Ab dem 1. Januar 2025 werden die Mehrkosten, die in Stromnetzen mit besonders viel Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien entstehen, bundesweit gerechter verteilt. Das hatte die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern lange gefordert – mit Erfolg. Die Bundesnetzagentur hat eine entsprechende Festlegung unter https://www.bundesnetzagentur.de/1025794 veröffentlicht.
In Mecklenburg-Vorpommern, das besonders viel aus Wind- und Solarenergie produzierten Strom liefert, sorgt die veränderte Kostenverteilung schon im kommenden Jahr für deutlich niedrigere Strom-Netzentgelte. So informiert heute etwa die WEMAG Netz GmbH, dass die Strom-Netzentgelte ihrer Haushaltskunden 2025 voraussichtlich um fast 40 Prozent unter denen des laufenden Jahres liegen werden. Auch kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von der Netzentgeltsenkung. Insgesamt rechnet das Wirtschaftsministerium mit einer Entlastung der Stromverbraucher in Mecklenburg-Vorpommern von ca. 170 Millionen Euro pro Jahr. Ein Standardhaushalt könnte um bis zu 210 Euro jährlich entlastet werden.
„Unsere Mobilitätsoffensive zeigt Wirkung. In den ersten 500 Tagen waren alle Beteiligten mit viel Tempo unterwegs. Die Rufbusse sorgen an immer mehr Orten für neue Mobilität – die Nutzerzahlen verdoppeln sich teilweise im Wochentakt. Mit unseren auf 29 Euro vergünstigten Deutschlandtickets sind Senioren und Azubis aus MV deutschlandweit günstig unterwegs. Im ersten Jahr wurde allein unser Deutschlandticket für Seniorinnen und Senioren mehr als 420.000 mal verkauft. Immer mehr neue Regiobuslinien verbinden jetzt in enger Taktung unsere Städte und Dörfer.“ Das hat Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit mit Blick auf die vor 500 Tagen (5. April 2023) vorgestellte Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern gesagt.
Ziel der Mobilitätsoffensive MV ist es, mit attraktiven Angeboten eine verbesserte Mobilität insbesondere im ländlichen Raum zu schaffen. Dafür werden drei Säulen der Mobilität gestärkt und weiterentwickelt: Der Schienenpersonennahverkehr wird mit neuen Angeboten und einer schnelleren Taktung ausgebaut und es wird in die Schieneninfrastruktur investiert. Neu eingeführte Regiobuslinien bilden ein neues, die Zentren und ländlichen Räume des Landes verbindendes Netz. Landesweit wird ein System von Rufbussen eingeführt, das es auch den Menschen in kleineren Orten ermöglicht, ohne eigenes Verkehrsmittel mobil zu sein.
Reinhard Meyer: „Die Rufbusse sind schon jetzt ein echtes Erfolgsmodell und werden wunderbar angenommen. In vier von sechs Landkreisen sind die Rufbusse schon heute flächendeckend im Einsatz und auch in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald wird der Service Schritt für Schritt weiter ausgebaut.“
Auch beim Ausbau des Angebots auf der Schiene zeige die Mobilitätsoffensive Ergebnisse: „Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 hat das Land MV rund 1,2 Millionen Leistungskilometer zusätzlich bestellt, das ist die größte Steigerung des Angebots im Schienenpersonennahverkehr seit der Bahnreform 1994/1995.“ Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die vielen Baustellen und der Mangel an Personal und Material bei der Bahn Spuren hinterlasse: „Der jahrzehntelange Investitionsstau bei der Bahn bremst unsere Mobilitätsoffensive auf der Schiene ein Stück weit aus. Es braucht Geduld, bis die Investitionen greifen und die Situation auf der Schiene flächendeckend besser wird.“
Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer hat sich am heutigen Donnerstag gemeinsam mit dem Unternehmen Kuhnle Tours GmbH über die derzeitige Situation an der Schleuse Wesenberg informiert. Der Schleusenbetrieb wird interimsweise durch Mitarbeitende des Unternehmens betreut. „Die Kuhnle Tours GmbH fördert den Tourismusstandort Mecklenburg-Vorpommern durch großes Engagement. Als die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zu Beginn der Saison ankündigte, aufgrund von Personalknappheit die Öffnungszeiten einschränken zu müssen, ist das Unternehmen kurzerhand eingesprungen. Das war enorm wichtig, um lange Wartezeiten an den Schleusen für Urlaubsgäste und einheimische Bootsfahrer zu reduzieren. Wassersport und Wassertourismus haben einen erheblichen Anteil an der regionalen Wertschöpfung. Schließlich verfügen wir gemeinsam mit Brandenburg und Berlin über das größte zusammenhängende Wassersportrevier Europas“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.
