, schlug sein Herz stets für das Theater und die Schriftstellerei. Er arrangierte prunkvolle Festspiele für den Berliner Hof, glänzte als Darsteller oder trat als Autor von Gedichten und Schauspieltexten in Erscheinung.

Viele Zeitgenossen sahen ihn kritisch: Für sie war Carl ein eitler Aristokrat, der seine Position bei Hof vordergründig seinen verwandtschaftlichen Beziehungen verdankte. Zudem verstand es der Herzog wohl sehr gut, bei seinen Mitmenschen „die richtigen Knöpfe zu drücken“, um seine Ziele zu erreichen. Andere bewunderten ihn wiederum als genialen Schauspieler. Seine Darbietung des Goetheschen „Mephisto“ etwa geriet nach verschiedenen Berichten so herausragend, dass Carl den Vergleich mit den großen Mimen Berlins nicht scheuen musste.

Seiner Nichte Luise (1818-1842) war hingegen nur wenig Zeit beschieden, um all ihre vorhandenen Talente zur vollen Blüte zu entfalten. Die älteste Tochter des Großherzogs Georg von Mecklenburg-Strelitz litt vermutlich bereits vor ihrem 20. Lebensjahr an einer schweren Krankheit, die die Prinzessin in ihrem Alltag stark einschränkte. Dennoch nahm sie, so lange es ihr möglich war, am kulturellen Leben ihrer Zeit teil. Luise wohnte Theateraufführungen bei und urteilte fachmännisch über die Leistungen der Sänger und Schauspieler. Ebenso besuchte sie Galerien sowie Kunstdenkmäler und äußerte sich begeistert über die Werke großer Künstler. Gemeinsam mit Mutter und Schwester unternahm Luise zudem ausgedehnte Reisen, über die sie anmutig-unterhaltsam berichtete.

Von ihrer letzten Fahrt, die sie nach Rom führte, sollte die 23-jährige Prinzessin jedoch nicht lebend zurückkehren. Da sie aufgrund ihres jugendlichen Alters bis dahin kaum bleibende Spuren hinterlassen konnte, wurde sie in der Welt des Adels bald fast vergessen. Nach ihrem frühen Tod sollte die „kleine“ Luise dennoch im Gedächtnis der Mecklenburg-Strelitzer Bevölkerung bleiben. Um an die Prinzessin zu erinnern, wurde in Neustrelitz mit der „Louisen-Stiftung“ nämlich einer der ersten Kindergärten Deutschlands erbaut.