Im letzten Jahr hat die in Rheinsberg ansässige Hans-Karsten-Raecke-Stiftung für Neue Musik eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen: „Im-PRO-vokation“ vereint Jazz mit Neuer Musik und Lyrik zum Genuss des Publikums. Am Sonnabend, den 22. Juni, sind Rudi Mahall (clar) und Michael Griener (dr) in der Königsstraße 14 zu Gast mit ihrem ganz eigenen Jazz-Stil und werden allein und gemeinsam mit dem Boogie-Woogie-Pianisten Detlev Schälicke und Hans-Karsten Raecke auf diversen Instrumenten inspirierende Musik zum Sommeranfang spielen. Jane Zahn rezitiert Gedichte von Eva Strittmatter, Mascha Kaléko, Kurt Tucholsky und Bert Brecht (sozusagen die poetischen Hausgötter der Musikbrennerei) sowie anderen Lyrikern und Dichterinnen.
Beginn 19.30 Uhr, Eintritt 20 € (Jugendliche bis 18 Jahren frei), Reservierung unter 033931 / 80 89 01 oder info@hkr-stiftungneuemusik.de.
Operngala im Schlosshof Rheinsberg. Foto: LeoSeidel
Vom 22. Juni bis 31. August lädt die Kammeroper Schloss Rheinsberg erneut zum Internationalen Festival junger Opernsänger*innen: Bei insgesamt 23 Opernaufführungen und Konzerten sind die Opernstars von morgen zu erleben – neben international etablierten Solisten wie der amerikanischen Ausnahmesängerin Vivica Genaux und hochkarätigen Klangkörpern wie der Akademie für Alte Musik Berlin. Das abwechslungsreiche Programm unter dem Motto „Die Schatten Trojas“ zieren mehrere Musiktheaterproduktionen, Konzert- und Liederabende, die traditionsreiche Operngala, ein Irisches Gastspiel sowie zwei Abende Freiluftkino mit Livemusik. Neben Schlosstheater und Schlosshof wird in diesem Jahr auch das beliebte Heckentheater wieder bespielt.
Das Herzstück des Festivalsommers ist die Wiederaufnahme von Christoph Willibald Glucks Oper „Iphigenie in Aulis“ ab 6. Juli im Heckentheater. Die Produktion feierte ihre Erstpremiere bei den Osterfestspielen Schloss Rheinsberg 2024 im Schlosstheater und wird von Regisseur Georg Quander, dem künstlerischen Leiter der Kammeroper, open-air neu eingerichtet. Zwei der Solopartien übernehmen international renommierte Sänger: der Bariton Dietrich Henschel sowie die Mezzosopranistin Vivica Genaux. Dazu gesellen sich Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg aus vergangenen Jahrgängen. Unter der Leitung von Werner Erhardt spielt Concerto Brandenburg; es singt der Kammerchor Chorisma Neuruppin. Der Dreiakter wird auf Deutsch gegeben.
Das Schlosstheater Rheinsberg wird 250 Jahre alt: Grund genug, um den diesjährigen Festivalsommer der Kammeroper Schloss Rheinsberg mit einem großen Open-Air-Spektakel zu eröffnen. Am Sonnabend, 22. Juni, ist ab 22 Uhr vor dem Rheinsberger Schlosstheater ein kurzweiliges Abendprogramm zu erleben: Einheimische und Touristen können sich so bei freiem Eintritt auf das beliebte Sommerfestival einstimmen, das bis zum 31. August andauern wird.
Vor der Fassade des Schlosstheaters stellt die Kammeroper Schloss Rheinsberg einen unterhaltsamen Programmcocktail zusammen: In lockerer Atmosphäre singt die amerikanische Ausnahmesängerin Vivica Genaux delikate Musik, der Schauspieler Heiner Take tritt auf, ebenso wie seine Zunftkollegen Angelika Hofstetter und Josip Culjak, die humorvolle Theaterszenen darbieten. Zudem ist ein besonderer Ehrengast angekündigt: „Prinz Heinrich“– der preußische Aristokrat, der das Schlosstheater bauen ließ und vor genau 250 Jahren eröffnete. Das Publikum darf sich überraschen lassen, was damit gemeint sein könnte – denn Zeitreisende gibt es eigentlich auch in Rheinsberg nicht.
