Im-PRO-vokation; Jazz, Neue Musik und Lyrik gibt es wieder am Sonnabend, den 26. Juli, um 19.30 Uhr, in der Musikbrennerei Rheinsberg. Jane Zahn rezitiert Gedichte zum Sommer von Fontane, Strittmatter, Kaléko, Tucholsky und anderen. Dazu erklingt Jazz von Detlev Schälicke (Berlin) und unterhaltsame Neue Musik von Hans-Karsten Raecke.
Eine Zugreise durch die Schweiz und Deutschland lieferte den Stoff für das Büchlein „Zwei deutsche Herren – Zwischen Brasserie und Völkerschlachtdenkmal“, das Silvio Witt und Joke Reichel am 5. Dezember im Hotel Schlossgarten in Neustrelitz vorstellen. In 23 Gedichten greifen sie humorvoll das Verhalten von Touristen auf, erörtern Verständigungsfragen, Ess- und Trinkgewohnheiten, sogar Begegnungen mit Charlie Chaplin und Freddie Mercury. Auch das Mysterium des Titels soll gelüftet werden, versprechen sie.
„Gedichte sind der beste Weg, präzise und in sprachlicher Vielfalt Erlebtes und Gefühltes festzuhalten“, finden die beiden Neubrandenburger. Für den gebürtigen Neustrelitzer Silvio Witt, der in erster Linie als Oberbürgermeister der Vier-Tore-Stadt in der Öffentlichkeit steht und nach zahlreichen Konflikten in der Stadtvertretung für Mai seinen Rücktritt angekündigt hat, ist das neue Buch nach „Zwei Herzen an der Leine“ und „Kostümverleih“ bereits der dritte Gedichtband. „Gedichte sind mir die liebste Ausdrucksform“, sagt der 46-Jährige, der vor seinem politischen Amt auch als Kabarettist aufgetreten war.
„…ich mach ein Lied aus Licht. So geh ich in den Winter…“ Diese Zeilen eines Gedichts von Eva Strittmatter sind das Motto eines Lyrik- und Musikabends der besonderen Art von Kultur in Bewegung am 3. Dezember um 19 Uhr in Neustrelitz: Pianistin Klaudia-Friederike Holdefleiß, Saxophonist Holm Heinke und Singer/Songwriterin Suse Carver, in der Neustrelitzer Musikszene wohlbekannt, untermalen im Shop2Rock in der Zierker Straße 9 eine Lesung von winterzeitlicher Lyrik mit passenden Musikstücken in Dur und Moll von Klassik bis Jazz.
Jazz, Neue Musik und Lyrik treffen sich wieder bei „Im-PRO-vokation“ in der Musikbrennerei Rheinsberg am Sonnabend, den 7. September, ab 19.30 Uhr. Zu erleben ist, wie Mr. Boogie-Woogie Detlev Schälicke aus Berlin in die Tasten haut, Hans-Karsten Raecke auf seinen Instrumenten experimentiert und Jane Zahn Gedichte zum Thema Herbst rezitiert. Eva Strittmatter und Mascha Kaléko sind dabei, Rilke und Brecht, und auch Morgenstern und Ringelnatz versprechen einen heiter-melancholischen Abend.
Musikbrennerei Rheinsberg, Königstr. 14 ( Toreinfahrt). Eintritt 20 €, Reservierung über 033931 / 80 89 01 oder jane@janezahn.de
Und am Freitag, den 13. September, treffen sich Kontemplation, Mystik und Mystifikation aus der Tiefe des Raums auf dem Bild-Klang-Generator in der Ausstellung für Auge und Ohr – klangkunst gegenwärts:13 Texte aus den 13. Kapiteln von 13 Büchern, vom i-Ging über die Bibel, von Schopenhauer bis Einstein, von Heine bis DaDa plus improvisierte Musik.
Beginn 19.30 Uhr, Eintritt 20 €, Reservierung unter 033931 / 80 89 01 oder jane@janezahn.de
Detlev Schälicke, Berlin. Foto: Hans-Karsten-Raecke-Stiftung für Neue Musik
„Im-PRO-vokation“, das heißt Jazz, Neue Musik und Lyrik in der Musikbrennerei Rheinsberg am Sonnabend, den 20. Juli, um 19.30 Uhr – eine unterhaltsame Verbindung zu einem Abend mit Tiefgang und Humor. „Boogie-Woogie-Man“ Detlev Schälicke haut rhythmisch in die Tasten, Hans-Karsten Raecke lässt Ohren und Augen übergehen an seinen speziellen Instrumenten und Jane Zahn rezitiert einfühlsam Gedichte vom Reisen, wandernden Körperteilen, von Lärm und Ruhe und vielem anderen.
