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Symbolischer Spatenstich: Mirows Bürgermeister Karlo Schmettau, der Mirower Pastor Christian Brodowski, Uta-Maria Kuder, Vincent Kokert und Herzog Carl Michael (von links).

Symbolischer Spatenstich: Mirows Bürgermeister Karlo Schmettau, der Mirower Pastor Christian Brodowski, Uta-Maria Kuder, Vincent Kokert und Herzog Carl Michael (von links).

Es ist Landesjustizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) hoch anzurechnen, dass sie trotz des Brandanschlags auf ihr Wohnhaus in Diedrichshagen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) in der vergangenen Nacht ihre heutigen Termine in Neustrelitz und Mirow wahrgenommen hat. Am Abend gab die Ministerin nach Erledigung der Vorarbeiten den Startschuss für die Restaurierung der unteren Fürstengruft in der Johanniterkirche auf der Mirower Schlossinsel. Das Land fördert die Maßnahme mit 340 000 Euro. Die Stadt Mirow stellt 80 000 Euro zur Verfügung.

In den Beratungen zum Doppelhaushalt 2016/17 hatte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Vincent Kokert im Parlament dafür stark gemacht, dass die Mittel in den Haushalt eingestellt werden. Kokert begleitete heute die Ministerin, die ihm im Wahlkampf natürlich den Rücken stärkt. Sie sei gern nach Mirow gekommen, so Uta-Maria Kuder, die zum ersten Mal auf der Schlossinsel weilte, und wolle auch wiederkommen.

„Dieser Tag hat für uns eine ganz besondere Bedeutung“, betonte Carl Michael Herzog zu Mecklenburg-Strelitz, Sohn des Chefs des Großherzoglichen Hauses Georg Borwin Herzog zu Mecklenburg, bei dem feierlichen Akt.“ Obwohl die junge Generation fernab von Mecklenburg-Strelitz aufgewachsen ist und wir unsere Ausbildung machen, spüren wir immer mehr, dass hier unsere Wurzeln, unsere Heimat ist. Und die Besinnung auf die eigene Geschichte hat in Mecklenburg in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht.“

Trotz vieler Akteure auf der Insel am Ende ganz einfach

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Herzog Carl Michael bei seiner Ansprache. Neben ihm Rajko Lippert, Vincent Kokert und Uta-Maria Kuder (von links).

Seitens des Vereins Kulturgut Mecklenburg-Strelitz, der eine Projektgruppe  gebildet hat, ließ dessen Vorsitzender Rajko Lippert noch einmal die Vorgeschichte bis zur jetzt startenden Restaurierung Revue passieren. „Hier vor Ort, wo man um die Bedeutung dieses Denkmals weiß, das tausende Besucher jedes Jahr anzieht, wird diese Sanierung einhellig befürwortet“, stellte er heraus. Es sei zu seiner Freude trotz der vielen Akteure auf der Insel am Ende „ganz einfach“ gewesen. Mirow sei der Ort, an dem sich die Geschichte von Mecklenburg-Strelitz kristallisiere. Die Gruft unter der Johanniterkriche sei die letzte Heimstatt für die Familie des ehemals regierenden Großherzoglichen Hauses, und hierher versuchten die Familienmitglieder am Ende ihres Lebens zurückzukehren. Er hoffe und sei zuversichtlich, so Lippert, dass in einem weiteren Schritt auch noch die Särge in der oberen Gruft restauriert werden können.

Am 12. September werden die ersten zwei Sarkophage auf die Reise zur Restaurierung gehen, wie mir der Vorsitzende des Schlossvereins Mirow, Henry Tesch, verriet. „Auch für unsere Vereinsmitglieder, die alle Initiativen auf der Schlossinsel begrüßen, ist das heute ein guter Tag.“ Bis zum Sommer kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, die parallel mit dem Straßenbau auf der Insel (Strelitzius berichtete) stattfinden und auch ein Stück Mauer an der Johanniterkirche einschließen.