Wie klang Musik im Rheinsberger Schloss vor 300 Jahren? Das Ensemble »False Consonance« erweckt jenen historischen Klang in einem besonderen Konzert am Samstag, den 17. Mai, um 19 Uhr, im Spiegelsaal auf Schloss Rheinsberg wieder zum Leben. Unter dem Programmtitel „Aus der Seele“ überwindet die Rheinsberger Hofkapelle der Saison 2024/25 musikalisch Raum und Zeit: Mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Gottlieb Janitsch und Carl Heinrich Graun – Komponisten, die einst am Hofe von Kronprinz Friedrich musizierten – entfaltet das internationale Ensemble intime Kammermusik im prachtvollen Spiegelsaal, wo diese Stücke vermutlich schon damals erklangen. Die Verbindung von Architektur und Musik, Vergangenheit und Gegenwart, macht das Event zu einem Erlebnis voller Eleganz in feinsinniger Atmosphäre.
Die Rheinsberger Hofkapelle der Saison 2025/26 steht fest: „Polychroma“ – das sind Marta Pindór (Cembalo), Anežka Drozdová (Traversflöte), Natascha Pichler (Barockvioline) und Glenna Curren (Barockcello). Im öffentlichen Auswahlkonzert im Schlosstheater Rheinsberg am vergangenen Samstag setzte sich das vierköpfige Ensemble aus Den Haag gegen die Londoner Musiker von „Apollo’s Cabinet“ durch. Auf die Ausschreibung hatten sich Ensembles aus aller Welt beworben. Auch „Polychroma“ ist international aufgestellt: In den Niederlanden studiert und zusammengefunden, kommen die vier Mitglieder aus Polen, Tschechien, Österreich und den USA.
Rheinsberg sucht die neue Hofkapelle: Im Schlosstheater Rheinsberg kommt es am Samstag, 25. Januar, ab 17 Uhr zum Höhepunkt der internationalen Ausschreibung für aufstrebende Alte Musik Ensembles. Es ist das Treffen der drei besten Newcomer, die mit musikalischer Qualität und innovativen Konzepten in der Vorauswahl überzeugen konnten: „Apollo’s Cabinet“, „Polychroma“ und das „Zefiro Torna Baroque Ensemble“.
Die jungen, professionellen Künstlerinnen und Künstler präsentieren jeweils ein Konzertprogramm mit Kammermusik des 18. Jahrhunderts, darunter von musikgeschichtlichen Größen wie Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann, aber auch Unbekannteres von Franz Benda und Johann Gottlieb Janitsch, die vor über 250 Jahren am Rheinsberger Hofe künstlerische Impulse setzten. Wer ab kommenden September den prestigeträchtigen Titel „Rheinsberger Hofkapelle 2025/2026“ tragen wird, entscheidet eine fachkundige Jury nach den drei Auftritten. Um den Titel und das damit verbundene einjährige Förder- und Residenzprogramm hatten sich Ensembles mit Mitgliedern aus aller Welt beworben.
Die Ensembles
In einer fantasievollen Mischung aus Schauspiel, Tanz und Musik verbindet „Apollo’s Cabinet“ historische Aufführungspraxis mit moderner Unterhaltung. Als Gewinner zahlreicher internationaler Wettbewerbe trat das Ensemble u. a. in der berühmten Wigmore Hall und im Wiener Konzerthaus auf. Ihr Debütalbum wurde in der britischen Tageszeitung „The Guardian“ gewürdigt.
Das Ensemble „Polychroma“ macht seinen Namen zum Programm: Er ist ein symbolischer Gruß an die ägyptische Regenbogengöttin Iris und steht für musikalische Klangpracht. Die Mitglieder aus Tschechien, Österreich, Polen und den USA lernten sich am Konservatorium in Den Haag kennen; in ihren Konzerten kombinieren sie historische Aufführungspraxis mit Elementen der Lyrik und Bildenden Kunst.
Dritter im Bunde ist das „Zefiro Torna Baroque Ensemble“, das sich schwerpunktmäßig weiblichen Komponistinnen und Barockmusik aus der Ukraine widmet – einem Land, dessen reichhaltige Musiktradition selten auf die internationalen Konzertbühnen gebracht wird.