Die Kuhnle Tours GmbH (Kuhnle) hat eigene Mitarbeitende zu Schleusenwärtern ausbilden lassen, damit es in der Saison an den Schleusen zum Einsatz kommen kann. So können seit Juni 2024 an den nicht-automatisierten Schleusen der Mecklenburgischen Seenplatte die verlängerten Sommer-Öffnungszeiten angeboten werden. Die Schleusen öffnen dort jetzt von 7 bis 21 Uhr (letzte Einfahrt in die Schleuse um 20.45 Uhr). Die 20 Aushilfs-Schleusenwärterinnen und -wärter sind von Mitarbeitenden des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Oder-Havel (WSA) in einem dreitägigen Kurs in den Schleusendienst eingewiesen worden.
„Natürlich könnte dieses Modell zukünftig auch für andere Schleusen zum Einsatz kommen, um die erforderlichen Schleusenzeiten im Sommer abzusichern. Aber: Vorrangig bleibt es Aufgabe der zuständigen Bundesbehörden, ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen. Falls dies nicht gelingt, muss rechtzeitig – das heißt deutlich vor Saisonbeginn – informiert werden. Das habe ich mit der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn vereinbart“, sagte Meyer.
Wirtschaftsminister Meyer hat zudem mit der Generaldirektion besprochen, bereits im Anfang des Jahres 2025 die Funktionalität der Schleusen entlang der Seenplatte zu klären. Darüber hinaus wurde diskutiert, eine Nachwuchskampagne für Schleusenwärter vorzubereiten („Werde Schleusenwärter in MV!“).
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat in Rostock gemeinsam mit den Trägern des Preises die „Unternehmer/Unternehmerin des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern 2024“ ausgezeichnet. „Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft ist geprägt von mutigen Unternehmerinnen und Unternehmern, die unser Land voranbringen. Mit der Auszeichnung würdigen wir den unermüdlichen Einsatz derjenigen, die mit ihren unternehmerischen Fähigkeiten und Visionen maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes beitragen. Die Bereitschaft, für Mitarbeitende und Produktionsprozesse täglich die Verantwortung zu übernehmen, Investitionen zu wagen und sich für die Menschen vor Ort sozial zu engagieren, zeichnet sie aus. Die diesjährigen Preisträger kommen unter anderem aus der Lebensmittelindustrie, der Elektrotechnik, dem Tourismus und dem Fahrzeugbau. Diese Spannbreite spiegelt auch die Wirtschaft bei uns wider. Wir haben ein modernes, starkes und wettbewerbsfähiges Unternehmertum in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer vor Ort.
Preisträger in der Kategorie „Unternehmerpersönlichkeit“:Wolfgang Sengewisch; Möwe Teigwarenwerk GmbH, Waren (Müritz)
Das 1952 als Volkseigener Betrieb (VEB) gegründete Mecklenburger Teigwarenwerk in Waren (Müritz) hatte eine wechselvolle Geschichte genommen, bis Wolfgang Sengewisch im Jahr 2011 das Unternehmen als Geschäftsführender Gesellschafter auf eigene Faust übernahm. Von dieser Zeit an wurde kontinuierlich in Sortimentserweiterungen, Zertifizierungen und Erweiterungen der Absatzmärkte investiert. Seit dem vergangenen Jahr hat Mirko Bröcker die Geschäftsführung inne. „Wolfgang Sengewisch hat mit Mut und Durchhaltevermögen aus der Möwe Teigwaren GmbH ein erfolgreiches Unternehmen entwickelt. Heute steht der Betrieb aus Waren (Müritz) auf wirtschaftlich soliden Füssen. So konnte der langjährige Geschäftsführer im vergangenen Jahr das Unternehmen an eine neue Geschäftsführung übergeben. Auch diesen Prozess ist Wolfgang Sengewisch extrem professionell angegangen und hat ein Landeskind als Nachfolger gefunden“, sagte Meyer.
