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Im Oktober waren in der Seenplatte 38 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im September, insgesamt 10.660. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sind es 724 (darunter 710 Ukrainerinnen und Ukrainer) Arbeitslose mehr.

Neubrandenburgs Arbeitsagenturchef Thomas Besse beschreibt die Entwicklung auf dem Seenplatte-Arbeitsmarkt einmal mehr als „robust“. „Die Verunsicherung in Teilen der Wirtschaft bremst den üblichen Herbstaufschwung nicht. Zwar stieg die Arbeitslosigkeit gering an, die Betriebe haben aber deutlich mehr Jobangebote gemeldet als im Vormonat. Allerdings liegen die dämpfenden Faktoren auf der Hand: Der Ukraine-Krieg, die steigende Energie- und Rohstoffpreise, dazu die Materialengpässe, die zum Teil noch immer auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückgehen sowie in Teilen auch die hohe Inflation, die zum Beispiel die Erwartungen im Handel zurückgehen lässt. Dass die Zahl der arbeitslosen Menschen dennoch weitgehend konstant bleibt, lässt sich mit dem hohen Fachkräftebedarf begründen“, sagte Besse.

Hohe Nachfrage nach Arbeits- und Fachkräften

„Die Arbeitskräftenachfrage bewegt sich trotz großer wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten weiter auf einem hohen Niveau“, sagte Besse. „Zwar haben die Unternehmen nach unseren Beobachtungen nach wie vor volle Auftragsbücher, einzelne Frühindikatoren deuten jedoch auf die Verunsicherung der Unternehmen und die daraus resultierende Zurückhaltung bei Stellenbesetzungen hin.“ Seit Anfang des Jahres haben die gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams der Arbeitsagentur und Jobcenter 5.169 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote akquiriert – 654 weniger als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere das Baugewerbe, das verarbeitende Gewerbe, der Handel; das Gesundheits- und Sozialwesen sowie das Gastgewerbe bieten zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten.

Trotz des unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes erwartet der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur für 2023 in der Seenplatte „keinen Einbruch am Arbeitsmarkt.“ „Allerdings“ – sagte Besse – „lassen sich die Folgen für den Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten – vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen – nicht seriös voraussagen. Ich bin aber sicher, trotz der enormen Belastungen werden unsere Unternehmen alles versuchen, um ihre qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu halten. Dennoch wird die Zahl der arbeitslosen Menschen über die Wintermonate saisontypisch steigen.“

Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze und verhindert Arbeitslosigkeit

„Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten“, so Besse, „verzeichnen unsere Arbeitgeberservice-Teams einen höheren Beratungsbedarf für das Kurzarbeitergeld. Im Oktober sind vier Anzeigen für Kurzarbeit im Landkreis (für 32 Personen) – einer der ersten Indikatoren für Schwierigkeiten bei Betrieben – eingegangen. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im Juni dieses Jahres 182 Mitarbeitende aus 16 Unternehmen in Kurzarbeit.