Mit einem fulminanten Feuerwerk zum Abschluss des Abends wird die Umgebung rund um das Rheinsberger Schloss in bezaubernde Farbenpracht getaucht. Dann steht der Vorfreude auf die zahlreichen Veranstaltungen des Festivalsommers in Rheinsberg – auf Konzerte, Opern und Open-Air-Kinoabende mit Livemusik – nichts mehr im Wege.
Vom 22. Juni bis 31. August findet in diesem Jahr der beliebte Rheinsberger Opernfestivalsommer statt. Unter dem Motto „Die Schatten Trojas“ wird in zahlreichen Veranstaltungsformaten dem Mythos rund um Troja nachgespürt. Musiktheater spielt dabei die größte Rolle: Neben Christoph Willibald Glucks „Iphigenie in Aulis“ im Heckentheater (Premiere: 6. Juli) ist Niccolò Piccinnis „Dido – Königin von Karthago“ als zweite Open-Air-Produktion im Hof des Rheinsberger Schlosses zu erleben (Premiere: 25. Juli).
Die Regisseurin Andreea Geletu richtet das Werk als halbszenische Produktion in geschichtsträchtiger Schlosshofkulisse ein. Die musikalische Leitung übernimmt Bernhard Forck, der Konzertmeister der nach Rheinsberg zurückkehrenden Akademie für Alte Musik Berlin. Die Rollen geben die Preisträger des 33. Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg: Über 200 Bewerbungen aus aller Welt gab es in diesem Jahr. Die Hauptpartien werden doppelt besetzt: So bekommen noch mehr aufstrebende Opernsängerinnen und -sänger zu Beginn ihrer Karriere die Möglichkeit, sich mit einem starken Auftritt auf professionellem Niveau zu beweisen.
Das Ensemble „The Late Train“. Foto:David Agaiarov
Der Förderpreis der Musikakademie Rheinsberg geht in diesem Jahr an zwei Ensembles: Das Alte Musik Ensemble „The Late Train“ sowie die Schülerband „J’n’B“ des Alexander S. Puschkin Gymnasiums Hennigsdorf dürfen sich über die mit jeweils 1500 € dotierte Auszeichnung freuen. Der Preis, der maßgeblich vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburgs gefördert wird, geht jährlich an eine beispielhafte Institution oder Person aus dem Bereich der Musikförderung; vergeben wird der Preis vom Beirat der Musikkultur Rheinsberg gGmbH. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Aufführung von „Woy/zzeck – eine Flickoper“ (Strelitzius berichtete), am Freitag, 31. Mai., um 19.30 Uhr, im Schlosstheater Rheinsberg statt.
„Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr gleich zwei unterschiedliche Ensembles mit unserem Förderpreis würdigen können. Das professionelle, aufstrebende Alte Musik Ensemble ‚The Late Train‘ und die innovative Schülerband ‚J’n’B‘ stehen exemplarisch für die künstlerische Vielfalt, der wir uns tagtäglich an unserer Musikakademie widmen“, sagt Felix Görg, Leiter der Musikakademie Rheinsberg.
„Woy/zzeck – eine Flickoper“. Foto: Nicola Meiburg
Das Dramenfragment „Woyzeck“ war revolutionär, als es 1879 erstmals erschien – da war sein Schöpfer Georg Büchner bereits über 40 Jahre lang tot. Als der Wiener Komponist Alban Berg den Stoff 1921 zu einer Oper formte, war es nicht weniger radikal. Und auch heute, nochmals rund 100 Jahre später, scheint die Geschichte in seiner gesellschaftskritischen Direktheit aktueller denn je. Das zeigt die bemerkenswerte Produktion eines Künstlerteams aus Oldenburg und Bremen: „Woy/zzeck – eine Flickoper“ ist als einmaliges Gastspiel am Freitag, 31. Mai, ab 19.30 Uhr, im Schlosstheater Rheinsberg zu erleben.
