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Operngala im Schlosshof Rheinsberg. Foto: LeoSeidel

Vom 22. Juni bis 31. August lädt die Kammeroper Schloss Rheinsberg erneut zum Internationalen Festival junger Opernsänger*innen: Bei insgesamt 23 Opernaufführungen und Konzerten sind die Opernstars von morgen zu erleben – neben international etablierten Solisten wie der amerikanischen Ausnahmesängerin Vivica Genaux und hochkarätigen Klangkörpern wie der Akademie für Alte Musik Berlin. Das abwechslungsreiche Programm unter dem Motto „Die Schatten Trojas“ zieren mehrere Musiktheaterproduktionen, Konzert- und Liederabende, die traditionsreiche Operngala, ein Irisches Gastspiel sowie zwei Abende Freiluftkino mit Livemusik. Neben Schlosstheater und Schlosshof wird in diesem Jahr auch das beliebte Heckentheater wieder bespielt.

Das Herzstück des Festivalsommers ist die Wiederaufnahme von Christoph Willibald Glucks Oper „Iphigenie in Aulis“ ab 6. Juli im Heckentheater. Die Produktion feierte ihre Erstpremiere bei den Osterfestspielen Schloss Rheinsberg 2024 im Schlosstheater und wird von Regisseur Georg Quander, dem künstlerischen Leiter der Kammeroper, open-air neu eingerichtet. Zwei der Solopartien übernehmen international renommierte Sänger: der Bariton Dietrich Henschel sowie die Mezzosopranistin Vivica Genaux. Dazu gesellen sich Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg aus vergangenen Jahrgängen. Unter der Leitung von Werner Erhardt spielt Concerto Brandenburg; es singt der Kammerchor Chorisma Neuruppin. Der Dreiakter wird auf Deutsch gegeben.

Niccolò Piccinnis „Dido – Königin von Karthago“ ist die zweite Opernaufführungs-Serie des Festivalsommers: Die Tragédie lyrique von 1783, eine kaum gespielte Rarität in französischer Sprache, feiert Premiere am 25. Juli im Schlosshof. Die Regisseurin Andreea Geletu richtet die Produktion halbszenisch ein; es spielt die Akademie für Alte Musik Berlin unter der musikalischen Leitung von Konzertmeister Bernhard Forck. Damit wird die erfolgreiche Zusammenarbeit der letzten Jahre mit der AKAMUS fortgesetzt: Im vergangenen Jahr stieß „La Molinara“ bei Publikum und Presse auf große Resonanz. Die Besetzung der Oper „Dido“ speist sich aus den Preisträgern des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2024.

Die Gegenüberstellung von Glucks „Iphigenie“ und Piccinnis „Dido“ spiegelt eine kunstästhetische Debatte des 18. Jahrhunderts wider: Gluck strebte seine musikdramatischen Reformen an, legte Wert auf Natürlichkeit und Ausdruck – Piccinni hingegen auf Eleganz und Melodie. Das kontrastierende Doppel steht zudem im Zeichen des Festspielmottos „Die Schatten Trojas“; der Komplex Troja wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. „Iphigenie“ erzählt vom Vorabend des Trojanischen Krieges, während „Dido“ als Epilog zu begreifen ist.

Besonderes Gastspiel

Der Festivalsommer hält zudem ein besonderes Gastspiel parat: Das Opera Collective Ireland gibt gemeinsam mit der AKAMUS Berlin die beiden Kurzopern „Dido and Aeneas“ von Henry Purcell sowie „Venus and Adonis“ von John Blow – im Doppelpack und an insgesamt drei Abenden. Das Opera Collective Ireland wurde 2011 initiiert und möchte Nachwuchssängern zu Beginn ihrer Karriere Auftritte unter professionellen Bedingungen ermöglichen. Ein ähnlicher Ansatz, wie ihn die Kammeroper Schloss Rheinsberg seit über drei Jahrzehnten verfolgt.

Den Abschluss des Festivalsommers bildet – wie auch schon in den vergangenen Jahren – eine Produktion der Bundesakademie für junges Musiktheater (BAJMT). Dabei steht das Genre der Operette im Fokus. Junge Menschen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren erarbeiten unter Anleitung erfahrener Dozenten drei Einakter von Jacques Offenbach: „Die Insel Tulipatan“„Die Verlobung bei der Laterne“ und „Der Regimentszauberer“. Die Aufführungen im Schlosstheater am 30. und 31. August wenden den Blick auf das Musiktheater von morgen und schließen den abwechslungsreichen Spielplan ab.

Jubiläum des Schlosstheaters

Der Auftakt des Festivalsommers 2024 findet am 22. Juni im Rahmen der Festlichen Eröffnung des 250. Jubiläums des Schlosstheaters bei freiem Eintritt statt. Musik aus der Zeit der Theatereröffnung ist beim großen Gala-Solorecital mit Vivica Genaux am 20. Juli zu erleben. Außerdem darf sich das Publikum freuen auf: Konzerte der Liedklasse von Carolin Masur sowie der Meisterklasse von Hanno Müller-Brachmann und drei Operngalas mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt unter der Leitung von Azis Sadikovic. Darüber hinaus wird in diesem Jahr erstmalig das Heckentheater zum Freiluftkino umfunktioniert: An zwei Abenden und in zwei Teilen ist Manfred Noas Stummfilmklassiker „Helena. Der Untergang Trojas“ von 1924 zu erleben – mit Livemusik des Rheinsberger Residenzensembles KYMATIC.