Eva Strittmatter und Mascha Kaléko kommen zu Wort, auch Morgenstern und Buchholz bis hin zu Goethe, ja sogar der diesjährige Jubilar Klopstock, der vor 300 Jahren geboren wurde und immer noch mitreißend zu uns Nachfahren hinüberklingt. Anschließend an das einstündige Programm ist Jam-Session, bei der jeder mitmachen kann.
Musikbrennerei Rheinsberg, Königstr. 14 ( Toreinfahrt) Eintritt 20€, Reservierung über 033931 / 80 89 01 oder jane@janezahn.de
Im letzten Jahr hat die in Rheinsberg ansässige Hans-Karsten-Raecke-Stiftung für Neue Musik eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen: „Im-PRO-vokation“ vereint Jazz mit Neuer Musik und Lyrik zum Genuss des Publikums. Am Sonnabend, den 22. Juni, sind Rudi Mahall (clar) und Michael Griener (dr) in der Königsstraße 14 zu Gast mit ihrem ganz eigenen Jazz-Stil und werden allein und gemeinsam mit dem Boogie-Woogie-Pianisten Detlev Schälicke und Hans-Karsten Raecke auf diversen Instrumenten inspirierende Musik zum Sommeranfang spielen. Jane Zahn rezitiert Gedichte von Eva Strittmatter, Mascha Kaléko, Kurt Tucholsky und Bert Brecht (sozusagen die poetischen Hausgötter der Musikbrennerei) sowie anderen Lyrikern und Dichterinnen.
Beginn 19.30 Uhr, Eintritt 20 € (Jugendliche bis 18 Jahren frei), Reservierung unter 033931 / 80 89 01 oder info@hkr-stiftungneuemusik.de.
Der durchschlagende Erfolg seines jüngsten, schneeinspirierten Werkes hat den Mirower Hobbydichter Gerhard Möhl zu neuen Versen animiert. Immerhin bekam er sogar Fanpost aus Montevideo. So viel Anerkennung ist nicht jedem Lyriker hierzulande beschieden.
Außerdem hatte mein Blogfreund und Kellerbühnen-Schauspielkollege auch zu Weihnachten vor einem Jahr nicht das Licht der Öffentlichkeit gescheut und bei Strelitzius publiziert. Könnte sein, dass uns da eine Tradition ins Haus steht. Nun also das jüngste Poem des Autors. Ohne der Literaturkritik vorgreifen zu wollen, darf ich an dieser Stelle bereits das hohe Maß an Authentizität in den nachfolgenden Zeilen hervorheben. Und dem Dichtkünstler ein frohes Fest wünschen.
Die bescheidenen Weihnachtswünsche eines Zehnjährigen
Alle Kinder, klein und groß, denken jetzt das eine bloß: Bin ein Jahr ich brav gewesen? Ward mein Wunschzettel gelesen? Bringt der Weihnachtsmann, der gute, mir Pakete statt der Rute? Wird an alles er auch denken, was ich bitte mir zu schenken? Lieber, guter Weihnachtsmann, ich erinnere dich daran, was auf meiner Liste steht, dass auch nichts verloren geht.
Weihnachtsmann, du stehst am Ruder, bring mir bitte keinen Bruder und erst recht nicht eine Schwester, so was will ich nicht, mein Bester, denn ich weiß mit solchen Rangen sowieso nichts anzufangen. All die schönen Spielzeugsachen werden sie kaputt mir machen.
Lieber bringe mir, mein Guter einen neuen Heimcomputer. Mein PC, das ist doch klar, war schon alt nach einem Jahr. Videokonsole hinten dran, ach bitte, lieber Weihnachtsmann.
Zudem brauch dringend ich ein Handy zwecks SMS mit Freundin Mandy. Ein Fernseher wär auch nicht schlecht, und ein Player wär mir recht. Lieber Weihnachtsmann, verstehs, dazu gehören DVDs. Außerdem, da brauche ich ein Mountainbike, ich bitte dich. Pack oben drauf noch Inlineskates, wie Peter hat, mit denen gehts. Das hätte ich doch glatt vergessen: Wäre es nicht angemessen, an den Sommer schon zu denken und ein Surfbrett mir zu schenken?
Klamotten kann ich immer brauchen, außerdem noch was zu rauchen. Zigaretten, eine Stange, Weihnachtsmann, sei bloß nicht bange. Auch wenn Mutter schimpfen tut und den Vater bringt’s in Wut. Mir verbieten sie den Schmauch, dabei rauchen sie doch auch.
Dann hätt ich gern noch ein paar Scheine, na, du weißt schon, was ich meine, Geld natürlich, alter Mann, dass ich mir was kaufen kann. Die Kohle bitte nicht zu wenig, zu gern wär ich ein kleiner König. Die Freunde würden mich beneiden. Sind meine Wünsche nicht bescheiden?
