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Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte haben sich bislang 1.217 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz registrieren lassen. Dem stehen 1.715 gemeldete betriebliche Ausbildungsplätze gegenüber. Ende Juli waren in der Seenplatte noch mehr als 780 Ausbildungsstellen unbesetzt, gut 450 Ausbildungssuchende suchen noch eine Lehrstelle. 

Natürlich ist es noch zu früh, eine sichere Einschätzung zur weiteren Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu geben. Aber ein Trend zeichnet sich ab: „Rein rechnerisch werden alle Suchenden einen Ausbildungsplatz finden. Anders trifft es einzelne Unternehmen. Hier werden wir die eine oder andere Ausbildungsstelle nicht besetzen können“, ist sich der Vize-Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Stephan Bünning, sicher.

Auf den zweiten Blick zur ersten Wahl

An die Adresse der Unternehmen, Freiberufler und Behörden appelliert er: „Geben Sie verstärkt auch jungen Menschen mit Handicap und Jugendlichen, die vielleicht erst auf den zweiten Blick zur ersten Wahl werden, eine Chance. Wenn Sie benachteiligte Jugendliche ausbilden, können diese mit unseren Hilfen unterstützt werden.“

Aus Gründen der Fairness richtet sich Bünning auch an die Jugendlichen: „Bitte sagt den Betrieben möglichst frühzeitig verbindlich zu oder ab, sobald eure Entscheidung gefallen ist. Natürlich ist es das gute Recht jedes Einzelnen, möglichst lange viele Eisen im Feuer zu haben, aber leider geht dieses ‚Festklammern‘ an mehrere Ausbildungsstellen zu Lasten vieler Unternehmen aber auch anderer Jungen und Mädchen, die noch keinen Ausbildungsbetrieb gefunden haben. Und bitte denkt unbedingt auch daran, euren Berufs- oder Studienberater in der Berufsberatung zu informieren.“

Freie Ausbildungsstellen gibt es noch in fast alle Branchen. Am meisten wird für folgende Ausbildungsberufe gesucht (Juli-Daten 2022):

  • Verkäufer/in:                                                  75
  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel:                  48
  • Forstwirt/in:                                                    33
  • Koch/Köchin:                                                 28
  • Handelsfachwirt/in (Ausbildung):                  21
  • Berufskraftfahrer/in:                                       18
  • Kaufmann/-frau – Büromanagement:            18
  • Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik:   17
  • Anlagenmech. – Sanitär-/Heiz.-Klimatech.:   17
  • Fachkraft – Lagerlogistik:                              17
  • Insgesamt:                                                    781

Auf der Seite www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen finden Jugendlich gebündelt und übersichtlich alle wichtigen Informationen und Angebote rund um das Thema Ausbildung. Das reicht von Tipps für die Berufswahl und dem Online-Berufserkundungstool „Check-U“ über das persönliche Gespräch mit der Berufsberatung – zum Beispiel per Videoberatung – bis hin zu mehr als 100.000 Ausbildungsplatzangeboten aus der BA-Jobbörse. Außerdem finden die Jugendlichen in einer Veranstaltungsdatenbank virtuelle Ausbildungsmessen, Speed-Datings und weitere (digitale) Events in ihrer Region. Auch Arbeitgeber, Eltern und Lehrkräfte finden auf der digitalen Informationsplattform Hinweise und weiterführende Links. 

Unternehmern, aber auch allen Spätentscheidern, die noch einen Ausbildungsplatz suchen oder sich über ihren beruflichen Weg noch nicht sicher sind, empfiehlt der Vize-Agenturchef: „Schnell zum Telefonhörer greifen und Kontakt zu unseren Spezialisten aufnehmen.“ Personalverantwortliche wählen hierfür die kostenlose Arbeitgeberservice-Rufnummer 0800 4 5555 20 und Jugendliche die gebührenfreie Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 oder die lokale Rufnummer 0395 766-1010.