Die Jury
In diesem Jahr umfasst die Jury insgesamt drei Mitglieder: Avinoam Shalev ist u.a. Professor für historische Tasteninstrumente an der Universität der Künste Berlin und Mitbegründer des deutsch-israelischen Ensemble Arava. Hinzu kommt die renommierte Barockviolinisten Rachel Harris – ihres Zeichens Gründerin des Ensemble Schirokko Hamburg und Mitglied im englischen Ensemble The Brook Street Band. Das Jury-Terzett wird ergänzt durch Felix Görg, Leiter der Musikakademie der Musikkultur Rheinsberg.
Vergabe seit 1999
Seit der Wiedereröffnung des Rheinsberger Schlosstheaters 1999 vergibt die Musikakademie der Musikkultur Rheinsberg jährlich den geschützten Titel „Rheinsberger Hofkapelle“ an ein junges Ensemble für historische Aufführungspraxis. Das ausgewählte Ensemble wird ein Jahr lang von der Musikakademie durch individuelle Weiterbildungen sowie Proben- und Auftrittsmöglichkeiten gefördert. Ziel des Programms ist die Weiterentwicklung des Ensembles sowie die lebendige Pflege des musikalischen Erbes der historischen Rheinsberger Hofkapelle.
Hofkapellen gab es bereits im Mittelalter – im 17. und 18. Jahrhundert erlebten sie einen neuen Aufschwung: Als Kronprinz Friedrich 1736 mit seiner Gemahlin das Rheinsberger Schloss bezog, wurde die Gründung seiner ersten Kapelle als notwendiger Bestandteil des Hofstaates angesehen. Vier Jahre lang erlebte Rheinsberg mit dieser Hofkapelle eine Blüte der Barockmusik. 17 Musiker, Friedrich eingeschlossen, sind namentlich bekannt, die bis zur Thronbesteigung Friedrichs ganz oder teilweise in der Rheinsberger Hofkapelle mitwirkten. Dazu gehören so illustre Namen wie Johann Joachim Quantz, Franz Benda, die Brüder Johann Gottlieb und Carl Heinrich Graun, Christoph Schaffrath, Johann Gottlieb Janitsch oder Carl Philipp Emanuel Bach. Nach seiner Thronbesteigung 1740 nahm Friedrich II. seine Hofkapelle mit nach Berlin und Potsdam.
Die neue Rheinsberger Hofkapelle der Saison 24/25 steht in den Startlöchern: Das Ensemble „False Consonance“ bittet im Rokoko-Spiegelsaal des Rheinsberger Schlosses zum buchstäblichen Tanz. Zum Antritt stellt das Quartett ein kluges Konzertprogramm zusammen unter dem französischen Motto „Les Reines Philosophes“ – zu Deutsch: die Philosophenköniginnen! Zu erleben ist das kurzweilige Programm am Freitag, 11. Oktober, um 19 Uhr – es spielen Annie Gard (Barockvioline), Theo Small (Traversflöte), Duane Thomas Fields (Barockcello) und Johannes Festerling (Laute).
Das Ensemble wirft einen musikalischen Blick auf die Frauen rund um Friedrich den Großen, der selbst ein ausgezeichneter Flötist war. Er war ein Kunstliebhaber, komponierte und unterhielt schon zu seiner Zeit eine Rheinsberger Hofkapelle. Aber woher kam Friedrichs Affinität zur Musik? Die Antwort liegt auf der Hand: Es war Friedrichs Mutter, die für seine musikalische Ausbildung sorgte und so den Grundstein für sein kulturelles Vermächtnis legte. Und sieht man genauer hin, wird deutlich: Friedrichs familiäres Umfeld bestand vor allem aus Frauen, die hochinteressiert an Musik waren. Wendet man den Blick vom Alten Fritz hin zu diesen einflussreichen Frauen, eröffnet sich ein Musikpanorama unter weiblicher Patronage, das dem Friedrichs mindestens ebenbürtig erscheint.
DAS KOLORIT bei den Osterfestspielen Schloss Rheinsberg 2024 in großer Besetzung. Foto: Uwe Hauth
Seit vergangenem Herbst trägt das Ensemble DAS KOLORIT den Titel „Rheinsberger Hofkapelle 23/24“ (Strelitzius berichtete). Nach drei erfolgreichen Konzerten – zuletzt in der Rheinsberger St. Laurentius Kirche zu den Osterfestspielen – steht nun das nächste Highlight der aufstrebenden Musikerinnen und Musiker im Veranstaltungskalender des Ruppiner Landes. Das Konzert am Pfingstsonntag, 19. Mai, um 18 Uhr findet im historischen Spiegelsaal des Rheinsberger Schlosses statt. Der Titel des Abends – „Mosaik“ – verspricht ein buntes Konzertkonzept voller Klangfarben bei bester Unterhaltung.
