
Man weiß ja derzeit klimatisch nicht so richtig, wie man sich haben soll. Deshalb habe ich heute mal Winter mit Sommer gekreuzt. Damit kommt der Grünkohl bei mir zum ersten Mal, seit ich denken kann, vor Heiligabend in die Küche. Er hat vermutlich auch seine Premiere, trifft auf Mittelmeer und wiederum einen, der es arktisch kalt mag: Kabeljau.
Wer einen Dampfgarer hat, ist klar im Vorteil, aber ein Topf mit Einsätzen zum Dämpfen tut es auch. Auf dem ungelochtem Einsatz 250 Gramm abgespülte Graupen mit einer gewürfelten roten Paprika und drei gewürfelten roten Zwiebeln sowie dem gefrosteten Grünkohl mischen, mit 500 Millilitern Gemüsebrühe und 100 Millilitern trockenem Weißwein übergießen und bei
80 Grad 40 Minuten dämpfen. 15 Minuten vor Ultimo die mit Zitronensaft beträufelten und gesalzenen Fischfilets (so um die 800 Gramm) im gelochten Einsatz darüber einschieben.
Ouzo nebenbei stört nicht
Jetzt kommt die Schinderei, zu der ich mir einen Ouzo auf Eis gegönnt habe (kein Bestandteil des Rezeptes). Je 30 Gramm getrocknete Tomaten, schwarze Oliven aus dem Glas und Kapern sowie eine rote Zwiebel fein hacken und mit
50 Gramm Butter sowie zwei Esslöffeln Olivenöl anschwitzen und die Soße für den Fisch warm halten.
Unser Graupenrisotto wird jetzt noch mit vier Esslöffeln Parmesan, zwei Esslöffeln Sahne und einem Esslöffel Butter vermischt. Kurz ziehen lassen und auftischen. Ich vergebe nach Genuss mal in aller Bescheidenheit ein vorfestliches Hallelujah! Und freue mich trotzdem auf meinen Grünkohl am
24. Dezember. Aber dazu beizeiten mehr.
Es geht ja die Mär, dass, wenn Biolek „interessant“ sagt, es ihm nicht schmeckt. Angeblich hat er es höchstens einmal gemacht. „Harry, fahr schon mal den Wagen vor“ ist als Zitat aus Derrick wohl auch eine urbane Legende, die nie stimmte.
Aber das sieht (anerkennend nickend) interessant aus, auch die Kombination. Irgendwie erinnert es mich aber an die Eiskreationen von Häagen-Dazs, da werde ich bei vielen Sorten das Gefühl nicht los, dass eine (geschmacksgebende) Zutat zu viel drin ist. Aber das kann auch meiner Liebe für einfache, aber gute Gerichte geschuldet sein. So wäre meine Idee hier entweder als Beilage ein einfaches Graupenrisotto oder die Soße für den Fisch durch einfache braune Butter ersetzen. Oder den Fisch braten. So wie oben wäre es mir etwas zuviel des guten. 😉