Im März waren in der Mecklenburgischen Seenplatte 312 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Februar, Insgesamt 11.976. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,3 Prozent. Im Vergleich zum März des Vorjahres sind es 1.110 Arbeitslose mehr.
Thomas Besse, Chef der Arbeitsagentur Neubrandenburg: „Trotz der wirtschaftlichen und geopolitischen Einflüsse haben die Vorboten der saisonalen Frühjahrsbelebung die Arbeitslosenzahlen im März – in der Seenplatte – wieder unter die 12.000er Marke sinken lassen. Allerdings sind die Unternehmen weiterhin zurückhaltend bei der Neumeldung von Arbeitsstellen. Insbesondere die nun kräftig einsetzende Tourismussaison stimmt mich auch für die kommenden Monate zuversichtlich.“
Im Februar war in der Seenplatte ein Mensch mehr arbeitslos gemeldet als im Januar. Insgesamt waren es 12.288 Menschen ohne Beschäftigung. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres sind es 1.009 Arbeitslose mehr.
Arbeitsagenturchef Besse: „Im Februar zeigt sich eine gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Seenplatte – die geprägt ist von wirtschaftlichen, geopolitischen aber auch saisonalen Einflüssen. So ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit – gegenüber dem Januar – gestoppt, die Nachfrage nach Arbeitskräften gewinnt deutlich an Fahrt und die Zahl der offenen Stellen ist auf hohem Niveau. Aufgrund dieser Fakten rechne ich mit einer kräftigen Frühjahrsbelebung. Der Arbeitsmarkt im Landkreis hat fast wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht.“
Thomas Besse. Foto: B4B MV
Auswirkungen des Krieges und der globalen Entwicklungen lassen sich dennoch am Arbeitsmarkt in der Seenplatte beobachten: „Direkte Effekte lassen sich in Folge der hohen Fluchtmigration in den Arbeitsmarkt- und Grundsicherungsstatistik erkennen. Indirekte Effekte zeigen sich z. B. über gestörte Lieferketten“, sagte Besse: „Und es gibt weiterhin eine Zurückhaltung bei der Neumeldung von Arbeitsstellen. Rund 580 – durch unseren Arbeitgeberservice akquirierte offene Stellen sind auch für einen Monat in der Winterpause wenig (dreijähriges Mittel – vor der Pandemie: durchschnittlich 861). Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass sich mit 711 deutlich weniger Menschen in einem Februar neu oder erneut arbeitslos melden mussten (im dreijährigen Mittel vor der Pandemie durchschnittlich 1.155). Das zeigt: Die Unternehmen halten an ihren Fach- und Arbeitskräften fest. Damit ist das Risiko in unserem Landkreis – neu oder erneut arbeitslos zu werden – so gering wie noch nie“, sagte der Arbeitsagenturchef.
„Wir beobachten“ – so Besse weiter – „dass insbesondere Arbeitgebende in witterungsabhängigen Branchen begonnen haben, ihre entlassenen Arbeitskräfte zurückzuholen. Das ist auch mit einer Zunahme der Stellenmeldungen, aus diesem Bereich, vergesellschaftet.“ Die Zahl der offenen Stellen steigt – auf jetzt 2.973. Damit ist die Zahl der gemeldeten freien Stellen – im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar – noch rückläufig, aber weiterhin auf hohem Niveau. Das ist für den Agenturchef „Fluch und Segen zugleich“. „So sehr wir uns über die vielen offenen Stellen freuen, führt das in einzelnen Branchen zu großen Besetzungsproblemen.“ Die größte Nachfrage gab es im Februar aus den Bereichen Baugewerbe (395 freie Stellen im Bestand), verarbeitendes Gewerbe (371), Gesundheits- und Sozialwesen (318) im Gastgewerbe (347) swie im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (312) sowie im Gastgewerbe mit 233.
