Wie in jedem Jahr sinkt die Zahl der Urlauber in der Region ab November deutlich und so geht auch das Hans-Fallada-Museum in die Nebensaison. Von November bis März ist das Museum in Hans Falladas einstigem Wohnhaus dienstags bis sonntags sowie feiertags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.
Aber auch in der besucherärmeren Zeit bietet das Museum Führungen, Vorträge und Literarische Spaziergänge an, sodass die musealen Angebote zwar zeitlich, keinesfalls aber inhaltlich eingeschränkt sind. Wer also einen Museumsbesuch mit viel Ruhe zu schätzen weiß, der ist gerade zwischen November und März im Hans-Fallada-Museum bestens aufgehoben.
In der Carwitzer „Welteneinsamkeit“ von Hans Fallada bietet das Museum Spannendes. Foto: Fallada-Gesellschaft
Wer den 3. Oktober, den Tag der Deutschen Einheit, mit einem Ausflug in die deutsche Literaturgeschichte passend begehen möchte, der ist im Carwitzer Hans-Fallada-Museum sehr gut aufgehoben. In der einstigen „Welteneinsamkeit“ des Schriftstellers Hans Fallada bietet das heutige Museum Spannendes nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und somit für die ganze Familie. Während die Eltern einen Erwachsenen-Audioführer nutzen, können die jüngeren Besucherinnen und Besucher mit einem eigenen Kinder-Audioführer oder einem Kinder-Rätselheft das Museum und das große Anwesen erkunden … und ganz nebenbei die Fallada-Kinderfiguren „Mäusecken Wackelohr“ und „Fridolin, der freche Dachs“ kennenzulernen, die vieles zu berichten wissen über Hans Fallada, dessen Kinder und den Alltag der Familie.
Am 3. Oktober ist das Museum von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ansonsten gelten folgende Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr.
Letztmalig in diesem Jahr heißt es am 17. September um 20 Uhr „freitags bei Fallada“ im Museum in Carwitz. „Thea. Tagebuch 1945“ – aus den Tagebüchern einer 18-Jährigen gibt es eine szenische Lesung mit Christa Unzner und Annette Bäder unter der Regie von Jens Finke.
Die 18-jährige Thea erlebt das Ende des Krieges auf einem Gutshof in Protzen im Ruppiner Land. Als Anfang des Jahres 1945 die Flüchtlingsmassen von Osten her anrollen, Gerüchte und Zweifel über den Ausgang des Krieges sich verdichten, beginnt in ihr ein Prozess der Erkenntnis. Von Westen her dröhnen die Flugzeuge der Alliierten in Richtung Berlin. Von Osten rückt die Rote Armee näher. Sie fürchtet um ihre Lieben, um Haus und Garten in Schöneiche. Der Aufruf zum Volkssturm löst in ihr Entsetzen und Grauen aus und sie beginnt zu begreifen, welch ungeheuerlichem Wahnsinn das deutsche Volk gefolgt ist. Sie schließt sich dem Treck gen Westen an, aber es ist zu spät: Die Rote Armee ist bereits einmarschiert und zwingt sie, nach Protzen zurückzukehren. Von dort aus tritt sie den Weg nach Hause an. Zu Fuß durchquert sie in drei Tagen die zerstörte Stadt Berlin.
Aus Theas Aufzeichnungen hat ihre Tochter Christa Unzner 75 Jahre später eine Graphic-Novel geschaffen, in der sie mit ihrer Mutter in einen fiktiven Dialog tritt. Unterstützt wird sie in der szenischen Umsetzung von Annette Bäder.
Christa Unzner studierte Gebrauchsgrafik in Berlin und hat etwa 150 Bücher illustriert, darunter auch einige Fallada-Titel. Auch schreibt und spielt sie Theaterstücke, unter anderem die Revue „Oh, Fallada!”. Viele Jahre lebte sie in Lateinamerika, derzeit lebt und arbeitet sie in Berlin und in Südfrankreich.
