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Uta-Maria Kuder bei ihrem Vortrag im Kulturquartier.

Uta-Maria Kuder bei ihrem Vortrag im Kulturquartier.

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) hat am Donnerstag im Neustrelitzer Kulturquartier den polnischen Landarbeiter Josef Jakubowski moralisch rehabilitiert. Jakubowski war 1925 unschuldig wegen Mordes zum Tode verurteilt und 1926  in Neustrelitz hingerichtet worden. Kuder erklärte nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Fall in ihrem Haus, dass es sich bei diesem Gerichtsurteil nach dem damaligen Prozessverlauf um Unrecht handelt.

„Das ist mehr, als es je zuvor gegeben hat“, betonte in einem Statement für Strelitzius Rajko Lippert, Vorsitzender des Vereins Kulturgut Mecklenburg-Strelitz. Selbst in der „klassenkampfmäßigen Auseinandersetzung der Nachkriegszeit“ sei es nicht so weit gekommen – und das, „obwohl die DDR die Machtmittel dazu gehabt hätte“. Ob es eine formaljuristische Rehabilitierung Jakubowskis geben werde, sei offen. Trotzdem sei ein wesentlicher Teil des Anliegens seines Vereins erfüllt, betonte Lippert. Kulturgut Mecklenburg-Strelitz sei dem CDU-Landtagsabgeordneten Vincent Kokert sehr dankbar, „dass er der Ministerin unser Anliegen, das wir im November vergangenen Jahres auf unserer Mitgliederversammlung formuliert haben, so eindringlich nahe gelegt hat. Dadurch wurde in so kurzer Zeit ein wirklich gute Ergebnis erreicht.“

Vereinsvorsitzender: Der Fall ist nicht vergessen

Der Verein Kulturgut Mecklenburg-Strelitz hat in diesem Jahr „Gerichte, Justiz und Kriminalität“ zum Thema seiner Veranstaltungen gewählt. Dies geschah mit einem Blick in die Geschichte, denn die Hinrichtung von Josef Jakubowski ist genau 90 Jahre her. Zwei der insgesamt drei Filme, die sich dieses Falles annehmen, hat der Verein schon zeigen können. In einer Veranstaltung hat Dr. Annette Linkhorst, Berliner Fachanwältin für Strafrecht, die Ergebnisse ihrer Akteneinsicht in das historische Material vortragen lassen. „Jede dieser Veranstaltungen führte zu einer für mich überraschend engagierten Diskussion“, so Lippert. „Der Fall ist nicht vergessen.“