Woyzeck ist ein einfacher Soldat – gefangen in einem Teufelskreis aus Unterdrückung und sozialer Ungerechtigkeit. Auch Marie, eine unverheiratete Mutter und unterdrückte Frau, ist Gewalt und Ausbeutung gnadenlos ausgeliefert. Die Figuren und ihre Schicksale stehen im Mittelpunkt der Musiktheaterproduktion, in der die epochemachenden Woyzeck-Versionen Büchners und Bergs auf neue, exklusiv zu diesem Anlass komponierte Musik von Krystoffer Dreps treffen. Mit seiner eindrücklichen Musiksprache legt der Komponist eine weitere Schicht im „Woyzeck-Mythos“ frei: Dabei treffen Orchesterklänge, Improvisation und elektronische Musik auf Nummern des legendären amerikanischen Sängers Tom Waits, der im Jahre 2000 mit seinem Musical „Blood Money“ eine ganz eigene Woyzeck-Interpretation aus der Taufe hob.
DAS KOLORIT bei den Osterfestspielen Schloss Rheinsberg 2024 in großer Besetzung. Foto: Uwe Hauth
Seit vergangenem Herbst trägt das Ensemble DAS KOLORIT den Titel „Rheinsberger Hofkapelle 23/24“ (Strelitzius berichtete). Nach drei erfolgreichen Konzerten – zuletzt in der Rheinsberger St. Laurentius Kirche zu den Osterfestspielen – steht nun das nächste Highlight der aufstrebenden Musikerinnen und Musiker im Veranstaltungskalender des Ruppiner Landes. Das Konzert am Pfingstsonntag, 19. Mai, um 18 Uhr findet im historischen Spiegelsaal des Rheinsberger Schlosses statt. Der Titel des Abends – „Mosaik“ – verspricht ein buntes Konzertkonzept voller Klangfarben bei bester Unterhaltung.
Auf dem Programm stehen lebendige Tanzmusiken, beeindruckenden Arias des 16. Jahrhunderts und virtuose Flötenmusik der aristokratischen Komponistin Wilhelmine von Bayreuth. Ein abwechslungsreiches und spannendes Konzert erwartet somit das Publikum, das sich außerdem auf ein Stück der britischen Komponistin Wilma Pistorius freuen darf, das eigens für die Rheinsberger Hofkapelle komponiert wurde. Neben der Cembalistin Rosalía Gómez Lasheras musizieren der Barockgittarist Leon Jänicke, die Flötistin Sophia Schambeck sowie Mariona Mateu Carles am Barockcello.
Bläserserenade 2022 mit Kreiskantoristin und Organistin Juliane Felsch-Grunow. Fotos(2): Andreas Kunow
Die Musikstadt Rheinsberg lockt auch in diesem Jahr zu Pfingsten mit breitem Kulturprogramm: Vom 17. bis 20. Mai sind u.a. das beliebte FolkFest, Pop- und Blues-Punk-Bands, ein Orgelmärchen für die ganze Familie sowie Konzert und Lesung im Rokoko-Spiegelsaal von Schloss Rheinsberg zu erleben. Ein facettenreiches Angebot mit zahlreichen Acts und Akteuren von jung bis alt, Amateuren und Profis – ein Großteil der insgesamt 17 Veranstaltungen findet bei freiem Eintritt und an unterschiedlichen Spielorten statt.
Den Auftakt am Freitagabend, 17. Mai, macht das Streicherensemble „ad libitum“ der Kreismusikschule OPR im Schlosstheater – direkt im Anschluss gibt es ein großes Benefiz-Open-Air am Grienericksee, bei dem die Bands „Schleicher“ mit feinem Indie-Pop und „fragFrank!“ mit knackigem Blues-Punk auftreten; dazu gesellt sich der Berliner Rapper „LaySea“ mit coolem Hip-Hop. Der Freitag schließt auf der Seebühne mit dem meditativen Lichtspielkonzert des Rheinsberger Residenzensembles KYMATIC.