Vorfreudig denk ich an das Fest, nun besorge du den Rest. Lieber, guter Weihnachtsmann, spanne deinen Schlitten an. Nimm Flugzeug, Bahn oder den Bus, dass ich nicht ewig warten muss auf die paar wirklich kleinen Sachen. Ich denke schon, das lässt sich machen. Hast du dann alles mir vermacht, wünsche ich dir ‘ne stille Nacht!
Der Neustrelitzer Schauspieler Felix Erdmann hat einen Gedichtband veröffentlicht. „Glücklicher Widerstand“ glaubt daran, dass alles gut wird. Nicht von selbst natürlich. Sehr wohl aber, wenn man umsetzt, was dieser Band anbietet: Leise, lyrische Weichheit neben widerständiger Kraft. Liebesgedichte, die in Einklang stehen mit dem verzweifelten Kampf um die Lösung unserer politischen Probleme. Klimakrise, Kapitalismus, Rechtsruck… Was braucht es, damit wir nicht untergehen im Angesicht der übermächtigen Bedrohungen? Vielleicht braucht es ein unwahrscheinliches Nebeneinander von Sanftheit und Konsequenz, von menschlicher Gefühlsduselei und politischer Wirksamkeit. Vielleicht braucht es genau diese gewitzte Art zu denken… Vielleicht braucht es glücklichen Widerstand.
Felix Erdmann wurde 1997 geboren und wuchs im rheinischen Hilden auf. Sein Schauspielstudium führte ihn nach Wien, wo er in Gastrollen am Burgtheater und an der Wiener Staatsoper zu sehen war. Nach dem Abschluss an der MUK Wien trat er sein Erstengagement an der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz an, wo er mit dem Audiowalk „4 Tore durch die Zeit“ und verschiedenen Poesieprogrammen auch als Autor in Erscheinung trat. Er ist Herausgeber des Klimabands „Mondnacht – Fünf vor Zwölf“ und präsentiert mit „Glücklicher Widerstand“ sein Lyrik-Debüt.
Das Buch ist ab dem 12. Dezember offiziell überall im Buchhandel erhältlich. Trabanten Verlag Berlin. ISBN: 978-3-98697-065-9. 1. Auflage Dezember 2023.
Das jüngste lyrische Werk meines Mirower Blogfreundes und Schauspielkollegen Gerhard Möhl hätte ich nicht drei Tage liegen lassen dürfen. Es ist nämlich von Schnee inspiriert, der sich mittlerweile verkrümelt hat. Andererseits wollte ich den nachrichtenarmen Sonntag abwarten, damit das Epos nicht in der Meldungsflut untergeht. Hier ist es nun, und die weiße Pracht muss man sich halt dazu denken.
Was ist denn das?
Was steht da hinter unserem Haus? So wie ein Bär sieht das nicht aus. Ein Hase kann es auch nicht sein. Dafür die Ohren sind zu klein.
Ein Hund ist‘s nicht und keine Katze, hat Ähnlichkeit mit einer Fratze. Auch vor dem Haus da steht so einer. Nicht ganz so groß, ein bisschen kleiner.
Doch was es ist, ich kann‘s nicht sagen. Ich weiß auch nicht, wen kann ich fragen. Und endlich fällt mir nur noch ein, das Ding muss außerirdisch sein.
Wie auch schon im vergangenen Jahr, als es damals Winter war, stand so ein Kerl in unserem Garten. Er schien auf irgendwas zu warten.
Worauf, hat sich mir nicht erschlossen. Er stand und stand, ganz unverdrossen. Als es dann wieder wärmer war, da war er weg, wie sonderbar.
Nach den erfolgreichen Lesungen „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ und „Mondnacht – Fünf vor Zwölf“ betritt Schauspieler Felix Erdmann erneut mit einem eigenen Programm die Bühne: Diesmal mit eigenen Gedichten und der Frage, ob man Widerstand leisten kann, ohne an seiner Last zu zerbrechen.
Wie geht das – bewusst leben, ohne in der Beschäftigung mit Krisen unterzugehen? Kann man widerständig und glücklich sein? Und ist Glück vielleicht selbst unser neuer Kampfbegriff?
„Glücklicher Widerstand“ ist ein Poesieabend auf der Suche nach dem richtigen Umgang mit unserer Zeit – musikalisch begleitet von Lukas Rosenhagen am Klavier. Zu erleben am Sonntag, 21. Mai, 18 Uhr, im Schauspielhaus Neubrandenburg (Probebühne), und am Pfingstsonntag, 28. Mai, um 18 Uhr, in der Probebühne des Landestheaters Neustrelitz. Karten unter 0395 569 98 32, 03981 20 64 00 oder online unter https://tog.de