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Im Juni waren in der Mecklenburgischen Seenplatte 819 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Mai, insgesamt 11.107. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres sind es 882 Arbeitslose weniger.

Stephan Bünning, Vizechef der Arbeitsagentur Neubrandenburg: „Die Arbeitsmarktzahlen geben Anlass für Zuversicht. Mit der fortgesetzten Frühjahrsbelebung – und weiterer Lockerungsschritten bei den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie – ist die Arbeitslosigkeit im Juni kräftig gesunken. So stark wie seit fünf Jahren – (Juni 2016 -873) – nicht mehr Die Zahl der Arbeitslosen liegt nicht nur wieder unter dem Niveau von Juni 2020 – als die Auswirkungen des 1. Lockdowns den Arbeitsmarkt stark beeinflussten – sondern ist auch nur noch 263 von der Zahl aus dem Juni vor der Pandemie entfernt.“

„Ich freue mich“, so Bünning, „dass im Vergleich zum Vormonat Mai die Arbeitslosenzahlen aller Alters- und Personengruppen gesunken sind –  ganz besonders über den überdurchschnittlichen Rückgang bei den älteren Arbeitslosen über 50 Jahre und den unter 20-Jährigen.“ Und nachdem die Aussichten lange durch die Corona-Krise getrübt waren, „erwarten wir eine umfassende Besserung in den kommenden Monaten auf dem Arbeitsmarkt. Optimismus zeigt sich sowohl bei den Aussichten zur Entwicklung der Kurzarbeit, der Arbeitslosigkeit als auch der Beschäftigung. Allerdings wird der wirtschaftliche Erholungskurs in den Branchen recht unterschiedlich sein“, sagt Bünning weiter.

Mit der beginnenden Ferienzeit enden auch Ausbildungen. Und junge Fachkräfte, die nicht von ihren Lehrbetrieben übernommen werden, kommen in diesen Tagen auf den Arbeitsmarkt. „Betriebe, die jetzt schnell reagieren, können sich frische Fachkräfte sichern und ihr Unternehmen für die Zukunft mit jungen Kräften stärken,“ empfiehlt der Arbeitsmarktexperte.

„Von der wachsenden Dynamik und den zunehmenden Chancen am Arbeitsmarkt profitieren besonders junge Menschen unter 20 Jahren“, sagte Bünning. „Junge Menschen sind häufig gut ausgebildet und damit die Fachkräfte, die Unternehmen suchen und sich jetzt sichern, um gut aus den konjunkturellen Startlöchern zu kommen.“ Vor einem Jahr waren junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom ersten Lockdown zunächst stärker betroffen. „Sie wurden“, so Bünning, „als frische Absolventen einer Ausbildung nicht eingestellt oder waren diejenigen im Betrieb, die aufgrund einer nur kurzen Zugehörigkeit als erste gehen mussten. Jetzt profitieren sie besonders vom Fachkräftebedarf der Unternehmen, der die Pandemie überdauert hat, in den vergangenen Monaten allenfalls aufgeschoben wurde und jetzt wieder deutlicher sichtbar wird.“ Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl junger arbeitslos gemeldeter Menschen – unter 20 Jahren – um 13,1 Prozent. Diese Entwicklung zeige auch, sagte Bünning, „wie wichtig eine gute Ausbildung ist“.

Ohne Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit deutlich höher. Im Juni wurde für 120 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt – 246 weniger als im Mai. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im Januar dieses Jahres 8.358 Mitarbeitende aus 1.332 Unternehmen in Kurzarbeit.