Das Wochenende eröffnet am Samstagvormittag das Bläserensemble „Frech am Blech“ der Kreismusikschule OPR mit Volks- und Kinderliedern im Schlosspark. Eine echte Attraktion ist auch das traditionelle FolkFest mit den Bands „Barfuss“, „QuietschFidel“ und „Helmet Duty“, organisiert vom Kinder- und Jugend Musikverein Rheinsberg e.V. Außerdem ist die Musikbrennerei mit diversen Klangkunst-Formaten ebenso mit von der Partie wie zahlreiche Kantoreien, Kirchgemeinden und Chöre von nah und fern.
Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt sind wieder zu Gast im Ruppiner Land und haben ein Schmuckstück des modernen Boulevardkomödien-Repertoires im Gepäck: Fred Apkes „Das Huhn auf dem Rücken“ – ein kurzweiliges Stück über Nachbarschaftsliebe und Ehedramen – steht am 3. Mai um 19 Uhr auf dem Spielplan des Rheinsberger Schlosstheaters.
Die Handlung ist wie sie für eine Boulevardkomödie im Buche steht: Frau Kobalds Gatte hat ihren Geburtstag vergessen – und nun liegt er tot am Fuße der Treppe. Ob man diesen Sturz wie einen Unfall aussehen lassen könnte? Frau Kobald bittet ihren Nachbarn, den Cellisten Bonsch, um Hilfe. Die beiden konnten sich noch nie ausstehen. Doch als Bonsch erfährt, welches Ehe-Martyrium Frau Kobald hinter sich hat, will der ebenfalls beziehungsgeschädigte Cellist die Tat mitvertuschen. Dabei kommen sich die beiden einsamen Menschen näher.
Das Ensemble „The Late Train“. Foto: David Agaiarov
Vier Rheinsberger Kulturakteure – der Kunst- und Kulturverein Rheinsberg e.V., das Kurt Tucholsky Literaturmuseum, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sowie die Musikakademie Rheinsberg, haben sich auch in diesem Jahr wieder zusammengeschlossen, um ein Symposium zur Förderung des interdisziplinären, wissenschaftlichen Gedankenaustausches zu veranstalten. Das Symposium nimmt den Musenhof Rheinsberg zum Ausgangspunkt, um aus dem Blickwinkel von Historikern, Kunsthistorikern, Garten- und Baudenkmalpflegern, Germanisten und Musikwissenschaftlern Fragen an einen marginalen, aber nicht unbedeutenden Ort preußischer Geschichte zu stellen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe steht der vielfältige Themenkomplex „Theater“.
Den Auftakt bildet am Freitag, 3. Mai, um 19.30 Uhr, ein öffentlicher, kostenfreier Vortrag im Spiegelsaal des Rheinsberger Schlosses. Der Hamburger Germanist und Publizist Johannes Saltzwedel spricht über „Rheinsberg in Werthers Welt“. Saltzwedel nimmt das Publikum mit auf einen Streifzug durch das historisch wie politisch besondere Jahr 1774, das auch für Rheinsberg ein kultureller Wendepunkt war: Prinz Heinrich eröffnete sein legendäres Schlosstheater, das in diesem Jahr 250 Jahre alt wird.
Die Kunstform des Theaters hatte am Rheinsberger Hof des 18. Jahrhunderts einen enormen Stellenwert. Das spiegelt sich am Samstag, 4.5., mit vielfältigen Beiträgen während des Kolloquiums wider: Der Bogen spannt sich von der Fragestellung, ob der Erbauer des Brandenburger Tores, Carl Gotthard Langhans, Anteil an der Errichtung des Theaters in Rheinsberg hatte. Erleuchtet wird die spielende Hofgesellschaft in Preußen. Es wird der Frage nach dem Einfluss der Rheinsberger Theatermacher für die Berliner Bühne nachgegangen. Der Blick weitet sich bis zum Bayreuther Theater und den Gartenspielstätten der Geschwister des Prinzen Heinrich.