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Der schwedische Schriftsteller Lars Gustafsson hat in seinem Kurzroman „Die Tennisspieler“ mal folgenden Satz geprägt: „Wenn ich den ganzen Tag so blöd wäre, wie vormittags zwischen 7 und 11 Uhr, müsste ich mein Leben in einem Pflegeheim verbringen.“ Der Mann könnte auch mich gemeint haben.

Jedenfalls gehe ich so schnell nicht wieder kurz nach 7 Uhr bei Netto Hauslatschen und Söckchen kaufen. Jedenfalls nicht ohne Bargeld. Auch wenn ich meiner Holden sonst so ziemlich jeden Wunsch erfülle.

„Die Karte ist nicht lesbar“, kam es von der Dame an der Kasse. „Da müssen Sie den PIN eingeben.“ Ich war zwar noch im Halbschlaf, aber die Frage, warum die Technik meine Karte ohne PIN nicht lesen kann, es aber mit PIN vermag, drängte sich mir bereits auf. Was sich mir nicht aufdrängte, war die PIN. „Bleiben Sie mal ganz ruhig“, spornte mich die Frau von der Kaufhalle nach dem ersten Fehlversuch an. Was mich prompt unter Druck setzte und zur zweiten falschen Eingabe führte. Und das vor inzwischen reichlich Publikum. Man kennt mich in Wesenberg… „Ich komme gleich wieder“, verließ ich verstört und etwas geschwitzt den Konsumtempel.

Eine Hausdurchsuchung förderte zwar kein Bargeld zu Tage, aber so ganz langsam schaltete sich eine Gehirnzelle nach der anderen ein. Und mit dem erwachenden Denkvermögen kamen erst eine Zahl, dann zwei, dann drei und schließlich die vierte. Ich habe dann noch einen Probelauf in der Sparkasse gemacht, um mich nicht noch einmal im Supermarkt zu blamieren. Und siehe da, schon im ersten Anlauf gab es Bargeld.

„Es war nur ein Zahlendreher“, versuchte ich mein Versagen bei Rückkehr zu Latschen und Söckchen klein zu reden. „Ich war halt noch nicht richtig munter.“ „Was soll ich denn da sagen“, konterte die Kassengewaltige. Bedauern oder gar eine Entschuldigung für ihr dämliches Lesegerät hätte sich irgendwie anders angehört.