Winterzeit ist auch in der Strelitzius-Küche Eintopfzeit. Da ich gesundheitlich ein bisschen angeschlagen bin, habe ich mal unter Omas Wohlfühl-Rezepten herumgekramt und mich für eine gute Hühnersuppe entschieden. Die macht bekanntlich fit und auch noch glücklich. Zudem ist der Aufwand wirklich minimal. Also, wenn es mal schnell gehen soll…
In zwei Litern Gemüsebrühe drei Hähnchenbrustfilets zehn Minuten garen. Dann das Fleisch herausnehmen und ein bisschen abkühlen lassen. Unterdessen habe ich zwei Möhren in Scheiben geschnitten, 250 Gramm braune Champignons geviertelt, 600 Gramm TK-Broccoliröschen bereitgestellt und 100 Gramm Zuckerschoten halbiert.
Möhren und Broccoli bekommen in der siedenden Brühe zehn Minuten Garzeit, 200 Gramm Suppennudeln vier und Champignons sowie Schoten drei Minuten Hitze. Inzwischen habe ich das Fleisch in Würfel geschnitten, es kommt zum Finale wieder in den Topf. Noch mal aufkochen, Salz und Pfeffer hinzufügen und schon fertig. Der Eintopf wärmt gut durch und ist die beste Medizin auch gegen die Tristesse vor den Fensterscheiben. Wohl bekomm’s!

Da kann man mal wieder sehen, welche unterschiedlichen Rezepte sich hinter den gleichen Begriffen verbergen können. Als ich in der Überschrift „Hühnersuppe“ las, bin ich mit bestimmten Vorstellungen zu diesem Beitrag gegangen, aber das Bild zeigte dann doch wieder eine ganz andere Variante. Und die Beschreibung auch. Nungut, es könnte daran liegen, dass ich Hühnersuppe und Hühnerbrühe gern synonym verwende, was gerade hier nicht funktioniert hat. 😉 Ich hatte eher eine Hühnerbrühe vor dem geistigen Auge, die dem Beinamen „Medizin“ noch besser entsprechen würde. Gute Genesungswünsche an dieser Stelle mal eingeschoben.
Die kulinarische Wissenschaft hat die Wirkung der Hühnerbrühe für gesundheitliche Zwecke schon einige Male untersucht und siehe da: für alles, was über eine Placebo-Wirkung (und das meine ich nicht negativ) hinaus geht, bedarf es dann doch des ganzen Huhns. Gerade die erkältungshemmenden Stoffe kommen wohl eher aus den Knochen als aus den eher harmlosen Brüsten. Aber, und das ist dann der wesentlich Nachteil: die Brühe braucht entschieden länger als die oben genannte Suppe, um ihre Wirkung entfalten zu können. 😉
Erkältung war es nun bei mir nicht. Da hätte in der Tat das ganze Huhn herhalten müssen. Vielleicht sind die Holde und ich ja wirklich einem Placebo aufgesessen. Auf jeden Fall ging es uns danach richtig gut. Und tags darauf gleich noch einmal.
Na, dass ist doch das Wichtigste. Nach Dr. E.v.H. soll man sich bei der Feststellung eigenen Unwohlseins 5 Fragen stellen: Wann habe ich zuletzt gegessen? Wann habe ich zuletzt getrunken? Wann habe ich zuletzt geschlafen? Mit wem? Und warum? 😉 Während die letzten beiden Fragen leicht ins Humoreske abgleiten, haben die ersten durchaus ihren Sinn, und ihre Beantwortlung liefert meist auch gleich die Lösung. Eine gute Suppe hält Leib und Seele zusammen und danach ist doch immer Wohlfühlen, ob man nun mehr Wirkung hineingekocht hat oder nicht. 😉
Du sagst es…
Hallo Andre,
eigentlich kann diese „Hühnersuppe“ nur fade schmecken. Da fehlt doch einiges an Geschmacksträgern wie ein Huhn (mit Haut und Knochen), Sellerie, Möhren, Porree, Erbsen. Natürlich alles Bio!. Das würde dir so richtig weiterhelfen. Bis zum nächsten mal beim Doc. Ulli
Möhren und Schoten sind ja drin, Sellerie merke ich mir für das nächste Mal vor, und das Brustfilet war so ohne Geschmack denn auch nicht. Also, ich war zufrieden, und es geht mir auch schon viel besser. Ein ganzes Huhn kommt bei mir eigentlich nur beim Frikassee in den Topf, wird dann aber natürlich auch ausgelöst. Ist für diesen Winter noch in Planung. Liebe Grüße nach Leussow