Auf dem Programm stehen lebendige Tanzmusiken, beeindruckenden Arias des 16. Jahrhunderts und virtuose Flötenmusik der aristokratischen Komponistin Wilhelmine von Bayreuth. Ein abwechslungsreiches und spannendes Konzert erwartet somit das Publikum, das sich außerdem auf ein Stück der britischen Komponistin Wilma Pistorius freuen darf, das eigens für die Rheinsberger Hofkapelle komponiert wurde. Neben der Cembalistin Rosalía Gómez Lasheras musizieren der Barockgittarist Leon Jänicke, die Flötistin Sophia Schambeck sowie Mariona Mateu Carles am Barockcello.
Die glücklichen Gewinner Annie Gard, Theo Small, Duane Thomas Fields und Johannes Festerling (von links). Foto: Musikkultur Rheinsberg
Die nächste Rheinsberger Hofkapelle kommt aus Bremen: „False Consonance“ – das sind Annie Gard (Barockvioline), Theo Small (Traversflöte), Duane Thomas Fields (Barockcello/Viola da Gamba) und Johannes Festerling (Laute/Theorbe). Im öffentlichen Auswahlkonzert im Schlosstheater Rheinsberg am vergangenen Freitag setzte sich das vierköpfige Ensemble gegen die Ensembles „Tra Noi“ und „Caos limitato“ durch. Ursprünglich hatten sich zwölf Ensembles aus aller Welt beworben. Auch „False Consonance“ ist international aufgestellt: In Bremen studiert und zusammengefunden, kommen die vier Mitglieder ursprünglich aus Australien, den USA und dem Harz.
„Das Ensemble hat seine ungewöhnliche Besetzung aus Traversflöte, Barockvioline, Viola da Gamba und Laute – wohlgemerkt ohne Cembalo – zum Konzept gemacht und das thematisch spannendste Konzertprogramm abgeliefert. Das Zusammenspiel war dabei auf einem sehr hohen Niveau“, so Akademieleiter Marcus Friedrich. „Wir freuen uns auf die Saison 24/25, in der die jungen Musikerinnen und Musiker bei uns in Rheinsberg regelmäßig residieren und inspirierende Konzerte geben werden.“
Am Freitag, 19. Januar, um 19 Uhr, stellen sich drei Ensembles der Alten Musik beim Auswahlkonzert im Schlosstheater Rheinsberg vor. Wer ab September 2024 neue „Rheinsberger Hofkapelle“ wird, entscheidet eine fachkundige Jury im Anschluss an die Auftritte. Um den Titel und das damit verbundene einjährige Förder- und Residenzprogramm hatten sich insgesamt zwölf Ensembles mit Mitgliedern aus aller Welt beworben. Im Finale präsentieren sich bei freiem Eintritt nun die Ensembles „False Consonance“, „Caos limitato“ sowie „Tra Noi“ und stellen ihr virtuoses Können in einem jeweils 20-minütigen Programm mit konzeptuellem Bezug zum Thema „Historische Rheinsberger Hofkapelle“ unter Beweis.
Die Ensembles
„False Consonance“ verzichtet auf sperrige Tasteninstrumente und kann so flexibel jede Art von Raum bespielen. Auf den Konzertprogrammen stehen meist spezielle Arrangements ursprünglich stark instrumentierter Werke in einer minimalen Kammermusikbesetzung, wie es auch im 17. und 18. Jahrhundert üblich war. Somit wird eine Art „Taschenmusik“ geschaffen, die sowohl aus original besetzter Kammermusik als auch auf eigenen Bearbeitungen großer Orchesterwerke oder Opern besteht.
Bei „Tra Noi“ begegnen sich historisch informierte Aufführungspraxis und musikalische Gegenwart: Als Spezialisten für Alte Musik öffnen sich die Musiker auch zeitgenössischen Klängen in neuartigen Konzertformaten. Das Ensemble ist u.a. Preisträger des Wiener Konzerthauspreises und des Publikumspreises des Biagio Marini Wettbewerbs.
