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Premiere der Operette „Die Fledermaus“ nach Johann Strauss an der Kammeroper im Schloss Rheinsberg. Foto: © www.axellauer.de

Freude bei der Musikkultur Rheinsberg: Die Bilanz für den Festivalsommer 2025 ist überaus positiv. Rund 8500 Besucher erlebten 26 Veranstaltungen an den Spielstätten rund um das Rheinsberger Schloss: drei Musiktheater-Premieren mit insgesamt 17 Aufführungen sowie neun Konzerte – davon acht mit Preisträgern des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 84 % und damit deutlich höher als im Vorjahr; die Open-Air-Hauptproduktion „Die Fledermaus“ erreichte sogar 87 %. Es war – an der Besucherzahl gemessen – die erfolgreichste Produktion in der Ära von Georg Quander als Künstlerischem Leiter (2018 – 2025). Nach 7000 im Jahr 2023 und 7500 im Jahr 2024 liegt zudem die Gesamtbesucherzahl 2025 erneut spürbar höher.

Mit Johann Strauss’ Meisteroperette „Die Fledermaus“ setzte die Kammeroper im Jahr des weltweit gefeierten Strauss-200-Jubiläums einen glanzvollen Open-Air-Akzent im Schlosshof – unter Mitwirkung des Vokalsystems Berlin. Mozarts „Der königliche Hirte“ bot im Schlosstheater einen konzentriert-humorvollen Theaterabend mit der Kammerakademie Potsdam. Den Abschluss bildete der Doppelabend der Bundesakademie für Junges Musiktheater 2025 mit einer visionären Verschmelzung von Joseph Haydns „Il mondo della luna“ und Lorenzo Romanos „La Luna“, das nach der Hamburger Uraufführung 2022 in Rheinsberg seine Zweitaufführung erlebte – begleitet vom Ensemble Quillo, das jüngst mit dem OPUS KLASSIK 2025 in der Kategorie Nachwuchsförderung ausgezeichnet wurde.

Programmprofil findet sein Publikum

Prof. Georg Quander, scheidender Künstlerischer Leiter der Musikkultur Rheinsberg: „Es freut mich sehr, dass die letzte Saison unter meiner künstlerischen Gesamtleitung so erfolgreich abgeschlossen hat. Die Spielzeit brachte einmal mehr die Bestätigung, dass unser Programmprofil mit einem anspruchsvollen Spielplan aus wenig bekannten Werken und populären Stücken, wie im Fall von Mozarts ‚Der königliche Hirte‘ einerseits und der ‚Fledermaus‘ andererseits, sein Publikum findet. Das bestätigt auch der Rückblick auf die zurückliegenden Jahre, in dem neben Repertoirestücken wie ‚Fidelio‘, ‚Die Entführung aus dem Serail‘ und ‚Hänsel und Gretel‘ gerade auch so randständige, aber wertvolle Werke wie Cimarosas ‚Gli Orazi e i Curiazi‘, Paisiellos ‚La Molinara‘ und die leider aus dem Repertoire zu Unrecht fast verschwundenen Spielopern wie Flotows ‚Martha‘ und Smetanas ‚Verkaufter Braut‘ die Zuschauer nach Rheinsberg zu locken vermochten – ein Erfolgsrezept auch für die Zukunft?“

Zwischen den Musiktheaterproduktionen sorgte ein breites Konzertprogramm für künstlerische Vielfalt: die traditionelle Operngala mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt, Liederabende, Matineen und die Meisterklasse von Weltstar Vivica Genaux ergänzten den Spielplan. Ausgangspunkt – und Herzstück – ist seit über drei Jahrzehnten der Internationale Gesangswettbewerb: 354 Bewerbungen aus 46 Nationen bedeuteten die besten Zahlen seit Jahren (ca. +65 % zum Vorjahr). Nach einer Vorauswahl wurde rund ein Drittel der Bewerber zum Vorsingen eingeladen; insgesamt konnten 35 Nachwuchskünstler einen der begehrten Preisträger-Plätze in Produktionen und Konzertformaten ergattern. Die für ihre Nachwuchsförderung geschätzte Marke „Kammeroper Schloss Rheinsberg“ hat ihre Relevanz im internationalen Klassiknetzwerk damit abermals unter Beweis gestellt.

Ziel deutlich übertroffen

Dirk H. Beenken, Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg: „Unser Ziel von 60 % Auslastung haben wir deutlich übertroffen. Dabei hat sich unsere Strategie, den witterungsanfälligen Juli im Schlosstheater und den erfahrungsgemäß stabileren August Open-Air zu spielen, voll ausgezahlt: durchweg positive Kritiken, begeisterter Applaus und – auch dank der Mundpropaganda unseres treuen Publikums – stark steigende Zuschauerzahlen während des Festivalverlaufs. Mein besonderer Dank gilt Georg Quander für sieben Jahre prägende Arbeit, den Künstler*innen, den Orchestern und dem gesamten Team der Musikkultur Rheinsberg. Dank auch an unsere Förderer und Sponsoren: Trotz knapper Landesmittel ein so überzeugendes Festival auf die Beine zu stellen, ist eine Teamleistung. Auf dieser Basis gehen wir selbstbewusst ins kommende Jahr – mit dem 300. Geburtstag Prinz Heinrichs und unter der neuen künstlerischen Leitung von Jelle Dierickx.“