Zum 100. Geburtstag und 60. Todestag von Inge Müller widmet sich die TOG in der Spielzeit 2025/26 dem außergewöhnlichen Werk dieser eindrucksvollen Dichterin – mit Lesungen, Gesprächen und einem besonderen Open-Air-Hörspiel.
Unter dem Titel „Da war mir das Leben zwei Nummern zu groß“ wird am Sonntag, den 16. November, um 16 Uhr herzlich ins Rangfoyer des Landestheaters Neustrelitz eingeladen. Autorin Ines Geipel und Schauspieldirektor David Czesienski sprechen über das Leben und Wirken der Schriftstellerin Inge Müller. Schauspielerin Lisa Scheibner lässt ihre Texte lebendig werden und verleiht ihnen Stimme und Präsenz.
Lars Scheibner (rechts) und Marcus Doering bei der Auszeichnung mit dem Prof. Balzert-Ballett-Preis durch das Stifterehepaar Heide und Helmut Balzert.
Im Rahmen der feierlichen Internationalen Ballettgala am vergangenen Samstag im Opernhaus Dortmund feierte das Publikum nicht nur die Uraufführung des Werks „Fractal Memory“ des Choreografen Julian Nicosia, sondern auch die Verleihung eines besonderen Preises: Die Neustrelitzer Künstler Lars Scheibner und Dr. Marcus Doering erhielten den Prof. Balzert-Ballett-Preis 2025 für ihre herausragende digitale Choreografie zu diesem Werk.
Der Tänzer und Choreograf Lars Scheibner kommt am Dienstag, 28. Mai, um 19.30 Uhr, zum Gespräch ins Fabrik.Kino Neustrelitz. Anlass ist die Aufführung des Films „Becoming Giulia“.
Elf Monate, nachdem die Primaballerina Giulia Tonelli ihre Karriere vorübergehend aussetzte, weil sie Mutter wurde, kehrt die Balletttänzerin im Frühjahr 2019 wieder ans Zürcher Opernhaus zurück. In den folgenden drei Jahren begleitet der Film den schwierigen Spagat der Künstlerin zwischen Karriere und Familie. Die Regisseurin Laura Kaehr, selbst ehemalige Balletttänzerin, erschafft das Porträt einer ambitionierten Frau, die gegen festgefahrene Rollenbilder ankämpft, um ihren eigenen Weg als Mutter und Tänzerin zu gehen.
Der visuell ambitionierte Dokumentarfilm erzählt empathisch, ohne Interviews oder externe Kommentare, vom erfüllenden Leben einer Tänzerin, ohne die hierarchischen Verkrustungen der Bühnenwelt oder die enormen körperlichen und psychischen Belastungen zu verschweigen. Ein Film, der sehr inspirierend ist, weit über die Tanzwelt hinaus.
Die Kompanie im Juli dieses Jahres auf dem Neustrelitzer Schlossberg. Foto: Theresa Lange
Am Dienstag dieser Woche fand auf Einladung der Kulturministerin in Schwerin ein Gespräch über die Finanzierung der Deutschen Tanzkompanie nach 2025 statt. Vorausgegangen war ein Brief der die Deutsche Tanzkompanie unterstützenden Kommunen – des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und der Städte Neubrandenburg und Neustrelitz – sowie des Stiftungsvorstands, in dem diese auf die prekäre finanzielle Situation aufmerksam machten (Strelitzius berichtete). „Bei der Zusammenkunft in der Landeshauptstadt bestand Einigkeit in der Würdigung des Wirkens und der Bedeutung der Deutschen Tanzkompanie für die Region, aber auch für das Land. Vor diesem Hintergrund streben alle Beteiligten gemeinsam Planungssicherheit und zukunftsfähige Lösungen für die Deutsche Tanzkompanie an. Künstlerische Fragen waren nicht Gegenstand des Gesprächs“, heißt es in einer von Marco Zabel, Geschäftsführender Direktor der Kompanie, verbreiteten Pressemitteilung.
Durch diese Bemühungen und unter Einbeziehung der bestehenden finanziellen und sonstigen Unterstützung durch den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sowie die Städte Neubrandenburg und Neustrelitz solle der nachhaltige Fortbestand der Deutschen Tanzkompanie in der Trägerschaft der Stiftung gewährleistet werden. Es sei zu betonen, dass die Deutsche Tanzkompanie die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit der TOG anstrebt. Davon unabhängig, müsse aber entsprechend dem nicht änderbaren Stiftungszweck die Förderung des traditionellen Tanzes gesichert sein.
Antwort an den Kulturrat: Choreograph wird weiter geschätzt
In struktureller Hinsicht habe der Stiftungsrat bereits 2022 eine Neugestaltung der Künstlerischen Leitung beschlossen, die auf die bewährte Grundstruktur zurückgreife. Die künstlerische Zusammenarbeit mit Lars Scheibner, an der sich nichts ändern solle, und seine Bedeutung für die Deutsche Tanzkompanie werde unvermindert sehr geschätzt, so Marco Zabel abschließend. Die Änderung seines vertragsrechtlichen Status (Honorarvertrag anstelle eines Arbeitsvertrags) sei davon völlig unabhängig.
Der Kulturrat Neustrelitz hatte heute eine Erklärung verbreitet, in der der Leitung der Tanzkompanie auch vor dem Hintergrund der Unterschriftensammlung für ihr wirtschaftliches Überleben mangelnde Transparenz zu ihren Zielen und Handlungsweisen vorgeworfen wird. Zugleich setzt sich das Gremium für Lars Scheibner ein, dessen Arbeitsvertrag als Künstlerischer Leiter wie angekündigt zum Ende der Spielzeit nicht mehr verlängert worden ist (Strelitzius berichtete). Das berechtige trotzdem zu der Frage, wohin die Tanzkompanie steuere, so der Kulturrat. Immerhin habe Scheibner in seiner künstlerischen Verantwortung das Profil der Kompanie geprägt und sie zu einem überregional anerkannten Tanzensemble entwickelt.
Obwohl in der Landeshauptstadt künstlerische Fragen gar nicht zur Debatte standen, sieht es der Kulturrat als „skandalös“ an, dass es Scheibner verwehrt worden sei, an dem Gespräch in Schwerin teilzunehmen. Auf der Internetseite der Tanzkompanie wird Scheibner aktuell nur noch als Haus-Choreograph vorgestellt.