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Parkplatz

Wesenberg ist um eine Attraktion reicher. Wobei Attraktion vielleicht das falsche Wort ist. Auf jeden Fall können sich die Leute nach Herzenslust die Mäuler zerreißen. Der Fortschritt ist nämlich eingezogen. Auf der Abstellfläche vor dem „Roten Netto“. Dort erfreut jetzt ein Eltern&Kind-Parkplatz.

Ich habe mich natürlich gleich über Sinn und Unsinn einer solchen Maßnahme schlau gelesen und weiß nun, dass es einst tief im Westen in Parkhäusern von Einkaufszentren mit Mutter&Kind-Parkplätzen begann. Die zeichnen sich durch eine größere Fläche aus. Nicht, weil Mütter Probleme mit dem Einparken haben, sondern weil sie beim Aussteigen ja auch noch den Kinderwagen zusammenbauen müssen. Und damit sie es nicht so weit bis zur Einkaufsmeile haben, sind die reservierten Flächen immer unmittelbar am Eingang zur Ladenpassage zu finden.

Dann haben natürlich Väter protestiert und auf Gleichberechtigung gepocht. Der Eltern&Kind-Parkplatz war geboren. Den Umstand, dass nun eigentlich neben dem Nachwuchs auch beide Elternteile im Auto sitzen müssten, lassen wir hier mal undiskutiert. Wie auch die Tatsache, dass sich einige Begünstigte immer noch diskriminiert fühlen, weil sie eigentlich gut zu Fuß seien. Und was ist denn nun mit fahrtüchtigen Großeltern samt Enkel?

Zurück nach Wesenberg. Weder zeichnet sich der Sonderparkplatz durch Eingangsnähe, noch durch besondere Größe aus. Aber, nun haben wir wenigstens auch einen. Ich habe dann spornstreichs ein Ehepaar angesprochen, das frech auf der reservierten Fläche den Motor abstellte, wo denn das Kind sei. „Das kommt nach“, so die schlagfertige Antwort. Und dann haben wir vereint erst einmal kräftig abgelästert.