Annette Bäder arbeitet als Krankenschwester und lebt mit ihrem Mann in Schöneiche bei Berlin. Seit 2002 ist sie aktives Mitglied in einem Amateurtheaterensemble und ist aktuell an zwei verschiedenen szenischen Leseprojekten beteiligt.
Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €
Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel: „Aufgrund der augenblicklichen Situation müssen wir bei einem bestimmten Publikumsaufkommen eine Freiluftveranstaltung durchführen und möchten Sie bitten, sich dementsprechend zu kleiden! Karten können unter 039831 20359, über museum@fallada.de und direkt an der Museumskasse reserviert werden.“
Die Schauspielerin Cornelia Gutermann-Bauer. Foto: Günter Bauer
Theaterzeit am kommenden Freitag, den 10. September, um 20 Uhr, im Hans-Fallada-Museum Carwitz: Zur Aufführung gelangt „Das wahre Leben ist doch anders!“, eine rasante Liebeskomödie frei nach Anton Tschechow. In dem Einpersonenstück ist die Schauspielerin mit Cornelia Gutermann-Bauer zu erleben, Regie führte Günter Bauer.
Vor sieben Monaten ist ihr Mann gestorben. Nun ist sie Witwe, eine äußerst wohlhabende dazu! Und doch schleichen sich Trauer, Melancholie und Depressionen in ihren Alltag. Oder ist es doch eine Lebens- und Sinnkrise im täglichen Einerlei? Da kündigt sich überraschend Besuch an: Ein Fremder fordert die Zahlung einer ausstehenden Rechnung, die ihr verstorbener Mann zu Lebzeiten nicht beglichen haben soll. Es kommt zum Streit. Die Emotionen kochen hoch. Bald geht es nicht mehr nur um eine Geldforderung. Es geht um mehr, es geht um alles: um das Verhältnis von Mann und Frau, um die Liebe, um das Dasein im Allgemeinen, um das richtige Leben überhaupt! Während des Streits tritt dessen Anlass immer weiter in den Hintergrund. Und plötzlich ändert sich alles!
Was als leichte tiefgründige Komödie voller Schwung und Energie daherkommt, ist zugleich eine Parabel über den modernen Menschen und seine existenzielle Fragwürdigkeit. Wohlstand und Unabhängigkeit allein vermögen uns nicht glücklich zu machen … Cornelia Gutermann-Bauer bewältigt in einem Parforce-Ritt die Doppelrolle der Kontrahenten im Kampf der Geschlechter und sorgt für einen beeindruckenden Theaterabend.
Eintritt: 14 € / ermäßigt 12 €
Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel: „Aufgrund der augenblicklichen Situation können wir derzeit ausschließlich Freiluftveranstaltungen durchführen und möchten Sie bitten, sich dementsprechend zu kleiden! Bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen ist leider auch eine kurzfristige Absage möglich. Karten können unter 039831 20359, über museum@fallada.de und direkt an der Museumskasse reserviert werden.“
Am 3. September leider unbespielt: Das Scheunentheater des Hans-Fallada-Museums. Foto: Hans-Fallada-Gesellschaft
Die für Freitag, den 3. September, 20 Uhr, geplante Grammophon-Lesung „Kleiner Mann – was nun?“ mit dem Schauspieler, Chansonsänger und Regisseur Jo van Nelsen im Fallada-Museum Carwitz muss leider entfallen. Van Nelsens übergeordnete Engagements haben sich coronabedingt in den September verschoben, sodass er seine Reise in die Feldberger Seenlandschaft nicht antreten kann.
Unter besseren Umständen hätte das Hans-Fallada-Museum nach Angaben von Leiter Dr. Stefan Knüppel kurzfristig eine Alternative angeboten, aber bei der derzeitig sehr wechselhaften Wetterlage und den coronabedingt nur im Freien stattfindenden Veranstaltungen fällt die Lesung ersatzlos aus. Jo van Nelsen und das Hans-Fallada-Museum werden versuchen, die Lesung im nächsten Jahr nachzuholen.
