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Das Filmteam: Juan Rmzv (Cutter), Gunnar Rossow (Kamera), Lucas Thiem (Regie), Christoph Kurzweil (Autor, von rechts). Foto: Ulrich Krieger

Regisseur Lucas Thiem stellt seinen aktuellen Dokumentarfilm „Nicht hier um zu kritisieren – Theater bis der Vorhang fällt“ an diesem Mittwoch um 18 Uhr im Kino 1 der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz vor (Strelitzius berichtete). Thiem und sein Filmteam haben im Herbst 2015 das greifbar nahe Ende des Neustrelitzer Theaters filmisch begleitet. Das Ende wäre zu einer Zeit eingetreten, in der die deutsche Theaterlandschaft just zum immateriellen Kulturerbe erklärt wurde. Bekanntlich und glücklicherweise wurde das Ende abgewendet.

In der Entstehungszeit des Dokumentarfilms „Nicht hier um zu kritisieren – Theater bis der Vorhang fällt“ strebte die Landesregierung MV einen Zusammenschluss der Theaterstandorte Neustrelitz/Neubrandenburg und Stralsund/Greifswald an, was eine Reduzierung der bestehenden 4-Sparten-Häuser hin zu einspartigen Spielorten bedeutet hätte.

Im Falle einer Umsetzung der Pläne hätte das den Wegfall des Musiktheaters und der angegliederten Tanzkompanie geheißen. In der Konsequenz wäre eine tragende Säule des kulturellen Lebens in Neustrelitz weggefallen und hätte auf touristischer, gastronomischer und demografischer Ebene – und eben auf die einzelnen Lebensläufe der Betroffenen – weitreichende Folgen gehabt.

Wie es im Theater aussah, kurz vor dem befürchteten Ende, zeigt dieser Film. Dafür begleitete Thiem sechs Wochen lang die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landestheaters, deren Arbeitsplätze in unmittelbarer Gefahr waren, und fing die Stimmung hinter den Kulissen auf. Das Ergebnis: Ein spannender Film, der die Verbundenheit der Neustrelitzer mit ihrem Theater sichtbar macht. Ich hatte die Freude, den Film bereits bei seiner Neustrelitzer Premiere im Landestheater sehen zu dürfen, und kann das nur unterstreichen. Unbedingt hingehen und anschauen!