Auch 2026 wird es wieder die traditionelle Operngala im Schlosshof geben, hier ein Bild vom Vorjahr. Foto: Uwe Hauth
Seit 35 Jahren ist der Internationale Gesangswettbewerb der Kammeroper Schloss Rheinsberg eine Bank in der Entdeckung und Förderung junger Opernstimmen. Was 1991 als visionäres Konzept unter Komponistenlegende und Gründer Siegfried Matthus seinen innovativen Anfang nahm, zeigt auch im Jubiläumsjahr 2026, dass künstlerisch auf allerhöchstem Level ausgewählt und dargeboten wird. Und dass man den internationalen Vergleich mit ähnlichen Projekten und Wettbewerben zur Auszeichnung und Ausbildung der Opernstars von morgen in der weltweiten Klassikszene nicht scheuen muss.
Die Kammeroper Schloss Rheinsberg erweitert ihr Programm um einen fulminanten Schlusspunkt: Weltklasse-Hornistin Sarah Willis tritt zum Abschluss des Festivalsommers 2026 auf! Im Gepäck hat die amerikanisch-britische Blechblas-Virtuosin und Berliner Philharmonikerin ihr achtköpfiges Ensemble „The Sarahbanda“: Das Programm verbindet klassische Werke und kubanische Musik zu einer energiegeladenen Klangwelt, wie sie zwischen Brandenburg und Karibik sonst nirgendwo zu erleben ist. Das kurzweilige Saisonfinale im Schlosstheater Rheinsberg ereignet sich am Sonntag, 13. September, um 17 Uhr.
Impression vom internationalen Festival junger Opernsänger im Schloss Rheinsberg 2025. Hannah-Luisa Schmidt-Ott bei der Operngala. Foto: www.axellauer.de
Mit Giovanni Paisiellos Opera buffa „Der Barbier von Sevilla“ bleibt sich die Kammeroper Schloss Rheinsberg auch unter der neuen künstlerischen Leitung des Belgiers Jelle Dierickx treu: Wiederentdeckungen von Opernjuwelen gehören seit ihrer Gründung zur DNA des brandenburgischen Festivals. Zu den Osterfeiertagen präsentiert die Kammeroper Schloss Rheinsberg daher eine Rarität, die dem Stoff nach zu den meistgespielten des Musiktheaters überhaupt gehört, in der Vertonung von Giovanni Paisiello heute jedoch kaum auf den Spielplänen zu finden ist. Dabei steht das Werk der heute in der Opernwelt omnipräsenten Version Gioachino Rossinis an Genialität in nichts nach, ist in seiner Figurenzeichnung sogar feiner und mindestens genauso voller eingängiger Melodien.
Der umtriebige Barbier Figaro ist mehr als nur Herr über Schere und Rasiermesser: Der gerissene Alleskönner schmiedet für jede verzwickte Lage einen Plan – und ist nun als Heiratsvermittler gefragt. Denn der liebestolle Graf Almaviva hat in der klugen Rosina seine große Liebe gefunden, und die junge Frau erwidert seine Gefühle. Dummerweise steht sie unter der Obhut ihres geierhaften Vormunds, des griesgrämigen Doktor Bartolo. Um die jungen Liebenden zusammenzubringen, greift Figaro tief in seine Trickkiste: Mit lustvoller List und clever inszenierten Verkleidungsspielen stürzt er alle in ein Chaos voller turbulenter Verwicklungen.
Vom 30. Juni bis 6. September 2026 wird Rheinsberg zum Kunstlabor für die Opernstars von morgen: Mit dem Sommerprogramm ihres 35. Internationalen Festivals junger Opernsängerinnen bietet die Kammeroper Schloss Rheinsberg ein dichtes Festspielprogramm mit insgesamt 28 Aufführungen – von Musiktheater im Schlosshof über Open-Air-Abende im Heckentheater bis zu Konzerten im Spiegelsaal und Schlosstheater.
Das Schlosstheater Rheinsberg. Foto: Andreas Kunow
Mit dem Frühlingsprogramm vom 3. bis 25. April 2026 startet die Kammeroper Schloss Rheinsberg mit ihrem Internationalen Festival junger Opernsänger*innen in eine neue künstlerische Phase unter Dr. Jelle Dierickx. Das Jahresmotiv „Auf Entdeckungsreise mit Heinrich und Wilhelmine“ verbindet die Spielzeit mit den 300. Geburtstagen des preußischen Prinzen Heinrich (18. Januar 1726) und Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel (25. Februar 1726): Gesucht werden sowohl die historischen Persönlichkeiten des kleinen Bruders Friedrichs des Großen und seiner Ehefrau als auch ihre Spiegelungen in der Gegenwart.