„Caos limitato“ widmet sich dem instrumentalen Repertoire des frühen bis späten Barock und lotet in unterschiedlichen Konstellationen den Raum zwischen historisch informierter Praxis und neuen musikalischen Ideen aus. Im Jahr 2022 war „Caos limitato“ 1. Förderpreisträger der Tage Alter Musik im Saarland und gewann 2023 alle Sonderpreise der göttingen händel competition.
Seit 2000 vergibt die Musikakademie Rheinsberg jährlich den geschützten Titel „Rheinsberger Hofkapelle“ an ein junges Ensemble für historische Aufführungspraxis. Foto: Teresa Mammel
Da ist sie endlich: die Rheinsberger Hofkapelle der Saison 23/24! Das vierköpfige Barockensemble DAS KOLORIT setzte sich Anfang des Jahres im Wettbewerb an der Musikakademie Rheinsberg gegen zahlreiche Mitbewerber durch. Nun stellen sich die Alte-Musik-Spezialisten erstmals in ihrer neuen Funktion dem regionalen Publikum vor. Am Mittwoch, 6. Dezember, ab 19 Uhr, steht in der Remise am Schloss „Charles Burneys Europareise“ auf dem Programm: Herrliche Anekdoten des britischen Musikwissenschaftlers Charles Burney treffen auf Musik von Vivaldi, Mozart, Hasse und weiteren Komponisten des 18. Jahrhunderts.
DAS KOLORIT – das sind Rosalía Gómez Lasheras am Cembalo, Leon Jänicke an der Barockgitarre, Mariona Mateu Carles an der Violone und Sophia Schambeck mit der Blockflöte. Der Name des Ensembles ist Programm: Zur DNA gehören eine breite Palette an Klangfarben, kreative Instrumentierungen und facettenreiche Konzertformate. So auch an diesem Abend, wenn Kammermusik auf Lesung trifft, inspiriert von den Abenteuern des britischen Musikwissenschaftlers Charles Burney. Der reiste vor 250 Jahren durch Europa und besuchte den Philosophen Jean-Jacques Rousseau in Frankreich, hörte den jungen Mozart in Italien und traf Voltaire und viele weitere Persönlichkeiten der damaligen Zeit.
Mit Burneys lebhaften, teils bissigen und amüsanten Beschreibungen seiner Erlebnisse und Musikstücke zeichnet die neue Hofkapelle ein schillerndes Bild des 18. Jahrhunderts. Ein kurzweiliger Abend, der den aufstrebenden Profimusikern aus Spanien, Katalonien und Deutschland einen gebührenden Einstand in Rheinsberg verheißt!
Es ist so weit: Die einjährige Residenz der Rheinsberger Hofkapelle 22/23 neigt sich dem Ende zu, und so gibt das „Ensemble Brezza“ sein letztes Rheinsberg-Konzert. Am kommenden Sonnabend, 16. September, um 19 Uhr, verabschiedet sich der Klangkörper mit einem exklusiven Programm vom Rheinsberger Publikum.
„Brezza“ heißt auf Italienisch „Brise“ – dieser Bedeutung macht das Ensemble alle Ehre, wenn es abermals ein facettenreiches Programm im Schlosstheater präsentiert: Bei „Potsdamer Palastmusik“, so der Titel des Abschiedskonzertes, erlebt das Publikum eine Expedition in barocke Klangwelten des 18. Jahrhunderts. Dort warten unter anderem Werke alter Kompositionsmeister wie Johann Sebastian Bach, Christoph Schaffrath oder dem Flötenvirtuosen Johann Joachim Quantz.
Das preisgekrönte „Ensemble Brezza“ spielt an diesem Abend als Trio: Neben dem Flötisten Pablo Gigosos und Marina Cabello del Castillo an der Gambe ist der Cembalist Gabriel Smallwood zu erleben. Eine spannende Besetzung, bei der Kammermusik subtil wie virtuos zum Leben zu erweckt wird.
Für Rheinsberg ist der Abschied auch ein Blick nach vorn – denn die Rheinsberger Hofkapelle 2023/24 steht in den Startlöchern: In der kommenden Saison wird das vierköpfige Ensemble „Das Kolorit“ im Schlosstheater mehrfach auftreten.