Die Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz hat eine positive Fortführungsprognose, so das Ergebnis eines heutigen Gesprächs zur Zukunft der Deutschen Tanzkompanie im Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten in Schwerin. Zu diesem kamen am Tisch der Ministerin Bettina Martin unter anderem die Verwaltungsspitzen der kommunalen Förderer der Deutschen Tanzkompanie, Landrat Heiko Kärger, der Bürgermeister von Neustrelitz, Andreas Grund, der stellvertretende Oberbürgermeister Neubrandenburgs, Peter Modemann, sowie der geschäftsführende Direktor der Deutschen Tanzkompanie, Marco Zabel und Abgeordnete der Koalitionsfraktionen zusammen.
Leider konnte ich die grandiose Uraufführung von „Luft“, drittes Stück im Elementezyklus der Deutschen Tanzkompanie, am Freitagabend im Neubrandenburger Schauspielhaus nicht miterleben. Zum Glück habe ich mit Marco Zabel, Geschäftsführender Vorstand der Truppe, einen interviewbereiten Blogpartner. Es könne gewiss nicht seine Aufgabe sein, eine Besprechung der Premiere abzugeben. „Aber soviel sei erlaubt: Die anhaltende Spannung war über die ganze Vorstellung deutlich zu spüren. Immer neue Ideen, der ständige Wechsel von beeindruckenden und berührenden Soli, kleinen Gruppen und vielen großen Bildern, das trug über den Abend und bewegte auch danach die Gemüter … Technisch anspruchsvollste Passagen und Stärke des (spielerischen) Ausdrucks, Ironie und Leichtigkeit: Das muss und darf auch ich der Choreographie Gaetano Posterinos und der Leistung unseres Ensembles zweifellos konzedieren.“
Die Grabstätte von Hans-Joachim Engel in Berlin-Weißensee.Foto: Pyritz
In Erinnerung an den langjährigen Leiter der Luisen-Gedenkstätte im Schloss Hohenzieritz Hans-Joachim Engel (1935 bis 2024), der im vergangenen Herbst verstorben ist (Strelitzius berichtete), wird dieser Luisen-Geburtstag am 10. März seinem Einsatz für die Gedenkstätte für Königin Luise gewidmet sein. Marco Zabel, Historiker und Vorsitzender der Stiftung Kulturgut Mecklenburg-Strelitz, wird Hans-Joachim Engel um 16 Uhr in einem Vortrag vorstellen und dessen unvergessenes Wirken und Schaffen für diesen geschichtsträchtigen Ort würdigen.
Seit Tagen erwartete man in Neustrelitz das eine Fest. Karten waren (natürlich) für den gestrigen Theaterball nicht mehr zu bekommen. Und der Ball 2025 hielt, was seine Vorgänger versprachen! „Manege frei“ – unter diesem Motto wurde wahrlich ein Feuerwerk der Zirkus-, pardon, Theaterkunst abgefeuert.
Der Dank des Theaterfördervereins, schreibt mir dessen Vorsitzender Marco Zabel, „gilt allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern, den Fleißigen und Kreativen von Technik, Gewerken und Deko, von vor und hinter der Bühne, im Service, in der Küche und am Buffet. Ebenso den Sponsoren und Burghard Heller, die dieses gesellschaftliche Ereignis möglich machen! Namentlich seien einmal mehr Kostümdirektorin Margit Blendermann, Intendant und Kreativ-Chef Sven Müller sowie Torsten Händler genannt, bei dem alle Choregraphie-Fäden für den Ball zusammenliefen“.
Unmittelbar nach der Werkeinführung begannen die Proben für „Luft“. Fotos: Theresa Lange
Gaetano Posterino
Schon der Name entlockt ein Wow. Kein Geringerer als Gaetano Posterino studiert mit der Deutschen Tanzkompanie „Luft“ ein, das dritte Stück im Elementezyklus der Truppe. Der Choreograf und Tänzer, auf den Bühnen der Welt zu Hause, besorgte am heutigen Mittag die traditionelle Werkeinführung für Ensemble und Presse und stellte weitere Wows in Aussicht, nachdem seine Vision des Stoffs umgesetzt ist. Mehr noch, der eine oder andere im Publikum werde hoffentlich den Wunsch verspüren, das Stück zwei Mal anzuschauen. Zu seiner Vision gehöre, betonte der Choreograf, die Deutsche Tanzkompanie in eine neue Richtung zu führen. Premiere ist am 14. März im Schauspielhaus Neubrandenburg, „Luft“ wird auch im Landestheater Neustrelitz, im Theater Putbus und auf der Bühne der Festspiele im Schlossgarten Neustrelitz unter freiem Himmel zu erleben sein.
Das Müritzeum lädt zu einem faszinierenden Vortrag im Rahmen der Reihe „MiM – Mittwochs im Müritzeum“ ein. Der renommierte Referent, Prof. Dr. Ulrich Zabel, hält am Mittwoch, den 21. Februar, um 18.30 Uhr unter dem Titel „Magische Momente“ einen bild- und geschichtenreichen Vortrag, der die Verbindung zwischen Naturerleben und Glücksmomenten aufzeigt. Prof. (em.) Dr. habil Hans-Ulrich Zabel ist Professor für Umweltmanagement mit den Forschungsschwerpunkten „Nachhaltigkeitsmanagement“ und „Verhaltensmodellierung“. Seit Jahrzehnten ist er im praktischen Naturschutz tätig und wurde dafür mit dem Schubert-Umweltpreis in der Frankfurter Paulskirche ausgezeichnet.
