Menschen in der ganzen Bundesrepublik haben nach den entsprechenden Corona-Lockerungen am vergangenen Wochenende die Tanzflächen gestürmt. Auch in einem der südlichsten Clubs Mecklenburgs brannte die Luft: Im Café Scheune in Wredenhagen war nach langer Zeit mal wieder ein Konzert möglich, und die Musiker gaben, was sie konnten wie mir meine Röbeler Korrespondentin, Kulturagentin Grete Weingart berichtet.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte als Straßenbaulastträger erneuert die Brücke über die Elde in Hinrichshof (Gemeinde Wredenhagen). Das vorhandene Bauwerk hat gravierende Schäden und eine deutlich verminderte Tragfähigkeit, so dass ein Neubau der Brücke erforderlich wird. Weiterhin ist die grundhafte Erneuerung der Kreisstraße auf einer Länge von 120 Metern in Hinrichshof vorgesehen. Die Bauarbeiten bedingen eine Vollsperrung der Kreisstraße MSE 14. Die geplante Bauzeit umfasst den Zeitraum vom 7. Februar bis 31. August 2022.
Am gestrigen Mittwoch gegen 19.50 Uhr ereignete sich zwischen den Ortschaften Röbel und Minzow ein Verkehrsunfall mit Personen- und Sachschaden. Ein alleinbeteiligter Citroen befuhr die Gemeindestraße von Minzow in Richtung Röbel. In einer Rechtskurve kam der PKW aufgrund unangepasster Geschwindigkeit an die winterlichen Straßenverhältnisse nach links von der Fahrbahn ab und stieß frontal gegen einen Baum. Die drei Insassen, eine 29-jährige Fahrzeugführerin, der 35-jährige Mitfahrer und ein 7-jähriges Kind wurden leicht verletzt und durch eingesetzte Rettungskräfte in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Das Fahrzeug war nicht mehr fahrbereit und wurde durch einen örtlichen Abschleppdienst geborgen. Es entstand ein Gesamtschaden von ca. 1200 Euro. Die Röbeler Feuerwehr war ebenfalls am Unfallort eingesetzt, da der Verdacht bestand, dass Betriebsstoffe aus dem verunfallten Fahrzeug auslaufen. Dieser Verdacht bestätigte sich jedoch nicht.
Als ich Februar dieses Jahres hier im Blog darüber berichtet habe, dass Wredenhagen als Standort für ein deutsches atomares Endlager in Betracht gezogen wird, hat das erstaunlich wenig Echo bei meinen Lesern gefunden, obwohl die Adresse gleich um die Ecke liegt. 90 mögliche Standorte sind immerhin in Deutschand ausgewiesen, davon 22 in Ostdeutschland. Bis 2031 soll die Endlagersuche abgeschlossen sein.
Da scheint noch viel Wasser durch die Müritz zu fließen, aber alarmiert ist unsereins schon, wenn er beim Einkaufen im „Roten Netto“ in Wesenberg jetzt schon an der Kaufhalle eine riesige Werbetafel für die Deponierung von strahlendem Müll ertragen muss. Natürlich ist da nicht von unserer Region die Rede, sondern von der sorgenfreien Zukunft unserer Ur-Ur-Ur-Enkel und vom gemeinsamen Schreiben des letzten Kapitels der Atomkraft. Dieser Tage wurde in dem Zusammenhang auch schon mal das Tanklager zwischen Wesenberg und Mirow durch die Gerüchteküche gejagt. Holzauge, sei wachsam! Und irgendwo höre ich sogar die Nachtigall trapsen.
Ein kurioser Wildunfall hat sich am gestrigen Dienstag gegen 22.30 Uhr auf der Landstraße 24 zwischen Wittstock und Röbel ereignet. Ein Fuchs hatte offenbar bei einem Raubzug auf einer Hühnerfarm bei Neukrug, einem Ortsteil von Wredenhagen, ein Huhn erbeutet. Reineke näherte sich dann mit dem Huhn im Maul der späteren Unfallstelle.
Das Gewicht des Federviehs behinderte den Fuchs offensichtlich beim Überqueren der Straße. Hier kam es zum Zusammenstoß mit dem Pkw eines 33-Jährigen aus Röbel, der unverletzt blieb. Am Auto entstand nach dem Zusammenstoß mit Huhn und Fuchs ein Schaden von ca. 1000 Euro. Der Fuchs flüchtete nach der Kollision in unbekannte Richtung, ließ aber seine Mahlzeit am Unfallort zurück.
Die Bürgerinitiative „Atommüllfreie Müritzregion“ lädt für den kommenden Sonnabend, 8. Februar, um 15 Uhr, zu einem öffentlichen Treffen in die Scheune Bollewick ein. Dort ist derzeit auch eine offizielle Ausstellung zur deutschen Endlagersuche zu sehen. Die Bürgerinitiative hat eine ergänzende Schau aufgebaut.
Im Juli vergangenen Jahres war zu erfahren gewesen, dass Wredenhagen als Standort für das deutsche Atommüll-Endlager in Betracht gezogen wird. Dagegen setzt sich die Bürgerinitiative zur Wehr. Inzwischen werden Befürchtungen immer lauter, dass es auch tatsächlich zur Entscheidung für Wredenhagen kommt.
Eine Blogfreundin aus meinem 30 Kilometer Luftlinie von Wredenhagen entfernten Wesenberg hat mir anhängenden Flyer der Bürgerinitiative mit folgendem Kommentar geschickt: „Ein großer Teil der hiesigen Bevölkerung hat ein ungebrochenes Verhältnis zur Nutzung der Atomkraft. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit eines Endlagers durchaus gegeben. Wenig Menschen, viele alte Menschen mit wenig politischem Engagement, wenig angestammte Bauern, eher Landwirtschaftsindustrie, und Politiker, mehr autokratisch als demokratisch…“ Abgesehen von der Belastung der Bevölkerung, was dann mit dem Wirtschaftszweig Tourismus passiere, Müritz-Region hin oder her, dazu brauche man keine Kristallkugel.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat eine Ausstellung entwickelt, in der über den Prozess der Endlagersuche informiert wird. Die Ausstellung wird zur Zeit in Bollewick gezeigt.Foto: BASE