Kurzarbeit deutlich zurückgegangen
Ein weiteres Indiz für die Erholung am Arbeitsmarkt sieht Besse im deutlichen Rückgang der Kurzarbeit. „Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im Oktober vergangenen Jahres 22 Mitarbeitende aus acht Unternehmen in Kurzarbeit. Das ist kein Vergleich zu den Höhepunkten während der Corona-Pandemie. Gerade während dieser Phasen hat die Kurzarbeit ihre Stärken ausgespielt, sie hat Beschäftigung gesichert und mögliche Arbeitslosigkeit verhindert. Davon profitieren wir heute: Ohne die Möglichkeit zu Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit heute vermutlich höher. Auch das ist ein wichtiger Grund für die stabile Erholung am Arbeitsmarkt, die wir derzeit erleben.“
Fast jede/r zweite Arbeitslose in der Seenplatte hat keinen Berufsabschluss. Im vergangenen Jahr gab es im Schnitt 4.489 Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Das waren 42 Prozent aller Arbeitslosen. „Der Arbeitsmarkt ist schon heute von gravierenden Veränderungen durch den technischen Fortschritt – der insbesondere gering qualifizierte Arbeit freisetzt, sowie ein sich verschärfender Fachkräftemangel geprägt. Das Thema Weiterbildung gewinnt damit immer mehr an Bedeutung. Es wird künftig kaum noch Situationen im Leben geben, in der sich eine Weiterbildung nicht lohnt. Schon heute wissen wir: Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit, erhöht die Sicherheit im Job, verbessert die Aufstiegschancen und kann auch zu höheren Löhnen führen. Deshalb setzen wir auf die Weiterbildungsberatung für alle Menschen. Egal ob es sich um eine berufliche Neuorientierung, einen Aufstieg oder beruflichen Wiedereinstieg handelt – bei uns gibt es die professionelle Unterstützung für jedes Alter“, sagt Thomas Besse.
Im Januar waren in der Seenplatte 915 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Dezember, insgesamt 12.287. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sind es 964 Arbeitslose mehr. Betroffen waren insbesondere Männer. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Dezember um 579, während die Zahl der arbeitslosen Frauen um 336 anstieg. Für den Neubrandenburger Arbeitsagenturchef Thomas Besse liegen die Gründe auf der Hand: „Mehr Männer als Frauen arbeiten in Außenberufen. Diese Branchen entlassen im Winter besonders viele Arbeitskräfte.“
Fachkräftemangel Herausforderung am Arbeitsmarkt
Die Unternehmen in der Seenplatte leiden mittlerweile immer stärker unter fehlenden Mitarbeitenden. „Unsere Herausforderung ist und bleibt der branchenübergreifende Fachkräftemangel“, sagt Besse. Wir wissen, dass viele der länger als ein Jahr arbeitslosen Menschen, nicht über ausreichende Qualifikationen verfügen. Die Arbeitsagentur sowie die beiden Jobcenter im Landkreis gehen auf diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu und prüfen mit ihnen gemeinsam, mit welchen Qualifizierungen sie wieder Fuß am Arbeitsmarkt fassen können. Unser Ziel ist es, aktiv die berufliche Weiterbildung dieser Menschen zu fördern, bis hin zu vollwertigen beruflichen Abschlüssen. „Die Unterstützung und Förderung von Qualifizierung ist uns ein wichtiges Anliegen, denn am Arbeitsmarkt werden vor allem qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber gesucht“, so der Chef der Arbeitsagentur.
Thomas Besse. Foto: B4B MV
Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 1.216 höher und die Arbeitslosenquote bei 11,5 Prozent.
Insgesamt 4.094 Personen erhielten im Januar Arbeitslosengeld, 325 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Januar bei 14.731. Gegenüber Januar 2022 ist dies ein Plus von 573 Personen.
Gemeldete Arbeitsstellen
Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen liegt im Januar bei 2.888 Stellen. Gegenüber dem Vorjahresmonat (Januar 2022) bedeutet dies einen Rückgang von 174. Die Arbeitskraftnachfrage der Unternehmen lässt sich eindeutiger am Zugang an offenen gemeldeten Stellen ablesen: Im Vergleich zum Vormonat sank der Stellenzugang um 141 – zum Vorjahresmonat um 162.