Das neue Logistikzentrum der Webasto Thermo & Comfort SE in Neubrandenburg ist offiziell eröffnet worden. „Das Unternehmen hat am Standort Neubrandenburg eine lange Tradition. Seit der Übernahme der DDR-Ölheiz- und Standheizgerätehersteller im Jahr 1990 durch Webasto wurde hier kontinuierlich ein modernes Produktionswerk für innovative und effiziente Standheizungen aufgebaut. Mit aktuell fast 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt Webasto damit zu den größten Arbeitgebern der Region. Unternehmen wie Webasto tragen durch ihre innovative Stärke und den Willen und die Bereitschaft in Forschung und Entwicklung zu investieren dazu bei, Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen und zu erhalten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer vor Ort.
Jetzt ist vor Ort ein neues Logistikzentrum entstanden. Der zweigeschossige Bau in unmittelbarer Nähe der Produktion bietet auf 1.800 Quadratmetern Nutzfläche Platz für ein vollautomatisiertes Lager mit einer Kapazität für 30.000 Kleinteile. Das neue Gebäude ist 27 Meter hoch und aus Stahlbauteilen gefertigt, deren schwerstes Element 30 Tonnen wiegt. Roboterisierte Be- und Entlade- sowie Transporttechnik sorgen in Kombination mit digital vernetzten Logistikprozessen für optimierte Abläufe. Das Gesamtkonzept sieht zudem vor, die einzelnen Kleinladungsträger der Produktion über fahrerlose Transportsysteme und Linien- bzw. Arbeitsplatzbestückungssysteme vollautomatisch bereitzustellen. Webasto investiert ca. sieben Millionen Euro in das Logistikzentrum als Teil eines Gesamtinvestitionsvorhabens.
„20 Jahre EU-Mitgliedschaft Polens – eine Erfolgsgeschichte für unsere bilaterale Zusammenarbeit“ lautete das Kernthema auf dem „Wirtschaftstag Polen“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern am heutigen Donnerstag. „In den vergangenen Jahren hat sich die enge Partnerschaft zwischen Mecklenburg-Vorpommern und der Republik Polen stetig weiterentwickelt, so dass heute insbesondere die Zusammenarbeit mit der Wojewodschaft Westpommern auf vielen Ebenen erfolgt. Beiden Seiten sind in der Region eng miteinander verbunden in den Bereichen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Gesellschaft Wir wollen die Zusammenarbeit weiter ausbauen und stärken. Beispielsweise bei der gemeinsamen Vermarktung von Gewerbestandorten – etwa im ‚Industriepark Berlin-Szczecin‘ in Pasewalk – sehe ich noch viel Potential“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.
2. Bauabschnitt im Industriepark Berlin-Szczecin in Umsetzung
Die Stadt Pasewalk beabsichtigt, den Industriegewerbegroßstandort – Industriepark Berlin-Szczecin – mit einer Gesamtfläche von 156 Hektar in mehreren Bauabschnitten zu erschließen. Aktuell befindet sich der 2. Bauabschnitt in der Umsetzung. Die Unternehmen Topregal GmbH und Birkenstock haben sich vor Ort bereits angesiedelt. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Erschließung des Industrieparks Berlin – Szczecin mit dem ersten Bauabschnitt (= 50,2 Hektar/Gesamtfläche Industriepark: 156 Hektar) mit rund 12,2 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro. „Der Industriepark bietet ideale Standortbedingungen für Großinvestoren durch die Nähe zur Autobahn A 20 und zur polnischen Grenze. Zudem grenzt der Industriestandort unmittelbar an das Kompetenzzentrum für Flugzeugbau und Flugzeugentwicklung sowie den Sonderlandeplatz Pasewalk-Franzfelde. Die Region diesseits und jenseits der Grenze profitieren gemeinsam von einem starken Gewerbestandort“, sagte Meyer.
Informationen zum Programm Interreg
Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen wird im Wesentlichen über das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen und das Interreg Programm Südliche Ostsee gesteuert. Dafür stehen in der Förderperiode 2021 bis 2027 über acht Milliarden Euro Mittel aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur europaweiten Umsetzung von Interreg bereit. Dabei geht es um gemeinsame Projekte, wie beispielsweise das „IBN – Informations- und Beratungsnetzwerk“. Ziel es ist, Unternehmen, Institutionen und Einwohner bei der Überwindung grenzüberschreitender Barrieren zu unterstützen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Grenzregion weiter auszubauen. Hierzu wird ein Netzwerk von deutsch-polnisch sprachigen Beratungsbüros im Programmraum geschaffen. Zudem gibt es das Projekt „POLSMA – Pomerania-Region lebt nachhaltiges Management“.
