Am Sonntag, den 14. Dezember, tritt der neue Jahresfahrplan 2026 im Schienenpersonennahverkehr in Kraft. Mecklenburg-Vorpommern verstärkt den Einsatz im Rahmen seiner erfolgreichen Mobilitätsoffensive.
„Wir verbessern das Mobilitätsangebot für die Bürgerinnen und Bürger auch im kommenden Jahr. Mit dem Fahrplanwechsel setzen wir weitere wichtige Bausteine unserer Mobilitätsoffensive um. Am 14. Dezember 2025 wird es erstmals eine stündliche Nahverkehrsverbindung zwischen Berlin und Stralsund auf der RE3-Strecke geben“, kündigt Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, an.
„Unsere Mobilitätsoffensive zeigt Wirkung. In den ersten 500 Tagen waren alle Beteiligten mit viel Tempo unterwegs. Die Rufbusse sorgen an immer mehr Orten für neue Mobilität – die Nutzerzahlen verdoppeln sich teilweise im Wochentakt. Mit unseren auf 29 Euro vergünstigten Deutschlandtickets sind Senioren und Azubis aus MV deutschlandweit günstig unterwegs. Im ersten Jahr wurde allein unser Deutschlandticket für Seniorinnen und Senioren mehr als 420.000 mal verkauft. Immer mehr neue Regiobuslinien verbinden jetzt in enger Taktung unsere Städte und Dörfer.“ Das hat Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit mit Blick auf die vor 500 Tagen (5. April 2023) vorgestellte Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern gesagt.
Ziel der Mobilitätsoffensive MV ist es, mit attraktiven Angeboten eine verbesserte Mobilität insbesondere im ländlichen Raum zu schaffen. Dafür werden drei Säulen der Mobilität gestärkt und weiterentwickelt: Der Schienenpersonennahverkehr wird mit neuen Angeboten und einer schnelleren Taktung ausgebaut und es wird in die Schieneninfrastruktur investiert. Neu eingeführte Regiobuslinien bilden ein neues, die Zentren und ländlichen Räume des Landes verbindendes Netz. Landesweit wird ein System von Rufbussen eingeführt, das es auch den Menschen in kleineren Orten ermöglicht, ohne eigenes Verkehrsmittel mobil zu sein.
Reinhard Meyer: „Die Rufbusse sind schon jetzt ein echtes Erfolgsmodell und werden wunderbar angenommen. In vier von sechs Landkreisen sind die Rufbusse schon heute flächendeckend im Einsatz und auch in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald wird der Service Schritt für Schritt weiter ausgebaut.“
Auch beim Ausbau des Angebots auf der Schiene zeige die Mobilitätsoffensive Ergebnisse: „Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 hat das Land MV rund 1,2 Millionen Leistungskilometer zusätzlich bestellt, das ist die größte Steigerung des Angebots im Schienenpersonennahverkehr seit der Bahnreform 1994/1995.“ Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die vielen Baustellen und der Mangel an Personal und Material bei der Bahn Spuren hinterlasse: „Der jahrzehntelange Investitionsstau bei der Bahn bremst unsere Mobilitätsoffensive auf der Schiene ein Stück weit aus. Es braucht Geduld, bis die Investitionen greifen und die Situation auf der Schiene flächendeckend besser wird.“
Seit heute profitieren Fahrgäste von der neuen Regional-Express-Linie RE50 zwischen Rostock, Güstrow, Waren und Neustrelitz. MV-Verkehrsminister Reinhard Meyer reagiert auf die gestiegene Nachfrage infolge des Deutschlandtickets.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern, das diese neue Verbindung bei DB Regio Nordost bestellt hat, stärkt damit im Rahmen der Mobilitätsoffensive MV die Attraktivität des ÖPNV sowohl für Berufspendlerinnen und -pendler als auch für den Freizeitverkehr. Die RE50 ist Bestandteil des Verkehrsvertrages Warnow und dessen Folgevertrag ab Dezember 2024. Zum Einsatz kommen fünfteilige TALENT 2 Fahrzeuge, wie sie auch auf der S-Bahn Rostock unterwegs sind. Diese Fahrzeuge werden für den Start des neuen Verkehrsvertrags sukzessive umgebaut und direkt im Anschluss wieder eingesetzt, sodass Fahrgäste künftig in immer mehr Fahrzeugen einen frischen Look, moderne Fahrgastinformationsdisplays, Steckdosen, WLAN und unterhaltsame Inhalte im Zugportal genießen können. Die ersten drei modernisierten Fahrzeuge sind bereits seit Mitte März regulär auf der S-Bahn und jetzt auch auf der neuen RE50 im Einsatz.
Verkehrsminister Reinhard Meyer betonte: „Rechtzeitig vor den Maifeiertagen geht es los. Das Nahverkehrsangebot auf der Strecke Rostock-Güstrow-Neustrelitz wird ausgeweitet. Damit gibt es nun stündlich eine Fahrt zwischen Rostock und Neustrelitz. Das Land hat die wichtige Leistungsausweitung im Rahmen seiner Mobilitätsoffensive geplant und bestellt. Der starke Nachfragezuwachs, der mit dem Deutschland-Ticket einhergeht, erfordert eine Kapazitätserhöhung des Angebotes im SPNV in Mecklenburg-Vorpommern.“
Minister Reinhard Meyer bei der Vorstellung der Mobilitätsoffensive im April in Schwerin. Foto: VMV
Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer hat zum Ende des Jahres eine Bilanz für die Bereiche Mobilität, Verkehr und Straßenbau in Mecklenburg-Vorpommern gezogen (Strelitzius berichtete). „Die Mobilität im Land muss klimafreundlich, sicher, bequem und bezahlbar für alle sein. Unsere Verkehrspolitik soll der Unterschiedlichkeit im Land zwischen größeren Städten, dem dünnbesiedelten ländlichen Raum und touristischen Räumen Rechnung tragen. Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs müssen attraktiver werden. Da sind wir auf einem guten Weg – die Mobilitätsoffensive ist gestartet und bietet bereits viele Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger.
Ziel der Mobilitätsoffensive des Landes ist die Schaffung eines Landesmobilitätsnetzes mit flächendeckenden schnellen vertakteten Bahn- und Busangeboten und Rufbussen, die auch die kleinsten Dörfer des Landes erschließen. Dazu hat das Wirtschaftsministerium drei Handlungsfelder definiert, die sich in der Umsetzung befinden: Ausbau- und Leistungsstrategie für den Schienenpersonennahverkehr, Einführung eines landesweiten Busnetzes (Regiobus MV) mit regelmäßigen Taktverkehren sowie die Einführung eines landesweit einheitlichen Rufbussystems. „Wir legen die Grundlagen, um für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern über den Ausbau der Angebote einen nachhaltigen Umstieg auf klimafreundliche öffentliche Verkehrssysteme in den Städten, aber insbesondere auch in den ländlichen Räumen einzuleiten. Das geht aber nicht von heute auf morgen. Deshalb gehen wir schrittweise voran“, sagte Meyer.