Die Lyrik des Wolf Wondratschek steht am kommenden Freitag , den 27. August, um 20 Uhr, im Mittelpunkt einer musikalischen Lesung „Als der Mond noch ins Zimmer schien…“ im Hans-Fallada-Museum Carwitz. Als Kind schrieb er Regengedichte, in denen das Wort Regen nicht vorkommen durfte. Glücklich, wer später, in den 1970er und 1980er Jahren, einen Band von ihm und die neueste Platte der Rolling Stones aus dem Laden trug. Denn das schier Unglaubliche geschah: Die Lyrikbände Wolf Wondratscheks verkauften sich wie geschnitten Brot. Ihm wurden die Gedichte, Porträts und Reportagen förmlich aus der Schreibmaschine gerissen.
Gelesen werden die Gedichte vom Schauspieler Frank Köbe, der erfolgreich am Theater arbeitet, aber auch in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen zu erleben ist und zuletzt auf verschiedenen Kreuzfahrtschiffen als Entertainer engagiert war. Musikalisch begleitet wird er vom Komponisten Lothar Hensel am Bandoneon. Er studierte sein Instrument in Buenos Aires und Paris und spielte mit vielen renommierten Orchestern, unter anderem mit den Berliner Philharmonikern. Er komponierte Filmmusiken und Werke für Orchester, doch als seine größte Herausforderung sieht er das Komponieren von Bandoneonkonzerten.
Eintritt: 14 € / ermäßigt 12 €
Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel: „Aufgrund der augenblicklichen Situation können wir derzeit ausschließlich Freiluftveranstaltungen durchführen und möchten Sie bitten, sich dementsprechend zu kleiden! Bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen ist leider auch eine kurzfristige Absage möglich. Karten können unter 039831 20359, über museum@fallada.de und direkt an der Museumskasse reserviert werden.“
Im Fallada-Museum Carwitz liest am kommenden Freitag, den 20. August, um 20 Uhr der Schauspieler Jan Diemitz uner dem Titel „Lieber Hoppelpoppel – wo bist du?“ Hans Falladas Kurzgeschichten. Nicht nur als Romancier, sondern auch mit seiner kurzen Prosa, die ihm auch Ablenkung vom Romanschreiben und eine kurzfristige Möglichkeit des Geldverdienens bot, ist Hans Fallada bis heute populär. Zu erleben ist eine Auswahl der zwischen 1936 und 1946 entstandenen Fallada-Kurzgeschichten.
Jan Damitz hat 1994 die staatliche Bühnenreife erlangt, nachdem er seine Schauspielausbildung bei Dozenten der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“ abgeschlossen hatte. Es folgten zahlreiche Engagements an verschiedenen Bühnen und seit 2006 auch Auftritte in Fernsehfilmen und -serien. Damitz lebt und arbeitet in Berlin und ist mit seinen zahlreichen Programmen nicht nur regelmäßig unterwegs, sondern mit verschiedenen Fallada-Lesungen auch alljährlicher Gast im Hans-Fallada-Museum. Als moderierender und singender Frontmann des Swing-Ensembles „Meine Herr‘n“ feierte er auch bei den Hans-Fallada-Tagen große Erfolge.
Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €
Museumsleiter Dr. Stephan Knüppel: „Aufgrund der augenblicklichen Situation können wir derzeit ausschließlich Freiluftveranstaltungen durchführen und möchten Sie bitten, sich dementsprechend zu kleiden! Bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen ist leider auch eine kurzfristige Absage möglich.“
Karten können unter 039831 20359, über museum@fallada.de und direkt an der Museumskasse reserviert werden.