Unter Beteiligung von Partnern wie der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, der IHK Ostbrandenburg sowie der Nördlichen Handelskammer in Stettin wird das Thema „Erreichung von Klimaneutralität in Unternehmen in der Grenzregion mit dem Ziel der Schaffung einer „deutsch-polnischen Kompetenzregion Green Deal“ bearbeitet. Hierbei sollen insbesondere kleine und mittelständige Unternehmen auf die durch die Energiewende entstehenden Transformationsprozesse vorbereitet werden. „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn ist ein wichtiges Element. Mit dem Interreg-Programm haben wir die Möglichkeit, zahlreiche Projekte und Kooperationen zur gemeinsamen Gestaltung einer grenzüberschreitenden Entwicklung zu unterstützen“, sagte Meyer.
Informationen zum Im- und Export in Mecklenburg-Vorpommern
Polen ist der wichtigste Außenhandelspartner Mecklenburg-Vorpommerns. Im Jahr 2023 wurde mit rund 1,8 Milliarden Euro Warenaustausch der bisher höchste Wert erreicht. 2023 wurden aus Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von 756 Millionen Euro in die Republik Polen exportiert, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 12 Prozent bedeutet. Der Anteil am Gesamtexport Mecklenburg-Vorpommerns beträgt etwa 7,8 Prozent (2022: 6,8%). Polen belegt damit Platz 3 der wichtigsten Exportpartner des Landes. Die Hauptexportgüter waren Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (140 Millionen Euro), Fahrgestelle, Motoren und Teile für Kraftfahrzeuge (86 Millionen Euro) sowie Kunststoffe (38 Millionen Euro).
2023 wurden von Polen nach Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von rund einer Milliarde Euro importiert, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um ca. 4,6 Prozent bedeutet. Der Anteil am Gesamtimport Mecklenburg-Vorpommerns beträgt ca. 11 Prozent (2022: 9,4%). Polen belegt damit Platz 1 der wichtigsten Importpartner Mecklenburg-Vorpommerns. Die Hauptimportgüter 2023 waren Ölfrüchte (144 Millionen Euro), Weizen (74 Millionen Euro) sowie Eisen-, Blech- und Metallwaren (72 Millionen Euro).
Reinhard Meyer (links) hat gemeinsam mit Dr. Richard Lutz eine Rahmenvereinbarung unterschrieben.
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer hat am gestrigen Mittwoch gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Richard Lutz, eine Rahmenvereinbarung unterschrieben. Kern der Vereinbarung unter dem Namen MV-i+ ist die Einrichtung einer gemeinsamen Planungsgruppe für Infrastrukturprojekte des Schienenverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern im Zuge der laufenden Mobilitätsoffensive des Landes.
„Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Deutsche Bahn AG eint das Ziel, die Schieneninfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern zu verbessern. Ziel ist, die Erreichbarkeit der Region zu verbessern. Um zusätzliche Verkehre auf die umweltfreundliche Schiene verlagern zu können und damit dem Klimaschutz zu dienen, sind Investitionen in die bundeseigene Schieneninfrastruktur unerlässlich. Aufgrund der langen Planungsvorläufe in Deutschland sehen wir bereits jetzt die Notwendigkeit, Planungen in Gang zu setzen. Das Land ist bereit, dafür im Rahmen der haushaltsrechtlichen Gegebenheiten nötige Finanzmittel einzusetzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.
Dr. Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender: „Wir wollen den Schienenverkehr im Nordosten Deutschlands weiterentwickeln und stärken. Dank der Unterstützung und auch entsprechender finanzieller Beteiligung des Landes können wir jetzt bei vielen Infrastrukturprojekten in die Vorplanung gehen. So sorgen wir gemeinsam dafür, dass die Region mit der Bahn besser erreichbar ist und steigern damit ihre Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig ist die Vereinbarung ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur starken Schiene in Deutschland, um mehr Verkehr auf die klimafreundliche Schiene zu verlagern.“
In der aktuellen Fragestunde des Landtages am heutigen Donnerstag hat es für die Vier-Tore-Stadt gute Neuigkeiten gegeben: Neubrandenburgs Bahnsteigkanten könnten wieder verlängert und damit zukunftsfest gemacht werden. Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) sagte auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Jutta Wegner (Bündnis 90/Die Grünen), er habe die Verlängerung der Bahnsteige auf 210 Meter beauftragt (Strelitzius berichtete). Konkret betreffe das die Bahnsteigkanten 1 und 3. Bei den anstehenden Baumaßnahmen am Stellwerk im Neubrandenburger Bahnhof müsse dies bereits berücksichtigt werden, so der Minister. Die Bahnsteige waren Ende 2018 im Zuge des Bahnhofsumbaus auf 140 Meter verkürzt worden. Damit fuhren ICE und IC-Züge lediglich durch die Vier-Tore-Stadt hindurch und auch der Halt längerer Regionalzüge war nur bedingt möglich.
