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Sebastian Köckler freut sich auf seine Gäste.

Es gibt Mitarbeiter am Neustrelitzer Theater, die glauben zu wissen, dass der Neuzugang aus dem Ruhrgebiet kommt. Was geografisch einigermaßen schlampig ist. Aber, so blickt der Osten Richtung Westen, und umgekehrt ist es nicht besser. Also, Sebastian Köckler verlegt dieser Tage seinen Wohnsitz von Köln, das am Rhein, aber eben nicht im Pott liegt, in die Neustrelitzer Augustastraße. Der neue Pächter des Theaterkellers wird ab 7. September seine Gaststätte öffnen, mittwochs, donnerstags und sonntags von 17 bis 23 Uhr, am Freitag und Sonnabend sogar bis 1 Uhr in der Frühe. Und das unabhängig von Vorstellungen im Bühnenhaus. Die Theatergänger werden von Foyer bis Keller natürlich auch durch den Gastronomen versorgt.

Köckler hat zwischen 2008 und 2011 schon mal als Küchenchef im Kölner Schauspielhaus gewirkt. „Das hat mir gefallen“, blickt er gern auf diese Zeit zurück. Auch zuletzt war er in der Gastronomie der Domstadt tätig. Der Neustrelitzer Theaterkeller war nicht Liebe auf den ersten Blick, gesteht Köckler im Gespräch mit Strelitzius. 2020 hatte er die Residenzstadt bei einem Kurzbesuch kennengelernt und eine entsprechende Anregung, das leer stehende Lokal zu übernehmen, dankend abgelehnt. „Ich hatte ja einen guten Job, aber der Keller ist mir im Kopf geblieben, und die Lebensumstände ändern sich.“ Im April 2022 war Sebastian Köckler wieder in Neustrelitz, und im Juli hatte er den Pachtvertrag in der Tasche.

Nicht ganz unschuldig am Entschluss des 49-Jährigen ist seine Frau, die Schriftstellerin und Publizistin Mirijam Günter. Die hatte seinerzeit ein Projekt mit Förderschülern nach Neustrelitz geführt und von der Schönheit der Residenzstadt und ihres Umlandes geschwärmt. Die Autorin wird ihrem Mann in absehbarer Zeit folgen, müsse sich aber von Köln noch „abnabeln“.

Von den Theaterleuten ist Sebastian Köckler mit offenen Armen empfangen worden. Groß war der Leidensdruck nach Jahren ohne Kneipe im Haus. Seine ersten Auftritte hat der Wahlneustrelitzer bereits mit einem Stand bei der Sommerkomödie auf dem Theatervorplatz. Da gibt es schon so ziemlich alle Getränke, die das Herz begehrt.

Bulettenduft ist göttlich

Nach Restaurierung der angejahrten Zapfanlage hofft der Wirt, ab Oktober in seinem Keller auch Fassbier anbieten zu können. Dazu soll es aus einer kleinen Küche Snacks zu Gersten- und Rebensaft geben. Mit Höherprozentigem wird noch vorsichtig experimentiert. Außerdem wird über zwei, drei Gerichte nachgedacht, wobei Köckler voller Rücksicht ist. Schließlich dürfe es im Theater nicht nach Essen riechen. Auch sei ihm zu Ohren gekommen, dass die alten Heizungsrohre als Schallüberträger wirken. Das müsse er noch testen. Auf keinen Fall dürfe der Vorstellungs- und der Probenbetrieb aus dem Theaterkeller heraus beeinträchtigt werden. Eine Ausnahme bilde vielleicht Bulettenduft, der sei ja schließlich göttlich.

Um seine Pläne umzusetzen, zu denen auch eigene Veranstaltungen gehören, braucht Sebastian Köckler noch ein bis zwei Mitstreiter. Wer Interesse hat, kann sich gern unter der Mailadresse theaterkeller.neustrelitz@gmail.com melden.“ Über eine neue Errungenschaft verfügt der Theaterkeller bereits. In Zusammenarbeit mit der Haustechnik wurde die Möglichkeit geschaffen, bei Tisch sein Handy zu laden. „Ich komme schließlich aus einer Medienstadt, da gehört das zum gastronomischen Standard“, betont der Zugezogene. Ich wünsche ihm nach einer angenehmen Unterhaltung heute von Herzen Erfolg mit dem Theaterkeller. Und dass es sich herumspricht mit der wiedereröffneten Traditionsadresse. Denn Außenwerbung und Denkmalschutz sind ein Kapitel für sich.

Da werden Erinnerungen wach…