Freude bei der Musikkultur Rheinsberg: Die Bilanz für den Festivalsommer 2025 ist überaus positiv. Rund 8500 Besucher erlebten 26 Veranstaltungen an den Spielstätten rund um das Rheinsberger Schloss: drei Musiktheater-Premieren mit insgesamt 17 Aufführungen sowie neun Konzerte – davon acht mit Preisträgern des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 84 % und damit deutlich höher als im Vorjahr; die Open-Air-Hauptproduktion „Die Fledermaus“ erreichte sogar 87 %. Es war – an der Besucherzahl gemessen – die erfolgreichste Produktion in der Ära von Georg Quander als Künstlerischem Leiter (2018 – 2025). Nach 7000 im Jahr 2023 und 7500 im Jahr 2024 liegt zudem die Gesamtbesucherzahl 2025 erneut spürbar höher.
Premiere August 2024, Bundesakademie für junges Musiktheater #BAJMT; Kammeroper Schloss Rheinsberg. Fotos: Uwe Hauth
Der Mond ist für den Menschen vieles: Mysterium, Symbol der Zeit, für Fortschritt, Projektionsfläche und Sehnsuchtsort! Zum Abschluss des Festivalsommers der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2025 lässt die Bundesakademie für junges Musiktheater (#BAJMT) zwei Opern miteinander verschmelzen, die sich der Faszination für den Mond annehmen: Joseph Haydns „Il mondo della luna“ und Lorenzo Romanos „La Luna“. Das bemerkenswerte Doppel geht eine Symbiose ein, das musikalische Stile unterschiedlicher Epochen aufeinanderprallen lässt – und kreiert so rund um die Faszination Mond ein vielschichtiges und unterhaltsames Klangkaleidoskop.
Amelie Sophie Gorzellik als Rosalinde, Rebecca Aline Frese als Prinz Orlofsky und Maximilian Vogler als Eisenstein (von rechts). Fotos: Axel Lauer
Die Ehe der Eisensteins läuft längst nicht mehr rund, das Hausmädchen Adele träumt vom Star-Dasein, und Dr. Falke hat eine ganz persönliche Rechnung zu begleichen: Was im gutbürgerlichen Wohnzimmer rührend beginnt, entpuppt sich auf dem Maskenball des exzentrischen Prinzen Orlofsky als pure Heuchelei – bis sich sämtliche Figuren im Gefängnis wieder treffen. Johann Strauss’ „Die Fledermaus“ ist eine Operette voller Situationskomik, ironischer Lebensweisheiten und bitterbösem Humor. Zu erleben ist die Open-Air-Produktion im Hof des Rheinsberger Schlosses in insgesamt acht Vorstellungen zwischen dem 2. und 15. August.
Isabel Weller als Aminta und Miltiadis Tzimourtos als Agenore. Fotos: Uwe Hauth
Auf den Spielplan des Festivalsommers der Kammeroper Schloss Rheinsberg kehrt diesen Juli eine gefeierte Produktion zurück: „Der königliche Hirte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die bei den Osterfestspielen 2025 bereits von Publikum und Presse begeistert aufgenommen wurde. Die insgesamt sechs Aufführungen finden zwischen dem 18. und 29. Juli 2025 im Schlosstheater Rheinsberg statt.
Hintere Reihe von links: Letícia Peixoto de Moraes, Hannah Schmidt-Ott, Iwona Semla, Kang Kang, Robin Park, Hyewon Seo; vordere Reihe von links): Maximilian Anger, Frank-Rudi Schwochow, Georg Quander, Anja Blumenstein, Ellen Krukenberg, Hans Kim, Clemens Seewald. Foto: Albert Heilmann
Mit einer offiziellen Begrüßung im Schlosstheater begannen am Montagmorgen, dem 30. Juni, die Proben zum diesjährigen Festivalsommer der Kammeroper Schloss Rheinsberg: Prof. Georg Quander, der Künstlerische Leiter, hieß die Preisträgerinnen und Preisträger des hauseigenen Internationalen Gesangswettbewerbs herzlich in der Kulturstadt Rheinsberg willkommen. Für die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, die sich seit vielen Jahren für die Kultur in der Region engagiert und die Kammeroper als Hauptsponsor unterstützt, begrüßte Vorstandsmitglied Anja Blumenstein die angereisten Künstlerinnen und Künstler ebenso wie Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow.