Schlagwörter
Brandenburg, Musik, Oper, Rheinsberg, Schlosstheater, Woy/zzeck

Das Dramenfragment „Woyzeck“ war revolutionär, als es 1879 erstmals erschien – da war sein Schöpfer Georg Büchner bereits über 40 Jahre lang tot. Als der Wiener Komponist Alban Berg den Stoff 1921 zu einer Oper formte, war es nicht weniger radikal. Und auch heute, nochmals rund 100 Jahre später, scheint die Geschichte in seiner gesellschaftskritischen Direktheit aktueller denn je. Das zeigt die bemerkenswerte Produktion eines Künstlerteams aus Oldenburg und Bremen: „Woy/zzeck – eine Flickoper“ ist als einmaliges Gastspiel am Freitag, 31. Mai, ab 19.30 Uhr, im Schlosstheater Rheinsberg zu erleben.
Woyzeck ist ein einfacher Soldat – gefangen in einem Teufelskreis aus Unterdrückung und sozialer Ungerechtigkeit. Auch Marie, eine unverheiratete Mutter und unterdrückte Frau, ist Gewalt und Ausbeutung gnadenlos ausgeliefert. Die Figuren und ihre Schicksale stehen im Mittelpunkt der Musiktheaterproduktion, in der die epochemachenden Woyzeck-Versionen Büchners und Bergs auf neue, exklusiv zu diesem Anlass komponierte Musik von Krystoffer Dreps treffen. Mit seiner eindrücklichen Musiksprache legt der Komponist eine weitere Schicht im „Woyzeck-Mythos“ frei: Dabei treffen Orchesterklänge, Improvisation und elektronische Musik auf Nummern des legendären amerikanischen Sängers Tom Waits, der im Jahre 2000 mit seinem Musical „Blood Money“ eine ganz eigene Woyzeck-Interpretation aus der Taufe hob.
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