Hans Falladas „Geschichten aus der Murkelei“ aus dem Jahre 1938 zählen zu den Klassikern der deutschsprachigen Kinderliteratur und werden bis heute (vor-)gelesen. Unter anderem auch vom Leipziger Schauspieler, Kabarettisten und Autor Peter Treuner, der nach eigener Aussage ein solch treuer Feldberg- und Carwitz-Urlauber ist, dass er „eine imaginäre Inventarnummer der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf der Stirn“ trage. Da liegt es natürlich nahe, dass Peter Treuner die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen vergnüglichen und zudem viel von Falladas Familienleben und seinen erzieherischen Ansichten verratenden „Murkelei“-Geschichten am Ort ihrer Entstehung und weiter Teile ihrer Handlung zu Gehör bringt. Am kommenden Freitag, 13. August, um 20 Uhr, ist Treuner bei der Carwitzer Lesestunde im Fallada-Museum zu erleben bei einem spannenden und märchenhaften Abend, der gute Unterhaltung für die ganze Familie bietet!
Peter Treuner, Jahrgang 1956, ist seit 1986 Mitglied des Leipziger Kabaretts „academixer“ und schrieb viele Texte und zwei komplette Programme für das Kabarett. Darüber hinaus arbeitet er für das Radio und als Co-Autor für eine Serie des MDR und für Hape Kerkeling.
Aufgrund der augenblicklichen Situation können derzeit ausschließlich Freiluftveranstaltungen durchgeführt werden. Die Gäste werden daher gebeten, sich dementsprechend zu kleiden! Bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen ist leider auch ein kurzfristige Absage möglich. Karten können unter 039831 20359, über museum@fallada.de und direkt an der Museumskasse reserviert werden.
Die hier im Blog angekündigte Veranstaltung „Walzer in der Nacht. Camille Claudel – Bildhauerin und Frau“ am kommenden Freitagabend, 6. August, im Fallada-Museum in Carwitz, muss mit Blick auf die hohe Regenwahrscheinlichkeit abgesagt werden. „Wir können in diesem Jahr aufgrund der Corona-Regeln leider nur Freiluftveranstaltungen anbieten und sind daher stark vom Wetter abhängig“, so Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel. „Und mit Blick auf die sehr weite Anreise der Künstlerin und den sehr hohen Vorbereitungsaufwand für dieses Theaterstück mussten wir uns in Abstimmung mit der Schauspielerin, Sibylle M. Dordel, bereits jetzt für eine Absage entscheiden.“
„Walzer in der Nacht… Camille Claudel – Bildhauerin und Frau“ heißt ein Einpersonenstück von und mit der Schauspielerin und Autorin Sibylle M. Dordel unter der Regie von Dagmar Thole, das am kommenden Freitag, den 6. August, um 20 Uhr, im Fallada-Museum in Carwitz zur Aufführung gelangt. Camille Claudel ist untrennbar mit dem Namen Auguste Rodins verbunden, dessen Schülerin und Geliebte sie 13 Jahre lang war. Sähe man sie auch heute noch als die Camille, wenn es ihn nicht gegeben hätte? Warum musste sie 30 Jahre ihres Lebens in der geschlossenen Anstalt von Montdevergues verbringen? War es ein individuelles psychiatrisches Problem oder eher das einer engstirnigen patriarchalischen Gesellschaft, die ungewöhnliche und kreative Frauen nicht dulden konnte?
Zu erleben ist ein beeindruckendes Monodrama von und mit Sibylle M. Dordel. Sie ist als freie Schauspielerin auf der Bühne zu sehen, hält Lesungen und ist in Film und Funk aktiv.
Museumsleiter Dr. Stefn Knüppel: „Aufgrund der augenblicklichen Situation können wir derzeit ausschließlich Freiluftveranstaltungen durchführen und möchten unsere Gäste daher bitten, sich dementsprechend zu kleiden! Bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen ist leider auch ein kurzfristige Absage möglich.“
Karten können unter 039831 20359, über museum@fallada.de und direkt an der Museumskasse reserviert werden.