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Die Preisträgerinnen Henriette Thuir (vorn links)  und Solveig-Kristin Schmid (vorn 2. von rechts). Anerkennungen erhielten Jakob Seidel (2. Reihe links), Lea Marie Hammermeister (vorn Mitte) sowie Jasmin Schindler und Julia Vierziger (beide nicht auf dem Bild). Gratulanten waren Laudatorin Susanne Schulz und Bürgermeister Andreas Grund. Foto: Stadt Neustrelitz
 

Der Daniel-Sanders-Sprachpreis für Schülerinnen und Schüler der Stadt Neustrelitz wurde in diesem Jahr an Solveig-Kristin Schmid und Henriette Thuir verliehen. Beide besuchen die 11. Klasse am Gymnasium Carolinum in Neustrelitz.

Henriette Thuir nutzt in ihrem Text das plötzliche Ausgeliefertsein gegenüber der Pandemie als Aufhänger für eine Auseinandersetzung mit dem Für und Wider der Gentechnik zwischen Krankheitsbekämpfung und Optimierungssucht. Solveig-Kristin Schmid hatte den Mut zu einem sehr persönlich gehaltenen Text. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Biografie und Familiengeschichte eröffnet sie einen emotional wie sprachlich gelungenen Zugang zu so großen Worten wie Dankbarkeit und Wertschätzung und dem Aufruf, das vermeintlich Selbstverständliche als etwas Besonderes zu begreifen.

Außerdem erhielten Lea Marie Hammermeister, Jakob Seidel, Jasmin Schindler und Julia Vierziger, allesamt Abiturienten des Carolinums, Anerkennungen der Sprachpreis-Jury.

Die Laudatio anlässlich der Übergabe der Preise hielt Jurymitglied Susanne Schulz. „Dieser Jahrgang des Daniel-Sanders-Sprachpreises steht unter ganz eigenen Vorzeichen. Seit mehr als einem Jahr hat die Corona-Pandemie unser aller Leben in einer Weise verändert, die bis dahin nicht vorstellbar erschien, und unseren Alltag in einer Weise dominiert, die uns leicht glauben lassen könnte, es gäbe gar keine anderen Themen mehr in all dem, worüber wir sprechen und worüber wir schreiben. Die Einreichungen zeigen, dass es diese Themen sehr wohl gibt“, betonte die Journalistin. In einer Zeit, in der Kommunikation vielfach in elektronischer Form und schnellem Austausch stattfinde, würden die Bewerbungen außerdem zeigen, dass es dennoch keineswegs altmodisch werde, sich umfassend mit einem Thema auseinander zu setzen. Die Laudatorin ermutigte die Schüler, dies auch weiterhin zu tun. „Denken Sie, diskutieren Sie, argumentieren Sie – nutzen Sie die Kraft der Sprache!“

Coronabedingt fand die Übergabe der Preis in kleinem Rahmen statt. „Auch wenn diesmal zum ersten Mal in 22 Jahren keine Veranstaltung zur Preisverleihung stattfinden konnte, war es uns doch ein Bedürfnis, die Preise persönlich zu übergeben“, hob Bürgermeister Andreas Grund hervor. Die Stadt verleiht den Daniel-Sanders-Sprachpreis für Schülerinnen und Schüler seit 1999. Er ist eine Würdigung für Texte im nicht-literarischen Bereich. Der Preis ehrt zugleich den Gelehrten und Wörterbuchschreiber Daniel Sanders, der im 19. Jahrhundert in Strelitz (heute: -Alt) lebte. Seine Forderung nach einer klaren, verständlichen, angemessenen Sprache schlägt eine Brücke in unsere Zeit.