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Einen kleinen Nachtrag zur Verleihung des Daniel Sanders Preises 2015 am Wochenende an die Neubrandenburger Bibliothekarin Gudrun Mohr möchte ich meinen Lesern noch gönnen. Im Kulturquartier in Neustrelitz wurde nämlich mit feiner Klinge gefochten.

Der Staatssekretär a.D. Thomas Freund hatte sich in seiner Festrede zu Daniel Sanders eine kritische Anmerkung gegönnt. Er bezeichnete den Mecklenburg-Strelitzer Großherzog Georg, der von 1816 bis 1860 regierte, als einen Reaktionär. Dieser habe die von Sanders geleitete Schule in Altstrelitz 1852 schließen lassen, nachdem Sanders zum Strelitzer Demokratieführer in der 1848er Reformbewegung geworden war und den Großherzog auf dem Neustrelitzer Marktplatz öffentlich angegriffen hatte.

Das konnte Olga Herzogin zu Mecklenburg als Vertreterin des Hauses Mecklenburg-Strelitz offenbar nicht ohne Erwiderung lassen. Und so stellte die Studentin bei der Festveranstaltung prompt heraus, dass es immerhin Georgs Nachfolger Großherzog Friedrich Wilhelm (1860 bis 1904) war, der Daniel Sanders 1877 zum Professor ernannt und befürwortet habe, dass der Sprachwissenschaftler 1889 Ehrenbürger von Neustrelitz wurde. Nette Retourkutsche, und wenn sie nicht vorbereitet war, Hut ab vor der jungen Hoheit!