Jutta Wegner, mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, hatte zuletzt im vergangenen Herbst einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht, woraufhin Verkehrsminister Meyer zunächst eine Verlängerung auf 170 Meter zugesagt hatte. Seit 2013 setzt sich die Politikerin für die Option ein, die Neubrandenburger Bahnsteige verlängern zu können, um die drittgrößte Stadt des Landes wieder an den Fernverkehr anzubinden. Auch die grüne Stadtfraktion, zu der Wegner gehört, unterstützt die Forderung.
Im Landtag ist im Rahmen der Fragestunde unter anderem über mögliche Bahnsteigverlängerungen im Neubrandenburger Hauptbahnhof gesprochen worden. „Für das landes- und kommunalpolitische Ziel, das Oberzentrum Neubrandenburg endlich an den Schienenpersonenfernverkehr anzubinden, halte ich es für notwendig, die Bahnsteige 1 und 3 in Neubrandenburg auf 210 Meter zu verlängern. Damit sollen die Voraussetzungen für eine bessere Anbindung an den Fernverkehr mit entsprechenden Zuglängen geschaffen werden. Das ist ein wichtiges Element, um im Rahmen unserer Mobilitätsoffensive mehr Menschen für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu begeistern “, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer. „Ende Januar bin ich in Berlin zu Gesprächen mit Dr. Richard Lutz, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG. Das fortgeschriebene Bahnsteiglängenkonzept MV 2024 wird hierbei ein wichtiges Thema sein.“
Am Montag, den 22. Januar, findet eine digitale Sonder-Verkehrsministerkonferenz zwischen Bund und Ländern statt. Thema ist ein „Konzept zur Durchführung des Deutschlandtickets ab dem Jahre 2024“. Dabei soll es um die weitere Finanzierung des Deutschlandtickets von Bund und Ländern gehen. Statement von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer im Vorfeld der Konferenz:
„Das Deutschlandticket ist für Mecklenburg-Vorpommern eine Erfolgsgeschichte. Über das Ticket wird die Mobilität attraktiver und bezahlbar für alle. Das soll auch so bleiben, um mehr Menschen für einen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu begeistern. Jetzt wird diskutiert, den Preis nur ein Jahr nach der Einführung anzuheben. Das sehe ich kritisch.
Die den Verkehrsunternehmen entstehenden Erlösausfälle werden laut Beschluss der Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern bis einschließlich 2025 paritätisch durch Bund und die Länder in Höhe von jährlich insgesamt drei Milliarden Euro finanziert. Bund und Länder sind in der Pflicht, sich im Jahr 2024 rechtzeitig über die weitere Finanzierung des Deutschlandtickets einschließlich eines Mechanismus zur Fortschreibung des Ticketpreises zu verständigen. Wenn wir in ganz Deutschland weiterhin darauf setzen, das Deutschlandticket fortzuführen und damit den einfachen und bezahlbaren Zugang zum öffentlichen Personennahverkehr voranzutreiben, müssen Bund und Länder eine auskömmliche Finanzierung und eine verlässliche Preispolitik sicherstellen.
Mecklenburg-Vorpommern wird sich für einen gleichbleibenden Preis im Jahr 2024 einsetzen, in dem noch auskömmliche Ausgleichsmittel von Bund und Ländern zur Verfügung stehen. Das laufende Jahr muss durch Bund, Länder und die Branche genutzt werden, um die Wachstumspotenziale des Deutschlandtickets zu heben und alle Handlungsspielräume zu nutzen, um in den Folgejahren die Finanzierung des Deutschlandtickets zu sichern.
Dazu kommt: Die mögliche Preiserhöhung in 2024 wird derzeit auf Basis einer Prognose diskutiert, die auf die von den Verkehrsunternehmen und Tariforganisationen beantragten Erstattungssummen für die geschätzten Verlustausfälle in 2023 zurückgreift – es liegt noch keine Spitzabrechnung mit Ist-Einnahmen aus dem Deutschlandticket vor. Erst mit diesen Daten kann die für das Jahr 2023 anfallenden Erstattungssumme für die Verluste aus dem Deutschlandticket validiert werden. Das wird nach meiner Einschätzung zum Herbst 2024 möglich sein.“