Die größte Nachfrage gab es im Januar aus den Bereichen: Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (378 freie Stellen im Bestand), im Baugewerbe (374), im verarbeitenden Gewerbe (331), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (320) sowie im Gastgewerbe (208).
Im Dezember waren in der Seenplatte 422 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im November, insgesamt 11.372. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,9 Prozent. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres sind es 999 Arbeitslose mehr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entwickelt sich mit 93.090 (Stand Juni 2022) wieder Richtung Vor-Pandemie-Niveau und ist damit sogar höher als 2021. Trotz der ungewissen wirtschaftlichen Herausforderung infolge des Angriffskrieges auf die Ukraine zeigt sich der Arbeitsmarkt stabil. Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember aus jahreszeitlichen Gründen gestiegen.
975 Männer und Frauen mussten sich im Dezember nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind zwei weniger als im Dezember 2021. 416 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 57 weniger als im Vorjahresmonat. Damit übersteigen im Dezember die Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung (975) die Arbeitsaufnahmen (416).
Im November waren in der Seenplatte 290 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Oktober, insgesamt 10.950. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent. Im Vergleich zum November des Vorjahres sind das sogar 1.087 Arbeitslose mehr.
Von diesen 10.950 Arbeitslosen haben 1.844 keinen Berufsabschluss. Dies entspricht einer Quote von knapp 17 Prozent. „Dies zeigt uns den Handlungsbedarf hinsichtlich notwendiger (Weiter-)Qualifizierung, um den sich weiter verschärfenden Arbeits- und Fachkräfteengpass, der sich durch fast alle Branchen zieht, entgegenzuwirken“, sagte Stephan Bünning, Vizechef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, auf der heutigen Pressekonferenz.
Im Oktober waren in der Seenplatte 38 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im September, insgesamt 10.660. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sind es 724 (darunter 710 Ukrainerinnen und Ukrainer) Arbeitslose mehr.
Im September waren in der Seenplatte 312 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im August, insgesamt 10.622. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent. Im Vergleich zum September des Vorjahres sind es allerdings 394 Arbeitslose oder 3,9 Prozent mehr.
Trotz der wirtschaftlichen Risiken bilanziert die Neubrandenburger Arbeitsagentur – zum Herbstanfang in der Seenplatte – einem stabilen Arbeitsmarkt: Die Sorge um hohe Energiepreise, Rohstoffknappheit, Inflation oder Lieferengpässe wirkt sich auf dem Arbeitsmarkt bisher nicht aus. Im Gegenteil: Unter dem Eindruck des hohen Arbeits- und Fachkräftebedarfs ist die Arbeitslosigkeit im September gesunken. Mit dieser Entwicklung geht der Arbeitsmarkt weitgehend stabil in den Herbst. „Aber auch wir sind darauf vorbereitet, dass sich die Energiekrise auf den Arbeitsmarkt auswirken kann“, sagte Vizeagenturchef Stephan Bünning heute auf der monatlichen Pressekonferenz.
In den Filialen Demmin, Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren der Arbeitsagentur Neubrandenburg sind die Eingangszonen am Donnerstag, den 22. September, wegen einer ganztägigen betrieblichen Veranstaltung geschlossen. Vereinbarte Termine finden statt. Die Schließung gilt nicht für die Jobcenter in der Seenplatte.
Das erstes Stellen-Café im Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte-Süd findet am 6. September von 10 bis 15 Uhr in Neustrelitz in der Woldegker Chaussee 35, Raum 01.54, statt. „In lockerer Atmosphäre wollen wir mit Menschen auf Arbeitsuche bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen und gemeinsam über passende Stellenangebote in unserer Region sprechen“, heißt es in der Einladung.
Im August waren in der Seenplatte 24 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Juli, insgesamt 10.934. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent. Im Vergleich zum August des Vorjahres sind es 362 Arbeitslose mehr.