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Deutsche Tanzkompanie, Luft, Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg, Schauspielhaus, Stückbesprechung, Uraufführung, Zabel

Leider konnte ich die grandiose Uraufführung von „Luft“, drittes Stück im Elementezyklus der Deutschen Tanzkompanie, am Freitagabend im Neubrandenburger Schauspielhaus nicht miterleben. Zum Glück habe ich mit Marco Zabel, Geschäftsführender Vorstand der Truppe, einen interviewbereiten Blogpartner. Es könne gewiss nicht seine Aufgabe sein, eine Besprechung der Premiere abzugeben. „Aber soviel sei erlaubt: Die anhaltende Spannung war über die ganze Vorstellung deutlich zu spüren. Immer neue Ideen, der ständige Wechsel von beeindruckenden und berührenden Soli, kleinen Gruppen und vielen großen Bildern, das trug über den Abend und bewegte auch danach die Gemüter … Technisch anspruchsvollste Passagen und Stärke des (spielerischen) Ausdrucks, Ironie und Leichtigkeit: Das muss und darf auch ich der Choreographie Gaetano Posterinos und der Leistung unseres Ensembles zweifellos konzedieren.“
Alle Beteiligten hätten hart gearbeitet und diese so sinnbildliche Produktion möglich gemacht, das gelte unter den gegebenen Bedingungen nicht zuletzt für die Kostümabteilung. Dieser Arbeitsethos müsse gesehen werden. „Und so spreche ich allen großen Dank aus! Und schließe mich den vielen Einschätzungen und dem Jubel eines erfolgreichen Premierenabends an“, betonte Marco Zabel.
Wer kann die Augen vor hohem Niveau verschließen?
Marco Zabel nutzte die Gelegenheit, um angesichts der noch immer offenen Weiterfinanzierung über 2025 hinaus klare Worte in Richtung Schwerin zu senden. „Wer kann tatsächlich die Augen davor verschließen, auf welch hohem Niveau hier getanzt wird? Hätte es überhaupt und insbesondere nach den letzten Produktionen noch eines weiteren ‚Beweises‘ bedurft? Es bleibt erfreulich, dass die Kulturministerin persönlich im Spätsommer 2023 das künstlerische Niveau lobte und betonte, dass man über die Qualität nicht diskutieren müsste, da herrsche völlige Einigkeit. Und dieses Diktum hat offensichtlich Bestand – auch wenn es erstaunlich zu nennen bleibt, wie das Ensemble samt aller Beteiligten vor und hinter dem Vorhang ‚abliefert‘. Kritik und Publikum waren sich am Freitagabend jedenfalls erneut einig. Wer Ohren hat, der hört das Unverständnis, dass noch immer keine Klarheit über die Zukunft herrscht und die Luft unerträglich dünn wird.“ Nach der ausverkauften Neubrandenburger Uraufführung seien Landesregierung und Kulturbürokratie aus Schwerin auch zu den folgenden Aufführungen herzlich eingeladen. Sie dürften vorliegende Expertisen bestätigt finden.
Verblüffte Besucher
Wer die Entwicklung der Kompanie über die letzten Jahre (und Jahrzehnte) verfolgt habe, werde nicht allein eine Fortsetzung des Elemente-Zyklus’ gesehen haben, sondern eine faszinierende Inszenierung, die Neues (er)finde und in „Feuer“ und „Wasser“ Angelegtes aufnehme. Vielfach drückten laut Zabel Premierenbesucher ihre Verblüffung aus und glaubten zugleich, Reminiszenzen an lang zurückliegende Erfolgsinszenierungen zu entdecken. Weit weg vom Angestaubtsein, stattdessen lauter effektvolle Facetten.
„Hier wurde auch in Sachen Bühne, Kostüm, Musik und Licht ganze Arbeit geleistet. Nicht als Selbstzweck, sondern im Dienst der ganzen Inszenierung – und Aussagen und tänzerische Ästhetik unterstreichend. Genau das tun auch die geschickt eingesetzten Spiegelwände: die Wirkung des großartigen (und glücklich verstärkten) Ensembles unterstreichen, das nicht kleiner werden darf. Und M-V nicht ärmer“, schloss der Geschäftsführende Vorstand.
Ich kann meinen Lesern noch die wunderbaren Fotografien von Theresa Lange in der Dia-Show unten empfehlen und natürlich die nächsten „LUFT“-Vorstellungen: „LUFT – Eine Tanzallegorie“ erneut im Neubrandenburger Schauspielhaus am 28. und 29. März und im Neustrelitzer Landestheater am 4. und 24. Mai.


