Naturerlebnisse machen glücklich, so behauptet es Prof. Dr. Ulrich Zabel, der die Zuhörerinnen und Zuhörer mit zahlreichen eigenen, einmaligen Naturfotografien und eindrucksvollen Beschreibungen in besondere Naturschauspiele entführt. Der Vortrag behandelt die Faszination, die magische Momente in der Natur auf uns ausüben und erläutert die genialen Antriebs- und Belohnungsmuster der Natur. Dabei wird auch auf regulative „Glücksbremsen“ in der modernen Zeit eingegangen.
Der letzte Teil des Vortrags widmet sich der Jagd als einer besonderen Form der Naturnutzung und -begegnung. Der Vortragende sensibilisiert für die Notwendigkeit der Jagd im Kontext des Natur- und Menschenschutzes. Es werden die besonderen Forderungen und Möglichkeiten geschildert, um die Jagd zu einem Bestandteil des Naturschutzes zu machen, dies wird ebenfalls mit Fotos illustriert.
Leseproben aus den Büchern „Magische Momente 1 und 2“ des Referenten unterstreichen die Botschaften des Vortrags und die Zuhörenden haben die Möglichkeit, die Bücher am Veranstaltungsband käuflich zu erwerben.
Die Kompanie im Juli dieses Jahres auf dem Neustrelitzer Schlossberg. Foto: Theresa Lange
Am Dienstag dieser Woche fand auf Einladung der Kulturministerin in Schwerin ein Gespräch über die Finanzierung der Deutschen Tanzkompanie nach 2025 statt. Vorausgegangen war ein Brief der die Deutsche Tanzkompanie unterstützenden Kommunen – des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und der Städte Neubrandenburg und Neustrelitz – sowie des Stiftungsvorstands, in dem diese auf die prekäre finanzielle Situation aufmerksam machten (Strelitzius berichtete). „Bei der Zusammenkunft in der Landeshauptstadt bestand Einigkeit in der Würdigung des Wirkens und der Bedeutung der Deutschen Tanzkompanie für die Region, aber auch für das Land. Vor diesem Hintergrund streben alle Beteiligten gemeinsam Planungssicherheit und zukunftsfähige Lösungen für die Deutsche Tanzkompanie an. Künstlerische Fragen waren nicht Gegenstand des Gesprächs“, heißt es in einer von Marco Zabel, Geschäftsführender Direktor der Kompanie, verbreiteten Pressemitteilung.
Durch diese Bemühungen und unter Einbeziehung der bestehenden finanziellen und sonstigen Unterstützung durch den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sowie die Städte Neubrandenburg und Neustrelitz solle der nachhaltige Fortbestand der Deutschen Tanzkompanie in der Trägerschaft der Stiftung gewährleistet werden. Es sei zu betonen, dass die Deutsche Tanzkompanie die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit der TOG anstrebt. Davon unabhängig, müsse aber entsprechend dem nicht änderbaren Stiftungszweck die Förderung des traditionellen Tanzes gesichert sein.
Antwort an den Kulturrat: Choreograph wird weiter geschätzt
In struktureller Hinsicht habe der Stiftungsrat bereits 2022 eine Neugestaltung der Künstlerischen Leitung beschlossen, die auf die bewährte Grundstruktur zurückgreife. Die künstlerische Zusammenarbeit mit Lars Scheibner, an der sich nichts ändern solle, und seine Bedeutung für die Deutsche Tanzkompanie werde unvermindert sehr geschätzt, so Marco Zabel abschließend. Die Änderung seines vertragsrechtlichen Status (Honorarvertrag anstelle eines Arbeitsvertrags) sei davon völlig unabhängig.
Der Kulturrat Neustrelitz hatte heute eine Erklärung verbreitet, in der der Leitung der Tanzkompanie auch vor dem Hintergrund der Unterschriftensammlung für ihr wirtschaftliches Überleben mangelnde Transparenz zu ihren Zielen und Handlungsweisen vorgeworfen wird. Zugleich setzt sich das Gremium für Lars Scheibner ein, dessen Arbeitsvertrag als Künstlerischer Leiter wie angekündigt zum Ende der Spielzeit nicht mehr verlängert worden ist (Strelitzius berichtete). Das berechtige trotzdem zu der Frage, wohin die Tanzkompanie steuere, so der Kulturrat. Immerhin habe Scheibner in seiner künstlerischen Verantwortung das Profil der Kompanie geprägt und sie zu einem überregional anerkannten Tanzensemble entwickelt.
Obwohl in der Landeshauptstadt künstlerische Fragen gar nicht zur Debatte standen, sieht es der Kulturrat als „skandalös“ an, dass es Scheibner verwehrt worden sei, an dem Gespräch in Schwerin teilzunehmen. Auf der Internetseite der Tanzkompanie wird Scheibner aktuell nur noch als Haus-Choreograph vorgestellt.