Junges Theater im Schlosstheater Rheinsberg. Symbolfoto: www.axellauer.de
Nach der ersten Ausgabe im ersten Halbjahr 2026 mit 24 Teilnehmenden geht der Rheinsberger Musik|Theaterclub in eine neue Runde: Ab/seit Donnerstag, 27. August, sind Kinder und Jugendliche aus Rheinsberg und der Region wieder eingeladen, selbst auf der Bühne aktiv zu werden. Vorkenntnisse braucht es dafür nicht – gefragt sind Neugier, eigene Ideen und Lust darauf, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.
Szene aus dem ersten gemeinsamen Projekt der Musikkultur Rheinsberg und des Opera Collective Ireland im August 2024. Foto: Uwe Hauth
Wie gelingt der professionelle Weg hoch hinauf auf Europas große Opernbühnen? Von solchen Geschichten erzählen aufstrebende Opernsängerinnen und -sänger aus Irland und Deutschland in dem Konzert „Opera Bridge“: Das Programm zeichnet die emotionalen Stationen auf dem Weg von der Hochschule in den internationalen Opernbetrieb anhand ausgewählter Arien von u. a. Händel, Mozart, Wagner, Britten, autobiografischer Texte und Live-Videoprojektionen nach.
Zu erleben ist ein kurzweiliges Programm unter der Leitung von Theatermacherin Sina Schmidt – plant im Anschluss übrigens einen Trinkwettbewerb – an der Schnittstelle von klassischer Musik und digitaler Kunst, das gleichzeitig eine künstlerische (Sinn-)Suche nach Authentizität in einem harten Opernbusiness darstellt. Das kostenfreie Event findet im Rahmen der Kammeroper Schloss Rheinsberg statt: am Donnerstag, 30. Juli, um 19 Uhr, im Schlosstheater.
Stephan Schmidt ist neuer Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg gGmbH. Der erfahrene Kulturmanager übernimmt sein Amt zum 1. September 2026 und folgt auf Dirk H. Beenken, der die Musikkultur Rheinsberg drei Jahre lang als Geschäftsführer geprägt hat und im Mai 2026 in den Ruhestand getreten ist. Schmidt verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in leitenden Positionen an renommierten Kulturinstitutionen.
Wenn am 24. April um 16 Uhr Jugendliche aus fünf Brandenburger Schulen im Schlosstheater Rheinsberg auf der Bühne stehen, präsentieren sie ein Stück, das sie über mehrere Monate hinweg selbst entwickelt haben. Für viele von ihnen ist es der erste Auftritt vor großem Publikum. Entstanden ist die Produktion „Kings* & Queens* – Eine musikalische Machtübernahme“ im Rahmen des Projekts „Musiktheater 360°“ der Musikkultur Rheinsberg. Das Bildungs- und Präventionsprojekt richtet sich an Jugendliche aus ländlichen und strukturschwachen Regionen Brandenburgs, insbesondere mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Im April 2026 begeht die Musikakademie Rheinsberg ein doppeltes Jubiläum: Seit 35 Jahren besteht sie als Landesakademie, seit 25 Jahren arbeitet sie zudem in ihrer heutigen Form als Bundesakademie. Als Teil der Musikkultur Rheinsberg gGmbH ist sie damit seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der kulturellen Infrastruktur Brandenburgs. Dabei zeigt ihre Entwicklung, wie sich kulturelle Bildung im ländlichen Raum strukturell verändert – und von dort aus zudem überregional wirkt.
Die Musikkultur Rheinsberg gGmbH setzt auf regionale Kooperation.
Ob Digitalisierung, Klimakrise, demografischer Wandel oder gesellschaftlicher Zusammenhalt: Auch im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin (OPR) steht die Kulturlandschaft vor langfristigen Herausforderungen. Um das regionale Kulturnetzwerk zu stärken und die kreative Infrastruktur auszubauen, wurde das Pilotprojekt „Zukunft #KreiskulturOPR“ ins Leben gerufen und im Laufe des Jahres 2024 durchgeführt: Dabei setzte die Musikkultur Rheinsberg gGmbH in Kooperation mit dem Kulturamt der Fontanestadt Neuruppin, dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin und der Kreisvolkshochschule Ostprignitz-Ruppin Impulse für eine zukunftsorientierte und vernetzte Kulturlandschaft. Die im Projekt entstandenen Ideen zeigen die kreative Vielfalt der Region und verdeutlichen, dass Kultur auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Ostprignitz-Ruppin ist: Sie schafft Arbeitsplätze, belebt den ländlichen Raum und stärkt die regionale Identität. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln der ELER-Förderung, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums.
Felix Görg, Leiter der Musikakademie der Musikkultur Rheinsberg: „Kultur in ländlichen Räumen hat ganz eigene Daseinsbedingungen – mit Herausforderungen, aber auch Chancen, die sichtbar gemacht werden müssen. Diese Chancen liegen vor allem in den engagierten Kulturakteurinnen und -akteuren. Genau das hat unser Projekt ‚Zukunft #KreiskulturOPR‘ eindrucksvoll gezeigt: Gemeinsam haben wir besondere Kulturveranstaltungen ko-kreiert und in Workshops innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen entwickelt.“
Die glücklichen Gewinner Annie Gard, Theo Small, Duane Thomas Fields und Johannes Festerling (von links). Foto: Musikkultur Rheinsberg
Die nächste Rheinsberger Hofkapelle kommt aus Bremen: „False Consonance“ – das sind Annie Gard (Barockvioline), Theo Small (Traversflöte), Duane Thomas Fields (Barockcello/Viola da Gamba) und Johannes Festerling (Laute/Theorbe). Im öffentlichen Auswahlkonzert im Schlosstheater Rheinsberg am vergangenen Freitag setzte sich das vierköpfige Ensemble gegen die Ensembles „Tra Noi“ und „Caos limitato“ durch. Ursprünglich hatten sich zwölf Ensembles aus aller Welt beworben. Auch „False Consonance“ ist international aufgestellt: In Bremen studiert und zusammengefunden, kommen die vier Mitglieder ursprünglich aus Australien, den USA und dem Harz.
„Das Ensemble hat seine ungewöhnliche Besetzung aus Traversflöte, Barockvioline, Viola da Gamba und Laute – wohlgemerkt ohne Cembalo – zum Konzept gemacht und das thematisch spannendste Konzertprogramm abgeliefert. Das Zusammenspiel war dabei auf einem sehr hohen Niveau“, so Akademieleiter Marcus Friedrich. „Wir freuen uns auf die Saison 24/25, in der die jungen Musikerinnen und Musiker bei uns in Rheinsberg regelmäßig residieren und inspirierende Konzerte geben werden.“